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Kitzbüheler Anzeiger
Fahnenweihe Knappschaft Rerobichl Oberndorf

Fähnrich Jochen Brunner, Fahnenmutter Claudia Hauser und Präsident Dietmar Aschaber.

Ein „Glück Auf“ zum zehnjährigen Vereinsjubiläum der Knappschaft Rerobichl-Oberndorf

Dass die Bergbaugeschichte in Oberndorf einen besonderen Stellenwert einnimmt, zeigte sich am Wochenende einmal mehr: Der Knappenverein Rerobichl-Oberndorf feierte mit einem großen Fest sein zehnjähriges Bestehen. Die Verantwortlichen der „Montanistischen Traditionsvereinigung Europa“ waren nicht nur zu Gast, sondern nutzten den Festakt, zur Freude der Oberndorfer, auch zur Weihe ihrer Fahne. Die europaweite Vereinigung hat sich der Pflege der Bergmannstradition und bergmännischer Bräuche über die Landesgrenzen hinweg verschrieben. Ein wichtiger Teil dieser Tradition sind die europäischen Knappen- und Hüttentage.

Für den geistlichen Teil war Pfarrer Johannes Lackner wieder nach Oberndorf zurückgekehrt und zelebrierte gemeinsam mit zwei Kollegen den Festgottesdienst. Die Fahnenweihe selbst erfolgte unter Federführung des Präsidenten der montanistischen Vereinigung, Dietmar Aschaber, und Fähnrich Jochen Brunner. Als Fahnenmutter fungierte Claudia Hauser, die in Würdigung ihrer Verdienste mit dem Ehrenzeichen am Bande ausgezeichnet wurde. Den Festakt feierten zahlreiche Oberndorfer Vereinsabordnungen sowie Vertreter von Knappenvereinen aus den Nachbargemeinden mit.
Der Gründungsobmann des Oberndorfer Vereins, Georg Brunner, zeigte sich tief bewegt über den großen Zuspruch.

In den 1950er-Jahren noch Kupfer abgebaut
Ein kurzer Blick zurück zeigt, wie tief der Bergbau in der Geschichte Oberndorfs verwurzelt ist. Bürgermeister Hans Schweigkofler – selbst aktives Mitglied des Vereins – grüßte mit einem „Glück Auf“ und lud zu einem kurzen Streifzug durch die Geschichte ein. „Die Bergbaugeschichte Oberndorfs reicht Jahrhunderte zurück. Zwar wurde am Rerobichl zwischen 1951 und 1955 letztmals Kupfer abgebaut, doch geriet die große Tradition des Bergbaus zunehmend in Vergessenheit. Besonders beeindruckend ist die Leistung der Bergleute, die den Heiliggeist-Schacht 886 Meter tief in den Berg vortrieben – eine Leistung, die heute kaum mehr vorstellbar ist“, beschrieb Schweigkofler.

Um diese Geschichte wieder stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken, entstand vor zwölf Jahren die Idee, einen Knappenverein zu gründen. 2016 wurde der Verein schließlich ins Leben gerufen. Seither wurde intensiv gearbeitet und vor allem wissenschaftlich geforscht. Viele Mitglieder brachten ihr Wissen und ihre Fähigkeiten ein.

Heute stehe in Oberndorf ein Bergbaumuseum, das von Fachleuten immer wieder als besonderes Juwel hervorgehoben werde, zeigt sich Schweigkofler stolz. Mit zahlreichen Exponaten und originalgetreu hergestellten Schaustücken vermittelt es anschaulich die Geschichte des Bergbaus. Auch über die Gemeindegrenzen hinaus hat sich Oberndorf inzwischen einen Namen als Knappen- und Bergbaugemeinde gemacht. Schweigkofler verwies auf die Homepage „www.bergbaugemeinden.at“, auf der auch das Projekt „Erzlinie Tirol-Salzburg“, bei dem sich die Oberndorfer engagieren, verankert ist. Übrigens ist Oberndorf dank des Hartsteinwerkes weiterhin eine Bergbaugemeinde. Nach einem besonderen Höhepunkt – dem Schwerttanz der gleichnamigen Schwazer Gruppe – ging der Festumzug über die Bühne.

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