
Der Zillertaler Walter Brugger und Michelle Auer organisierten die Mahnwache im Zentrum von Brixen.
Tierschützer luden zur Mahnwache nach Brixen
Kerzen flackerten, Trauergestecke erinnerten an „Schmotzer“, dazu hielten Menschen Transparente in die Höhe: Am Sonntag wurde der Platz vor dem Brixner Gemeindeamt zum Schauplatz einer Mahnwache für den getöteten Kater. Rund um den Welttierschutztag wollten die Teilnehmer ein Zeichen gegen Tierquälerei setzen und zugleich auf die ihrer Ansicht nach notwendigen
Verbesserungen im Tierschutz aufmerksam machen.
Organisiert wurde die Mahnwache vom Zillertaler Tierschützer Walter Brugger. Die Tötung des Katers „Schmotzer“, der Ende April in Brixen erschlagen wurde, hatte, wie mehrfach berichtet, vor allem in den sozialen Medien für Tausende Kommentare gesorgt.
Die vier jungen Männer aus dem Brixental, die die Tötung gefilmt hatten, wurden Anfang August vor dem Landesgericht Innsbruck vom Vorwurf der Tierquälerei freigesprochen. Bei der Bezirkshauptmannschaft Kitzbühel läuft ein Verwaltungsstrafverfahren.
Organisator Walter Brugger und seine Mitstreiterin Michelle Auer wollten nicht nur das Schicksal „Schmotzers“ in den Mittelpunkt rücken, sondern sich vor allem auch für schärfere Tierschutzgesetze einsetzen. „Wir wollen die Bevölkerung aufrütteln, sich mehr für den Tierschutz einzusetzen“, betonte Brugger. Der Fall „Schmotzer“ sei bei Weitem nicht der einzige Vorfall dieser Art. Er und seine Mitstreiter fordern daher eine ernsthaftere Auseinandersetzung mit dem Thema durch die Politik.
Brugger hat sein Leben dem Tierschutz verschrieben und engagiert sich in zahlreichen Vereinen. Gleichzeitig betont er, dass Gewalt und Eskalation nicht der Weg seien. „Wir distanzieren uns ausdrücklich von Gewalt, Morddrohungen oder Eskalation und rufen zur Deeskalation auf“, erklärte er.
Die Mahnwache verlief insgesamt ruhig und ohne nennenswerte Zwischenfälle. Lediglich aus einem vorbeifahrenden dunklen Pkw soll ein junger Mann den Teilnehmern den Mittelfinger gezeigt haben.