Zum Inhalt springen
Job AnzeigerImpulsTrendig MagazinServus
Kitzbüheler Anzeiger
Medienfrühstück Anzeiger Mark Kühler

Stefan Steinacher, Mark Kühler und Sabine Huber.

Vom Maurermeister zum Heimwerkerkönig

Vorgefertigte Moderationstexte sind nicht sein Fall. Mark Kühler braucht ein paar Stichworte, ein Produkt und eine Kamera – dann legt er los. Seit mehr als zwei Jahrzehnten steht der gelernte Maurermeister vor der Kamera. Bekannt wurde er durch Heimwerkersendungen, später folgten Teleshopping, Verkaufstrainings und internationale Produktionen.


Kühlers Fernsehkarriere begann ungeplant. In einer alten Villa war nach einem Frostschaden Wasser durch drei Stockwerke gelaufen. Während Versicherungsvertreter und Handwerker das Ausmaß begutachteten, kommentierte Kühler das Geschehen mit lockeren Sprüchen. Sein Cousin, der eine Produktionsfirma führte, erkannte darin Potenzial und schickte wenig später ein Kamerateam vorbei.

Aus dem Dreh entstand die Sendung „Hammer-Soap – Heimwerker im Glück“. Weitere Formate folgten. Besonders bekannt wurde Kühler durch „Wohnen nach Wunsch“. Gemeinsam mit Enie van de Meiklokjes stand er für Hunderte Folgen vor der Kamera. Der Maurermeister wurde zum „Heimwerkerkönig“.
Handwerker vor der Kamera
Die Grundlage seiner Karriere sieht Kühler bis heute im Handwerk. Er stammt aus einem traditionsreichen deutschen Bauunternehmen und war dort nach eigenen Angaben Teil der achten Generation. Nach der Schule absolvierte er eine Maurerlehre und später die Meisterprüfung.

Die Ausbildung habe ihm nicht nur Fachwissen, sondern auch Durchsetzungsvermögen vermittelt. Vor der Kamera half ihm vor allem, dass er nicht bloß über Werkzeuge und Bauarbeiten sprach, sondern selbst damit umgehen konnte.
Das zeigte sich auch bei seinem Einstieg ins Teleshopping. Zu einem Casting erschien Kühler in Arbeitskleidung und mit einer gebrauchten Hilti. Weil er erklären und vorführen konnte, wie das Gerät funktioniert, erhielt er kurz darauf seine erste Livesendung.

Vom Leben im Live-Teleshopping
Inzwischen hat Kühler Produkte in zahlreichen Ländern präsentiert. Dabei müsse er sich jeweils auf unterschiedliche Märkte und Gewohnheiten einstellen. Während Verkaufssendungen in den USA stark emotional geprägt seien, funktioniere die Präsentation in anderen Ländern deutlich zurückhaltender.Live-Teleshopping hält Kühler für eine eigene Disziplin. Der Präsentator müsse gleichzeitig sprechen, das Produkt bedienen, auf verschiedene Kameras reagieren und kommende Einspieler im Blick behalten. Zugleich blieben oft nur wenige Sekunden, bevor das Publikum weiterschalte. Entscheidend sei eine gründliche Vorbereitung. Wer etwas verkaufen wolle, müsse das Produkt so gut kennen, als hätte er es selbst entwickelt. Ehrlichkeit ist für ihn dabei ein zentraler Grundsatz. Produkte, hinter denen er nicht stehen könne, lehne er ab. Auch bei Beschwerden gehe es ihm darum, Lösungen zu finden. Langfristiger Erfolg entstehe nicht durch leere Versprechen, sondern durch Fachwissen und Glaubwürdigkeit.

In Fieberbrunn heimisch geworden
Obwohl Kühler weiterhin einen deutschen Pass besitzt, bezeichnet er sich als Fieberbrunner. Seine Verbindung zur Region reicht bis in die Kindheit zurück. Bereits seine Eltern verbrachten viel Zeit in Tirol, sein Vater war begeisterter Skifahrer. Kühler lebt und arbeitet inzwischen dauerhaft hier, seine Frau stammt aus der Region.
Das öffentliche Leben vor der Kamera steht dabei im Gegensatz zu seiner privaten Vorliebe: Auf die Frage, ob er das Rampenlicht oder die Ruhe am Berg bevorzuge, entscheidet er sich klar für den Berg. Zu seinen bevorzugten Zielen gehören der Kleberkopf und das Spielberghorn. Neben Fernsehauftritten arbeitet Kühler als Verkaufstrainer, Vortragender und Markenbotschafter. Social Media ist für ihn mittlerweile ein wichtiger Teil des Geschäfts. Die ständige Präsenz und der Umgang mit Kommentaren seien jedoch auch belastend.
Ganz von der Bildfläche verschwinden will der Heimwerkerkönig vorerst nicht. Gespräche über die Neuauflage eines erfolgreichen Heimwerkerformats laufen bereits. Parallel setzt er weiterhin Projekte in Tirol um – darunter eine Sauna, die für eine Fernsehsendung auf einer Alm errichtet wurde.
Dass sein Weg einmal vom Bau über das Fernsehen bis zum internationalen Verkauf führen würde, hätte Kühler selbst nicht erwartet. Jungen Menschen rät er deshalb zu einer soliden Ausbildung, ohne sich damit für das gesamte Berufsleben festzulegen. Sein eigener Lebenslauf zeigt, wie weit ein handwerkliches Fundament führen kann. Das ausführliche Gespräch mit Mark Kühler ist in der aktuellen Folge des „Impuls-Podcasts“ des Kitzbüheler Anzeigers zu hören.

Aufgenommen wurde die Folge im Rahmen des jüngsten Kitzbüheler Anzeiger Medienfrühstücks vor Publikum beim Auwirt in Aurach.

Weitere Artikel: