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Embolisation_Hand_Angiografie

Der Primar der Abteilung für Radiologie, Christof Kranewitter, behandelt hier eine Hand mit dem Verfahren.

Neue Schmerztherapie am BKH St. Johann

Chronische Schmerzen in Knie, Hand oder anderen Gelenken können den Alltag stark einschränken – oft über viele Jahre hinweg. Wenn Beschwerden trotz bewährter Behandlungen bestehen bleiben oder immer wiederkehren, kann eine Embolisation ein möglicher neuer Weg sein: schonend, minimalinvasiv und mit dem Ziel, Schmerzen gezielt zu lindern. Am BKH St. Johann wird diese spezialisierte Behandlung seit rund einem Jahr erfolgreich eingesetzt - mit sehr erfreulichen Erfahrungen von Patientinnen und Patienten.

Neue Möglichkeiten für Menschen mit chronischen Schmerzen
Schmerzen verändern den Alltag. Was zunächst nur bei Belastung spürbar ist, kann mit der Zeit immer mehr Raum einnehmen: beim Gehen, beim Zugreifen, beim Wandern, beim Anziehen oder sogar beim Händedruck. Viele Betroffene haben bereits unterschiedliche Behandlungen in Anspruch genommen und gemeinsam mit ihren behandelnden Ärzten verschiedene Wege versucht. Die Embolisation kann hier – je nach individueller Situation – eine sehr gute Möglichkeit der Schmerztherapie eröffnen.

Dafür wird in St. Johann die sogenannte Transarterielle Periartikuläre Embolisation, kurz TAPE, eingesetzt. Dabei handelt es sich um ein minimalinvasives Verfahren aus der interventionellen Radiologie. Über einen kleinen Zugang, meist in der Leiste oder am Arm, wird ein feiner Katheter unter präziser Bildsteuerung bis zu jenen Gefäßen vorgeschoben, die im Bereich chronisch schmerzhafter Gelenke verändert sind. Dort werden winzige Partikel eingebracht, um die krankhaft verstärkte Durchblutung gezielt zu reduzieren.

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„Durch das gezielte Verschließen dieser Gefäße können wir die Beschwerden deutlich lindern.“

Prim. Christof Kranewitter

Der Eingriff erfolgt unter lokaler Betäubung, eine Vollnarkose ist nicht notwendig, ist in der Regel schmerzarm und es gibt so gut wie keine Nebenwirkungen. Die Patienten sind rasch wieder mobil. Gerade für Menschen mit chronischen Schmerzen, bei denen eine Operation nicht möglich oder sinnvoll ist, kann das eine wertvolle Perspektive sein.

Nach der Embolisation der Fingerknochen nach zwei Wochen wieder fit
Wie sehr Schmerzen das tägliche Leben beeinträchtigen können, schildert Josef Leitner, der schon seit längerer Zeit unter Arthrose in mehreren Fingergelenken litt. Bereits 2019 waren an vier Fingern Gelenksprothesen eingesetzt worden. Als er von der Möglichkeit der Embolisation hörte, war sein Interesse sofort geweckt, auch wegen der deutlich kürzeren Ausfallszeit. „Ich hätte sonst 36 Wochen Krankenstand gebraucht“, erzählt er. Nach der Embolisation mehrerer Fingergelenke war er nach zwei Wochen wieder fit.

Seine Beschwerden hatten ihn zuletzt massiv eingeschränkt: Er konnte die Hände nicht mehr zu Fäusten ballen, brauchte Hilfe beim Anziehen und selbst eine Begrüßung wurde zur Belastung. „Ich hatte solche Schmerzen, dass ich schon Angst vor dem Händedruck hatte“, berichtet er.

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Primar Christof Kranewitter erklärt den Patienten die Vorgangsweise – diese können den Eingriff mitverfolgen.

Nach der Embolisation mehrerer Fingergelenke stellte sich rasch eine Besserung ein. Besonders beeindruckt hat ihn, wie schnell sich der Effekt bemerkbar machte – und dass es in den Wochen danach noch weiter bergauf ging. „Sensationell, das hätt ich nie gedacht“, sagt er.

Auch Eleonore Patterer, eine aktive und sportliche Seniorin, kennt den belastenden Einfluss von Schmerzen auf das tägliche Leben. Plötzlich auftretende starke Knieschmerzen hatten sie über Wochen eingeschränkt.

Patterer_Kniepatientin

Primar Christof Kranewitter mit Patientin Eleonore Patterer, die den Eingriff immer wieder machen würde.

Nach orthopädischer Abklärung und einer zunächst durchgeführten Infiltration wurde sie krankenhausintern an die Radiologie weiterempfohlen.

Besonders positiv erinnert sie sich an das ausführliche Aufklärungsgespräch. Auch die Behandlung selbst erlebte sie als ruhig und gut begleitet: wach, mit nur minimalen Empfindungen. Nach dem Eingriff spürte sie noch ein leichtes Ziehen, doch schon nach einer Woche war sie wieder schmerzfrei unterwegs – sogar beim Wandern.

Und auch ein Jahr später ist sie mit dem Ergebnis sehr zufrieden. „Es ist, als wenn nie was gewesen wäre“, sagt sie. Auf die Frage, ob sie sich erneut dafür entscheiden würde, antwortet sie spontan: „Jederzeit – kleiner Eingriff, große Wirkung!“

Nach dem Wandern sind die Knieschmerzen noch nicht weg, aber deutlich anders
Die Knieprobleme begleiteten den St. Johanner Rudolf Rieger bereits seit jungen Jahren. Vor dem Eingriff hatte er nicht ständig Schmerzen, aber regelmäßig nach Bewegung – besonders nach Wanderungen und beim Bergabgehen. Danach musste er seine Knie oft gezielt therapieren.

„Jederzeit würde ich es wieder machen – kleiner Eingriff, große Wirkung.“

Eleonore Patterer

Nach einem Beratungsgespräch mit Primar Kranewitter entschied auch er sich für eine Embolisation. Schmerzen während oder nach dem Eingriff verspürte er keine.

Die Wirkung zeigte sich auch bei ihm bald: Ganz verschwunden sind die Beschwerden zwar nicht, doch sie haben sich deutlich verändert. „Ich hab ab und zu schon noch Knieschmerzen, immer nachdem ich am Berg gewesen bin. Aber das ist jetzt ganz anders als früher – das zieht einen Tag ein wenig und dann ist es wieder weg. Ich muss es nicht mehr therapieren.“

Gerade diese spürbare Entlastung im Alltag ist für viele Schmerzpatientinnen und -patienten ein entscheidender Gewinn an Lebensqualität.

Die Embolisation ist nicht für jede Form von Gelenkbeschwerden die passende Lösung, kann aber für ausgewählte Schmerzpatienten eine sehr wirksame Option sein. „Die Behandlung spricht bei etwa 75 Prozent der Patienten an, und die Verbesserung der Schmerzen hält üblicherweise zwei bis drei Jahre an, da dies eine sehr neue Methode ist gibt es noch keine Daten für einen längeren Zeitraum. Wichtig ist zu wissen, dass es sich hierbei um eine reine Schmerztherapie und nicht um eine Behandlung der zugrunde liegenden Arthrose handelt“, so Primar Kranewitter.

Dass diese spezialisierten Eingriffe in St. Johann möglich sind, ist auch der modernen technischen Ausstattung zu verdanken. Seit Herbst 2024 ist im BKH St. Johann eine neue Angiographie-Einheit mit Roboterarm im Einsatz, die höchste Präzision ermöglicht.

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Unter präziser Bildsteuerung wird ein feiner Katheder bis zu den betroffenen Gefäßen gebracht.

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