
Zwischen olympischen und Heiligem Geist
Wenn Sportler an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gehen, eröffnet sich für viele eine spirituelle Dimension jenseits von Medaillen und Platzierungen. Diese Erfahrung teilt der aus Reith stammende Olympia-Seelsorger Johannes Lackner, der auch bei den Olympischen Winterspielen in der Region Mailand und Cortina d‘Ampezzo für Athleten da ist.
„Es ist ein positives Zeugnis, wenn man sieht, dass der Glaube auch im Spitzensport eine Kraftquelle sein kann“, sagt Olympia-Seelsorger Johannes Lackner vor seinem Aufbruch zu den Winterspielen. Während sich Sportler auf Weltklasseniveau auf ihre Wettkämpfe konzentrieren, eröffnet sich häufig Raum für existenzielle Fragen. Die Begegnung von olympischem Geist und christlichem Glauben habe in der Vergangenheit schon tiefgreifende Gespräche und persönliche Zugänge eröffnet, so der Geistliche.
Ein Beispiel dafür ist ein persönlicher Brief des österreichischen Judokämpfers Aaron Fara, den Lackner bei den Olympischen Sommerspielen 2024 in Paris begleitet hat. Darin schildert Fara, wie er nach einem enttäuschenden Olympia-Erlebnis Trost und neue Lebensperspektiven im Vertrauen auf Gott gefunden hat. Dieses Vertrauen habe ihm geholfen, neue Chancen – unter anderem eine Einladung zu einem Profi-Wrestling-Engagement – als Teil eines größeren Lebensplans zu sehen.
Für den Tiroler Priester ist es wichtig, bei den Spielen nicht nur für gläubige Sportlerinnen und Sportler da zu sein, sondern grundsätzlich für alle, die seelsorglichen Beistand suchen. Sein Angebot reicht von Gesprächen und Segen bis hin zu Andachten und Gottesdiensten. Dabei stellt er klar: „Es geht nicht darum, Medaillen zu gewinnen, sondern darum, wie man mit Sieg und Niederlage umgeht.“
Bereits in Paris sei der olympische Geist – verstanden als völkerverbindendes Miteinander – spürbar gewesen, so Lackner. Diese Dimension könne über sportliche Leistung hinaus Friedens- und Gemeinschaftswerte betonen, die letztlich auch im christlichen Glauben verankert seien.