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Kitzbüheler Anzeiger
Werkstatt

In einer Autowerkstatt können verschiedene Berufe gelernt werden.

Zwischen Zeugnis und Zukunft

Die bevorstehenden Semesterferien bedeuten für die meisten der 4502 Pflichtschüler des Bezirks Kitzbühel, dass die erste Hürde des Schuljahres gemeistert ist. Eine Woche lang können sie ihren Hobbys frönen und die freie Zeit mit Freunden genießen, bevor es in das zweite Halbjahr geht. So können hoffentlich viele Kinder dank eines zufriedenstellenden Zeugnisses die Ferien unbeschwert verbringen.

Besonders wichtig sind die Halbjahresnoten für jene Schulabgänger, deren Weg in eine weiterführende Schule oder in eine Lehre führt – also für die vierten Klassen der Mittelschulen, Gymnasien und Polytechnischen Schulen. Im heurigen Schuljahr steht für 607 Pflichtschüler dieser Wechsel, beziehungsweise der Weg in das Berufsleben bevor.
Der Kitzbüheler Anzeiger hat bei den heimischen Mädchen und Burschen im Bezirk nachgefragt, ob sie sich gut vorbereitet und ausreichend informiert fühlen und bereits eine Idee haben, welchen Weg sie künftig einschlagen möchten.

„Durch Schnuppertage und die Möglichkeiten der Berufsorientierung haben sich die Interessen verschoben.“

Luca

Luca aus Kirchberg hatte jahrelang die fixe Idee, eine Kochlehre zu beginnen: „Durch einige Schnuppertage und die vielen Möglichkeiten der Berufsorientierung haben sich meine Interessen verschoben. So bin ich von der Tourismussparte weggekommen und versuche jetzt, die Aufnahme in eine weiterführende Schule“, so der Mittelschüler. „In unserer Klasse beginnen fast 90 Prozent der Mitschüler eine Lehre.“

Elektro Aschaber: Noch Lehrstellen frei
Im Rahmen des Unterrichtsfaches „Berufsorientierung“ erhalten Schüler die Möglichkeit, Betriebe und Schultypen vor Ort kennenzulernen. Eines jener Unternehmen, das Lehrlinge ausbildet, ist das Elektrounternehmen Aschaber aus Kitzbühel. Die Firma wurde vom Land Tirol als „ausgezeichneter Lehrbetrieb“ geehrt, beschäftigt insgesamt 45 Mitarbeiter und stellt jährlich Lehrlinge ein.

„Für heuer haben wir bereits eine fixe Zusage, es wären aber noch weitere Ausbildungsplätze frei“, so die Geschäftsführerin von Aschaber Elektrotechnik, Christine Aschaber. Wer heute Lehrlinge nicht nur für den Beruf, sondern auch für den eigenen Betrieb begeistern wolle, müsse einen Mehrwert schaffen und aktiv um Nachwuchs werben. Vom Graffiti-Workshop, bei dem mit den Obermonteuren die Rollen getauscht werden, über den gemeinsamen Bau eines Spieleautomaten bis hin zu monetären „Goodies“ und Coachings mit externen Firmen reicht die Palette bei Elektrotechnik Aschaber.

Markus Aschaber ergänzt: „Es freut uns besonders und bestätigt uns in unserem Engagement, dass die Rückkehrquote jener jungen Menschen, die wir ausgebildet haben, sehr hoch ist. Dann wissen wir, dass unser Fokus auf eine positive und angenehme Firmenkultur Früchte getragen hat.“

„Ich werde Kellnerin. Wir haben eine Alm mit Ausschank. Da habe ich schon öfter mitgeholfen.“

Anna

„Der Verdienst ist nicht so wichtig“
Der Jochberger Luca besucht derzeit die vierte Klasse der Sportmittelschule Kitzbühel und entscheidet sich vorerst für die Polytechnische Schule. „Der Berufsorientierungsunterricht hat mir echt viel gebracht. Anfangs wusste ich gar nicht, was ich machen soll. Aber durch die vielen Möglichkeiten, die uns aufgezeigt wurden, und weil mich Physik total interessiert, weiß ich jetzt, dass ich nach dem Poly eine Lehre als Schlosser beginnen möchte“, so der Jochberger voller Vorfreude. Auf die Frage nach dem Verdienst meint er: „Das ist mir nicht so wichtig, Hauptsache, ich fühle mich dort wohl.“

Christoph besucht die vierte Klasse des Gymnasiums in St. Johann und wusste, anders als viele Gleichaltrige, schon lange, wo ihn sein Weg hinführt: „Ich bleibe dem Gymnasium treu. Ich mag die Schule und die Lehrer, und auch wenn sich manche Wege trennen, bleiben wir teilweise im Klassenverband zusammen.“ Außerdem betont er: „Mit der Matura habe ich noch vier Jahre Zeit, mir zu überlegen, was ich später machen möchte.“ Auch Melina weiß seit knapp zwei Monaten, wo ihr schulischer Weg sie hinführt: „Ich gehe drei Jahre in die Weitau in den Hauswirtschaftszweig und mache danach eine Friseurlehre. Anfangs war ich von der Vielzahl an Möglichkeiten überfordert, aber der Eignungstest hat mir schließlich geholfen“, so die Jugendliche.

Klare Vorstellung von der Zukunft
Eine ebenso klare Vorstellung von ihrer beruflichen Zukunft hat Anna: „Ich werde Kellnerin, so wie viele in meiner Familie. Wir haben eine Alm mit Ausschank, dort habe ich schon öfter ausgeholfen, deshalb weiß ich, dass mir das taugt“, ist sich die Schülerin sicher. Neue Menschen kennenlernen, mit Gästen kommunizieren und eigenes Geld verdienen“ – das sind die Gründe für ihre Entscheidung. Dass dann wenig Freizeit bleibt und am Wochenende gearbeitet werden muss, ist ihr bewusst: „Aber ich freue mich schon auf das, was kommt. Ich möchte auf jeden Fall in ein großes Hotel mit Menschen aus aller Welt – das wird sicher spannend“.

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Fußball Regionalliga West St. Johann vs Imst

St. Johann nimmt Punkt aus Imst mit

Nach dem FC Kitzbühel wollte auch der SK St. Johann beim Auswärtsspiel in Imst etwas Zählbares mitnehmen. Während die Kitzbüheler wenige Tage zuvor einen 3:2-Erfolg feiern konnten, endete die Partie zwischen Imst und St. Johann am Samstag torlos. Mit dem 0:0 und einem Punkt im Gepäck ging es für die Mannschaft von Trainer Norbert Frey zurück nach Hause. Nach dem Spiel überwog allerdings das Gefühl, dass an diesem Nachmittag sogar mehr möglich gewesen wäre.
Frey hatte den kommenden Gegner erst wenige Tage zuvor selbst unter die Lupe genommen. Beim Mittwochsspiel gegen Kitzbühel machte sich der St.Johann Trainer ein Bild von den Imstern und wusste dementsprechend, welche schwierige Aufgabe auf seine Mannschaft zukommen würde.
„Ich habe unseren Gegner am Mittwoch gegen Kitzbühel gesehen. Nach dem, was ich da gesehen habe, wäre ich vor dem Spiel auch mit einem Unentschieden zufrieden gewesen“, erklärte Frey.
Nach den 95 Minuten fiel seine Einschätzung allerdings etwas anders aus. Denn St. Johann versteckte sich keineswegs und hatte vor allem in der ersten Hälfte die besseren Möglichkeiten.
Chancen zur Führung bleiben ungenutzt
Die Gäste präsentierten sich von Beginn an konzentriert und setzten den Matchplan ihres Trainers gut um. Vor allem in den ersten 45 Minuten hätte sich St. Johann für den gelungenen Auftritt belohnen können. Die vorhandenen Möglichkeiten wurden jedoch nicht konsequent genug zu Ende gespielt.
„Wir waren diejenigen, die in der ersten Halbzeit mit zwei Toren führen hätten können“, bilanzierte Frey. Genau diese fehlende Konsequenz sollte am Ende den Unterschied zwischen einem Punkt und einem möglichen Auswärtssieg ausmachen.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb St. Johann gut in der Partie und hielt gegen die Imster dagegen. Ein Treffer wollte an diesem Nachmittag allerdings auf beiden Seiten nicht fallen. Nach 95 Minuten stand somit ein 0:0 auf der Anzeigetafel.
Für Frey war seine Mannschaft dabei keineswegs nur nach Imst gekommen, um defensiv dagegenzuhalten und irgendwie einen Punkt mitzunehmen. „Wir haben uns nicht bloß teuer verkauft“, betonte der Trainer. Vielmehr habe sein Team gezeigt, dass es auch auswärts gegen einen starken Gegner selbst Akzente setzen kann.
„Wenn man sich die 95 Minuten anschaut, dann haben wir es gut gemacht. Wenn wir unsere Möglichkeiten noch ein bisschen konsequenter und konzentrierter abgeschlossen hätten, hätten wir mit einem Sieg nach Hause fahren können oder sogar müssen“, so Frey.
Schwierige Trainingswoche gut weggesteckt
Umso höher ist die Leistung auch mit Blick auf die Vorbereitung auf die Partie einzuschätzen. Die Trainingswoche verlief für St. Johann alles andere als optimal. Nach dem vorherigen Auswärtsspiel waren mehrere Spieler angeschlagen, lange war nicht klar, wer für die Begegnung in Imst tatsächlich zur Verfügung stehen würde.
Das Trainerteam war dadurch gezwungen, die Mannschaft teilweise umzubauen. Auf dem Platz war davon jedoch nur wenig zu erkennen.
„Wir hatten vom letzten Auswärtsspiel einige Verletzte, bei denen nicht klar war, ob sie spielen können oder nicht. Deshalb mussten wir ein bisschen umbauen“, erklärte Frey. Umso zufriedener zeigte er sich mit der Reaktion seiner Mannschaft: „Kompliment an die Mannschaft. Sie hat genau das umgesetzt, was wir ausgemacht haben.“
Nur das „i-Tüpfelchen“ fehlte
Dass am Ende kein Sieg heraussprang, war für den Trainer der einzige Wermutstropfen eines ansonsten gelungenen Auftritts. „Das i-Tüpfelchen hat gefehlt, indem es am Ende ein Sieg gewesen wäre“, fasste Frey zusammen.
Aus seiner Sicht konnten die Gastgeber mit der Punkteteilung letztlich sogar besser leben: „Imst kann glücklich sein, dass sie zumindest einen Punkt behalten haben.“
So fährt St. Johann zwar „nur“ mit einem Zähler nach Hause, kann aus der torlosen Partie aber einiges Positives mitnehmen. Trotz schwieriger Voraussetzungen präsentierte sich die Mannschaft geschlossen, setzte die taktischen Vorgaben um und erspielte sich vor allem in der ersten Halbzeit gute Möglichkeiten. Einzig die letzte Konsequenz vor dem Tor fehlte und damit auch die Belohnung in Form von drei Punkten.

Fußball Regionalliga West Kitzbühel vs Imst

Englische Woche fordert Kitzbühel

Intensive Tage liegen hinter dem FC Kitzbühel. Aufgrund des ÖFB-Cup-Auftritts wartete auf die Mannschaft von Trainer Michael Baur eine englische Woche mit drei anspruchsvollen Partien innerhalb von nur sieben Tagen. Nach dem Cupspiel gegen den GAK folgte am Mittwoch das Duell mit dem favorisierten SC Imst, ehe am Sonntag der VfB Hohenems in Kitzbühel gastierte. Während gegen Imst ein umkämpfter 3:2-Erfolg gelang, mussten sich die Kitzbüheler zum Abschluss der intensiven Woche Hohenems mit 1:2 geschlagen geben.
Kitzbühel dreht Partie gegen Imst
Das Mittwochsspiel gegen Imst begann zunächst eher ruhig. Beide Mannschaften agierten kontrolliert, große Höhepunkte blieben in den ersten 45 Minuten weitgehend aus. Als vieles bereits auf ein torloses Unentschieden zur Pause hindeutete, bekamen die Gäste in der Nachspielzeit der ersten Hälfte einen Elfmeter zugesprochen. Imst nutzte die Gelegenheit und ging mit einer 1:0-Führung in die Kabine.
Nach dem Seitenwechsel bekamen die Zuschauer dann ein völlig anderes Spiel zu sehen. Die Intensität nahm deutlich zu, die Zweikämpfe wurden härter und Kitzbühel zeigte sich wesentlich aggressiver.
Der erhöhte Einsatz sollte sich auszahlen. In der 60. Minute war Benedikt Huber zur Stelle und erzielte den 1:1-Ausgleich. Kitzbühel hatte nun endgültig in die Partie gefunden und legte nach Vitali Borsuk brachte die Hausherren mit 2:1 in Führung und drehte damit innerhalb kurzer Zeit das Spiel.
Imst fand allerdings noch einmal eine Antwort und stellte wenig später auf 2:2. Doch Kitzbühel wollte sich an diesem Abend nicht mit einem Punkt zufriedengeben. Erneut war es Benedikt Huber, der mit seinem zweiten Treffer den entscheidenden Akzent setzte. Mit dem Tor zum 3:2 avancierte er zum Matchwinner und fixierte drei wichtige Punkte für die Kitzbüheler.
Unschöne Szene sorgt für Diskussionen
Überschattet wurde die intensive Partie von einer unschönen Szene nach einem Pressball. Ein Imster Spieler wertete die Aktion als Foul, sprang anschließend auf und ging auf Raul Baur los. Im Nachgang erhob er den Vorwurf, zuvor rassistisch beleidigt worden zu sein. Nach Angaben konnten weder der Schiedsrichter noch unmittelbar umstehende Spieler eine solche Äußerung bestätigen.
Der FC Kitzbühel weist den Vorwurf zurück und distanziert sich zugleich klar von rassistischen Äußerungen und jeder Form von Diskriminierung. Unabhängig von der sportlichen Rivalität sollen derartige Vorfälle sachlich aufgearbeitet werden.
Sportlich blieb für Kitzbühel ein wichtiger 3:2-Erfolg gegen einen favorisierten Gegner und vor allem eine starke Reaktion nach dem Pausenrückstand.
Gegen Hohenems gehen die Kräfte aus
Viel Zeit zur Regeneration blieb allerdings nicht. Bereits am Sonntag wartete mit dem VfB Hohenems die nächste schwierige Aufgabe. Diesmal gelang es Kitzbühel nicht, die Partie auf seine Seite zu ziehen. Die Gäste setzten sich mit 2:1 durch und nahmen die drei Punkte mit nach Vorarlberg.
Trainer Michael Baur verwies nach dem Spiel auch auf die hohe Belastung der vergangenen Tage. „Das war innerhalb von sieben Tagen das dritte richtig starke Match gegen Mannschaften, die richtig gut Fußball spielen“, erklärte der Kitzbühel-Coach.
Mit zunehmender Spieldauer habe man seiner Mannschaft die intensive Woche angemerkt. „Im Laufe des Spiels hat man gemerkt, dass die Kräfte langsam zu Ende gehen“, so Baur.
Anders als gegen Imst gelang es den Kitzbühelern diesmal auch offensiv nicht, genügend gefährliche Situationen zu kreieren. Hohenems kam zu den besseren Möglichkeiten und verdiente sich damit aus Sicht des Trainers den Erfolg. „Wir haben es vorne nicht geschafft, die Situationen zu generieren, um Tore zu schießen. Sie hatten mehr Chancen, deshalb geht der Sieg von Hohenems unter dem Strich in Ordnung.“
So endet eine kräftezehrende Woche für Kitzbühel mit unterschiedlichen Gefühlen: Auf der einen Seite steht der starke 3:2-Heimsieg gegen Imst, auf der anderen die 1:2-Niederlage gegen Hohenems. Nach drei intensiven Spielen innerhalb von sieben Tagen dürfte nun vor allem eines willkommen sein: etwas Zeit zur Regeneration.