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Thomas Payr Alps Resorts

Thomas Payr, MBA, CMO und Geschäftsführer von Alps Resorts.

Thomas Payr, Alps Resorts: "Wollen weiter wachsen"

Thomas Payr ist einer der Geschäftsführer beim Hospitality-Unternehmen Alps Resorts. Im TRENDIG-Interview spricht er über anstehende Projekte in der Region und die Herausforderungen der Branche.

Was sind die kommenden Meilensteine von Alps Resorts in der Region?

Im Bezirk Kitzbühel ist sicherlich das Bergresort Pillersee der nächste große Meilenstein. Dort haben wir vor Kurzem den offiziellen Spatenstich gesetzt. Wir freuen uns schon sehr, wenn wir dort im Dezember 2027 den Betrieb eröffnen können. Mit knapp 300 Betten wird das ein recht großer Betrieb. Wir sind überzeugt davon, dass das Angebot am Standort im Familienskigebiet sehr gut angenommen werden wird. Alle Beteiligten sind insgesamt schon voller Vorfreude.

Was ebenfalls zu betonen ist: Auch die Ausführung wird von umliegenden Firmen gemacht. Wir haben Partner aus der Region an Bord, und das zeigt auch, welche Kraft ein derartiges Projekt hat, um echte Wertschöpfung vor Ort zu schaffen. Angrenzend an den Bezirk Kitzbühel ist unser Projekt in Söll – der Wieshof Wilder Kaiser. Diesen werden wir bereits im Dezember eröffnen. Es läuft alles nach Plan und geht im Winter schon los.

Wir schauen natürlich permanent, welche Möglichkeiten es im Bezirk gibt. Aktuell führen wir z.B. Gespräche in St. Johann, denn der Ort hat touristisch sicherlich viel zu bieten. Vor allem für Familien, und diese sind ein großer Teil unserer Zielgruppe.

In Westendorf gehen wir in die zweite Sommersaison, und es entwickelt sich sehr gut. Wir haben dort nicht nur Golfer, sondern im Sommer auch viele Wanderer und Familien. Da gibt es eine sehr interessante Mischung.

Was macht die Qualität des Standortes Kitzbühel aus? Warum will Alps Resorts hier Projekte realisieren?

Das hat sicherlich zwei Gründe: Einerseits sind wir hier in unserer Heimatregion emotional verwurzelt. Das Entscheidende ist aber, dass die Region Kitzbüheler Alpen ein gutes Potenzial für ganzjährigen Tourismus bietet. Ich glaube, es gibt in ganz Österreich keine Region mit einer derart hohen Dichte an Top-Skigebieten.

Das ist schon im Winter sensationell, aber die Bergbahnen bieten auch im Sommer tolle Attraktionen. Genau darum geht es uns: Unsere Gäste sollen rund um das Resort ein attraktives Angebot vorfinden. Es ist ja so, dass sich Gäste zuerst eine Region aussuchen und dann erst das Hotel. Deshalb sehen wir generell vor allem am deutschen Markt, aber zunehmend auch in osteuropäischen Märkten, eine gute, natürliche Nachfrage für die Kitzbüheler Alpen – und zwar das ganze Jahr über.

Im Bezirk Kitzbühel gibt es im Sommer ja auch gar nicht so wenige arabische Gäste. Es wird zunehmend internationaler.

Wichtig ist auch, dass wir im Sommer nicht nur von einem Markt abhängig sind, sondern breiter aufgestellt sind und mehrere Märkte bedienen. Das machen wir bei Alps Resorts ebenfalls. Wir kümmern uns ganzjährig intensiv um den holländischen Markt für die Region Kitzbüheler Alpen, weil wir dort noch viel mehr Potenzial sehen. Hier ist noch nicht alles ausgeschöpft.

Wenn wir speziell von arabischen Gästen sprechen: Stellen sie überhaupt ein Potenzial für die Ferienwohnungs-Branche dar?

Das Anforderungsprofil der Gäste aus dem Nahen Osten – wenn wir hier auch Israel dazunehmen – hat sich in den vergangenen vier bis fünf Jahren sehr stark verändert. Im arabischen Markt gibt es inzwischen viele Gäste aus dem guten Mittelstand, die nicht nur Top-Luxus wollen, sondern moderne, zeitgemäße Unterkünfte mit viel Platz. Das können wir als Alps Resorts bieten, und somit haben wir auch aus diesem Bereich sehr viele Gäste.

Natürlich ist es jetzt gerade eine spannende Situation, wie sich dieser Sommer aufgrund der Lage im Iran entwickeln wird. Momentan haben wir diesbezüglich ganz gute Buchungen, aber natürlich nicht auf dem gleichen Niveau wie im vergangenen Jahr. Wie gesagt, es ist aber nur ein Teilmarkt. Dennoch ist es gut zu sehen, dass es insgesamt internationaler wird.

Wo gibt es in der Region noch Wachstumspotenzial? Oder ist der Bezirk schon touristisch voll erschlossen?

Was viele Regionen in Tirol und sogar im Bezirk Kitzbühel betrifft: Es gibt Orte, die in den vergangenen Jahren einen deutlichen Bettenschwund verzeichnet haben. Man merkt schon, dass es hier einen Bedarf gibt.

Selbst wenn ich ganz gezielt über Kitzbühel spreche, orte ich einen Bedarf für ein leistbares modernes Hotelangebot. Ich bin überzeugt, dass wir nicht unser letztes Alps Resorts im Bezirk gebaut haben. Wir sehen hier viele Möglichkeiten und sind ganz offen für Gespräche.

Sind neue Projekte eine Frage des Grundstücks, oder lassen sich auch bestehende Objekte neu beleben?

Bestandssubstanz gibt es im Bezirk Kitzbühel sehr viel, und es gilt, diese gut zu nutzen. Das haben wir in vielen anderen Regionen bereits gemacht – zum Beispiel im Außerfern. Im Dezember sperren wir hier mit 300 Betten und einem großen Hotel samt Gastronomie wieder auf. Man muss nicht immer auf die grüne Wiese bauen.

Wo es aus wirtschaftlicher Sicht Sinn macht und auch im Sinne der Gemeinden ist, ist ein Neubau in Ordnung. Es gibt aber sicherlich auch sehr viele Hotels und Pensionen, die man revitalisieren kann. Das gilt gerade jetzt, wo das Nachfolge-Thema immer akuter wird.

Angesichts globaler Krisen lässt sich vermuten, dass „Heile-Welt“-Destinationen wie Österreich für Gäste stärkere Zugkraft haben. Spürt man das bereits in der Nachfrage?

Das haben wir bereits in den vergangenen Jahren gesehen, weil ja leider Gottes schon seit einiger Zeit ziemliche Unruhe herrscht. Ich glaube, dass eine Region wie die Kitzbüheler Alpen in den bestehenden Hauptmärkten noch mehr an Bedeutung gewinnen wird, weil sie einen sicheren Hafen darstellt. Landschaftlich sind wir vor allem bei uns in Kitzbühel sowieso einer der Top-Player. Dieses Bild wird auch auf den Märkten sehr gut gezeichnet.

Mit welchen Herausforderungen hat die Ferienhotellerie aktuell umzugehen?

Einer der wesentlichen Punkte ist die Nachfolgeproblematik, die wir schon kurz angeschnitten haben. Da wird in den nächsten fünf bis acht Jahren eine Lawine auf die Branche zukommen, weil sehr viele Betriebe den Zeitpunkt erreicht haben, an dem eine Übergabe ansteht. Es ist wirklich hart zu sehen, dass viele nicht wissen, wie es mit dem Betrieb weitergehen wird.

Eine weitere massive Herausforderung für die Branche ist der Kostendruck. Das geht von den Betriebskosten bis hin zu den Personalkosten, die so massiv angestiegen sind, dass wir im Vergleich mit anderen Ländern nicht mehr so wettbewerbsfähig sind. Auch die Margen sind stark unter Druck geraten. Man hört natürlich viel von Top-Nächtigungen und Umsätzen. Wenn man dann aber einen wirtschaftlichen Gesundheitscheck macht, sieht man schon, dass sehr viele Betriebe ums Überleben kämpfen.

Ganzjahrestourismus ist immer sehr leicht gesagt, das ist mir bewusst. Aber er ist wichtig und es gibt in der Region sehr viele gute Beispiele, die die Menschen das ganze Jahr über gut abholen.

Wie gestaltet sich die Mitarbeitersituation vor Ort?

Wir merken, dass die generelle Nachfrage und das Interesse, im Tourismus zu arbeiten, wieder zugenommen haben. Die Tourismusgesinnung ist, glaube ich, auch wieder besser geworden.

Wir haben zum Beispiel sehr viele junge Mitarbeiter, die sich für die Branche interessieren, und auch sehr viele Quereinsteiger. Bei uns ist es momentan nicht so, dass wir einen Personalmangel hätten. Als größeres Unternehmen tun wir uns aber leichter, weil wir gute Perspektiven bieten können – zum Beispiel im Bereich der Weiterbildung.

Wie wird das Verhältnis der Menschen in der Region zum Tourismus wahrgenommen?

Ich glaube, jetzt ist der Zeitpunkt da, an dem es wichtig ist, dass Gemeinden strategisch richtige Entscheidungen treffen. Denn Tourismus ist wichtig für alle Orte bei uns im Bezirk Kitzbühel. Er ist Teil des wirtschaftlichen Rückgrats und auch wichtiger Arbeitgeber – gerade wenn man sich die Insolvenzsituation in anderen Branchen anschaut. Ich glaube, das ist bei den Menschen wieder stärker angekommen. Wir versuchen, unseren Teil dazu beizutragen und bewusst zu machen, dass Tourismus auch für die Menschen vor Ort da ist.

Wenn es gelingt zu kommunizieren, welche Wertschöpfung etwa ein neues Projekt wie jenes in St. Ulrich in die Region bringt, ist schon viel erreicht.

Welche Ziele hat sich Alps Resorts in den kommenden Jahren gesteckt?

Ein großer Meilenstein in diesem Jahr wird bei uns die Eröffnung eines großen Projekts in Berwang im Außerfern sein – mit einer großen Gastronomie, konkret der siebten „Alps Kitchen“. Diese Gastronomie haben wir sehr erfolgreich etabliert. Bei uns stehen die Zeichen weiter auf Wachstum. Wir werden in den kommenden drei Jahren gute zehn bis zwölf neue Alps Resorts eröffnen.

Wir beschäftigen uns außerdem sehr intensiv mit dem Thema Lifestyle-Budget-Hotellerie, wie man sie aus den Städten etwa von Motel One kennt. Ich bin der Meinung, dass es in vielen Orten in Tirol Bedarf an leistbaren, modernen Hotels gibt. Da haben wir bereits ein erstes Projekt, das wir realisieren wollen. Daran glauben wir so stark, dass wir als Betreiber sogar mit in das Investment gehen.

Wir sind eine sehr vertriebsorientierte Organisation und sind sehr stolz darauf, dass wir das in den letzten Jahren stark entwickelt haben. Ein weiterer Meilenstein wird die Expansion unserer Destination in Richtung Schweiz sein. Dort werden wir im Winter 2027/2028 ein neues Luxus-Aparthotel eröffnen.

Bergresort Pillersee Rendering Terrasse

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