
Smash, Cringe und
Habibi – wie die
Jugend heute spricht
Jede Generation hat ihre ganz eigene Sprache – und kaum irgendwo verändert sie sich so rasant wie bei Jugendlichen. Besonders in Zeiten von Social Media, TikTok-Trends und Onlinekultur entstehen ständig neue Wörter, die genauso schnell wieder verschwinden, wie sie gekommen sind.
Wer heute im Bus, auf der Straße oder am Fußballplatz genau hinhört, bekommt Ausdrücke wie „smash“, „lowkey“ oder „das crazy“ zu hören. Doch was genau meinen die Jugendlichen eigentlich damit?
Sprache im Wandel der Generationen
Viele Leser erinnern sich vielleicht noch gut an ihre eigene Jugendsprache aus den 70er-, 80er- oder 90er-Jahren. Begriffe wie „Gummi geben“, „Tussi“ oder „geil“ waren damals allgegenwärtig – und manche davon haben sogar bis heute überlebt und sind längst im allgemeinen Sprachgebrauch angekommen.
Andere Wörter hingegen sind fast vollständig verschwunden.
Wer sagt heute noch „knorke“ für „großartig“? Und auch Begriffe wie „Arschgeweih“, das in den 2000ern ein Tattoo an einer bestimmten Stelle beschrieb, hört man unter Jugendlichen kaum noch.
Jugendsprache entsteht dort, wo junge Menschen sich aufhalten: online. Popkultur, Musik, Serien und vor allem soziale Medien sorgen dafür, dass neue Wörter rasend schnell verbreitet, verändert oder neu interpretiert werden. Ein gutes Beispiel dafür ist das Wort „flexen“. Ursprünglich bedeutete es, seine Muskeln anzuspannen und zu zeigen – heute beschreibt es das Prahlen mit Erfolgen, Fähigkeiten oder Leistungen.
Viele Jugendwörter stammen aus dem Englischen: „Bro“ steht für Bruder oder engen Freund, „rizz“ für Charisma oder Charme, und wenn etwas „cringe“ ist, dann ist es schlicht peinlich oder unangenehm.
Doch auch Begriffe aus anderen Kulturen finden ihren Weg in den alltäglichen Sprachgebrauch. Wörter wie „Mashallah“ drücken Freude, Bewunderung oder Dankbarkeit aus, während „Habibi“ je nach Situation „guter Freund“, „Schatz“ oder „Liebling“ bedeuten kann.
Wenn Eltern nur Bahnhof verstehen
Warum Jugendliche überhaupt ihre eigene Sprache entwickeln, ist leicht erklärt: Sie grenzt sie von den Erwachsenen ab, stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl und hilft dabei, die eigene Identität auszudrücken.
Oft funktioniert Jugendsprache auch wie eine Art Geheimsprache – verständlich für den Freundeskreis, Geschwister oder Gleichaltrige, aber nicht unbedingt für Außenstehende. Emojis, Abkürzungen und Symbole spielen dabei ebenfalls eine große Rolle.
Flaggen-Emojis etwa zeigen Zugehörigkeiten zu bestimmten Ländern, und kurze Abkürzungen machen die Kommunikation noch schneller – und für viele Erwachsene noch rätselhafter.
Neue Kolumne im Kitzbüheler Anzeiger
In der Kolumne „Jugendsprache“ werden die Schülerinnen und Schüler der 6u des BG/BORG St. Johann einige typische Jugendwörter genauer unter die Lupe nehmen, erklären und zeigen, was sich hinter den Ausdrücken verbirgt.
Ein spannender Einblick in die Sprache der jungen Generation – und vielleicht die perfekte Gelegenheit, endlich zu verstehen, was „lowkey nice“ eigentlich bedeutet.