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Das Weidetier ist kein Selfie-Partner

Land Tirol und Landwirtschaftskammer appellieren an Wanderer, Weidetieren mit Respekt zu begegnen und ausreichend Abstand zu halten.
Im Sommer tummeln sich Tausende Wanderbegeisterte in den Tiroler Bergen. Dabei treffen Menschen und Weidetiere aufeinander – meist ohne Probleme. Dennoch kommt es auch zu Unfällen: Laut dem Österreichischen Kuratorium für Alpine Sicherheit ereigneten sich 2025 österreichweit 13 Unfälle im Zusammenhang mit Weidevieh. Dabei waren 20 Personen involviert, fünf blieben unverletzt, 14 wurden verletzt und eine Person starb. Sieben der Unfälle passierten allein in Tirol

Respektvoller Umgang auf den Almen
Land Tirol und Landwirtschaftskammer Tirol nehmen die aktuelle Saison zum Anlass, erneut zu sensibilisieren: „Weidetiere sind keine Selfie-Partner und die Alm ist kein Streichelzoo – es gilt, der Natur und den Tieren respektvoll zu begegnen“, lautet das Credo.
Wege, die durch Alm- und Weidegebiete führen, müssen nicht zwingend durch Zäune von den Weideflächen abgegrenzt sein. Umso wichtiger seien gegenseitige Rücksichtnahme und das Bewusstsein für ein sicheres Miteinander.
Immer wieder werde beobachtet, dass Wandernde den Tieren für Fotos oder Selfies bewusst sehr nahekommen. Dabei werde oft unterschätzt, dass selbst ruhige Tiere ihr Verhalten rasch ändern können, wenn sie sich oder ihren Nachwuchs bedroht fühlen. „Vor allem Mutterkühe verteidigen ihre Kälber instinktiv. Auch wenn ein besonderes Fotomotiv verlockend erscheint, sollte immer ausreichend Abstand zu Weidetieren eingehalten werden“, appelliert Landwirtschaftskammerpräsident Josef Hechenberger.
Tierverhalten richtig einschätzen
Sicheres Verhalten beginnt damit, die Tiere und ihre Reaktionen bestmöglich einzuschätzen und bestehende Hinweisschilder ernst zu nehmen. Grundsätzlich wird zwischen Mutterkuh-, Jungtier- und Milchkuhherden unterschieden:
Mutterkühe: Sie schützen ihre Kälber konsequent und reagieren bei vermeintlicher Gefahr besonders aufmerksam.
Jungtiere: Sie zeigen sich häufig neugierig und nähern sich Menschen eher an.
Milchkühe: Sie sind den Kontakt mit Menschen zwar gewohnt, dennoch sollte auch ihnen mit Respekt und ausreichend Abstand begegnet werden.
Unabhängig von der Tierart gilt: Kühe, Schafe und Pferde sollten auf ihren Weideflächen nicht gestört werden.
Hinweistafeln: Sie informieren über Weidegebiete und weisen gegebenenfalls auf alternative Routen hin.