
Die St. Johanner Straße in Kitzbühel. Hinter dem Gebüsch gut versteckt (rechts) befindet sich jenes Grundstück, das für die Errichtung eines Edelbordells vorgesehen ist.
Umwidmungen betreffen auch geplantes Edelbordell
Das Buch über die seit Langem geplante Errichtung eines Edelbordells in der Gamsstadt ist um ein Kapitel reicher: Nach einer Bausperre, die schon im Dezember 2025 für die Dauer von einem Jahr erlassen wurde, beschlossen Kitzbühels Mandatare mehrheitlich die Umwidmung von Grundstücken entlang der St. Johanner Straße – stadtauswärts auf der linken Seite gelegen – in Mischgebiet und Mischgebiet mit beschränkter Wohnnutzung.
Konkret davon betroffen ist der Abschnitt, der sich vom Kompetenzzentrum bis zur Sportalm erstreckt, wie Bürgermeister Klaus Winkler erläutert. Aufgrund von Nutzungskonflikten seien die Umwidmungen von mehreren Grundstücken notwendig geworden, begründen der Stadtchef sowie der Obmann vom Bau- und Planungsausschuss, Georg Wurzenrainer. Sie erläutern: „In besagtem Bereich treffen Gewerbe- und Industrieflächen sowie Flächen für Wohnen und religiöse Nutzung aufeinander.“ Vom Beschluss ausgenommen: bestehende Sonderflächen, wie etwa der Königreichsaal oder Mitarbeiterunterkünfte.
Bordellpläne sind davon betroffen
Betroffen ist allerdings auch jenes Grundstück, auf dem die Errichtung von besagtem Nobel-Etablissement vorgesehen ist. Geplant ist ein Gebäude mit zehn Zimmern, einer Bar, einer Tiefgarage und einem Restaurant mit Haubenkoch. Das Projekt habe eine Gewerbewidmung, ist Projektentwickler Wolfgang Saringer gegenüber dem Kitzbüheler Anzeiger empört.
„Es geht nicht um Ja oder Nein zu einem Bordell, es geht in erster Linie um die Auflösung der Nutzungskonflikte.“
Klaus Winkler, Bürgermeister Kitzbühel
Soll käufliche Liebe in Kitzbühel etwa durch die Widmungspolitik der Stadtführung sowie die bis Dezember geltende Bausperre verhindert werden? „Hier geht es nicht um ein Ja oder Nein zu einem Bordell. Es geht in erster Linie um die Bereinigung von Nutzungskonflikten“, stellt Bürgermeister Winkler wiederholt klar. Er beruft sich auf Expertisen. „Wir haben uns eine fundierte Rechtsmeinung eingeholt und wir stützen uns auf die Gutachten von Raumplanern des Landes.“
Winkler: „Fundierte Expertise eingeholt“
Wie mehrfach berichtet, schwelt zwischen der Stadtgemeinde Kitzbühel und dem Bauwerber des Bordells seit Jahren ein Rechtsstreit, der auch schon das Höchstgericht beschäftigt hat.
„Ich sehe das Recht auf meiner Seite. Wir werden diese Sache zu 100 Prozent rechtlich regeln.“
Wolfgang Saringer,Bauwerber
Bauwerber Saringer betont gegenüber dem Kitzbüheler Anzeiger: „Ich sehe das Recht auf meiner Seite. Der oberste Verwaltungsgerichtshof hat keinen Nutzungskonflikt erkannt.“ Aufgeben komme für ihn nicht in Frage, wie er sagt. „Wir werden diese Sache zu 100 Prozent rechtlich regeln.“