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Kitzbüheler Anzeiger
Baustudie Immobiliensparte

Alexander Bosak , Edgar Gmeiner, Ellen Moll und Anton Ruech (v.l.) präsentierten die wichtigsten Erkenntnisse der aktuellen Studie „Wohnbauprojekte in der Pipeline in Tirol“.

Wer baut was in Tirol und was kostet es?

Der Tiroler Immobilienmarkt steht vor einer Phase der Verknappung, wie die Präsentation der Studie „Wohnbauprojekte in der Pipeline in Tirol“ zeigt. Die Fachgruppe der Immobilien- und Vermögenstreuhänder, der Verband gemeinnütziger Bauvereinigungen (GBV) und Exploreal informierten über die Neubausituation in Tirol und die Zahl der Projekte in der Pipeline. Für Tirol wurden etwa 255 Projekte mit ca. 5.333 Wohneinheiten ausgewertet. Analysiert wurden Projekte mit einem Fertigstellungsjahr zwischen 2024 und 2026.

Was wird in Tirol gebaut?
Was wird in Tirol gebaut? Großteils – nämlich zu 98 Prozent – Wohnungen. Reihen- und Doppelhäuser machen nur 2 Prozent aus. „Es gibt nach wie vor ein Stadt-Land-Gefälle bei der Wohngröße“, so Alexander Bosak, Mitbegründer und Geschäftsführer von Exploreal: „Den Bewohnern ländlicher Gebiete steht mit einer mittleren Wohnnutzfläche von rund 72,7 m² deutlich mehr Fläche als in der Landeshauptstadt Innsbruck zur Verfügung. Auch die privaten Freiflächen (Balkone, Gärten) sind außerhalb der Landeshauptstadt mit 14 m² größer.“

Wer baut in Tirol? Den Markt teilen sich gewerbliche und gemeinnützige Wohnbauträger. „Die gewerblichen Wohnbauträger haben zwischen 2024 und 2026 für 45 Prozent der Neubauten in Tirol gesorgt. Dabei entstanden 29 Prozent der Wohneinheiten im Eigentum und 12 Prozent zur Miete“, erklärt Ellen Moll, Obfrau der Fachgruppe Immobilien- und Vermögenstreuhänder der Wirtschaftskammer Tirol. Die gemeinnützigen Wohnbauträger haben zwischen 2024 und 2026 55 Prozent der Neubauten in Tirol errichtet, und somit mehr als die Hälfte der Neubauwohnungen. In den Bezirken Innsbruck-Land, Innsbruck Stadt und Schwaz findet die höchste Neubauaktivität statt. In Tirol werden dieses Jahr rund 1.900 fertiggestellte Wohneinheiten prognostiziert, das entspricht einem Minus von Minus 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das Jahr 2027 werden 1.500 Fertigstellungen prognostiziert. Alexander Bosak: „Wir beobachten, dass das Angebot seit zwei Jahren sinkt. Einer Wohnraumverknappung ab 2028 sollte gezielt mit neuen Impulsen entgegengesteuert werden.“

„Pipeline“ trocknet aus
Um die Bautätigkeit anzukurbeln, braucht es laut den Vertretern der Bauträger gute Rahmenbedingungen durch die Politik. Grundsätzlich seien weitere Impulse notwendig, damit durch die Wohnraumverknappung die Preise nicht zusätzlich steigen. Der Preis für eine Bauträgerwohnung von etwa 71 m² beträgt aktuell Euro 499.000. Das bedeutet eine Erhöhung seit der letzten Auswertung vor einem Jahr um rund einem Prozent.