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Kitzbüheler Anzeiger
Margret Klausner
Das letzte juristische Kapitel rund um die Volksbefragung zum Thema Unterbürg ist geschlossen. Doch damit ist die eigentliche Frage nicht beantwortet: „Wie geht es weiter? Hält St. Johann trotz allem am Projekt fest oder ist es endgültig vom Tisch?

Streit ist entschieden, Problem nicht gelöst

Denn eines steht fest: St. Johann braucht Gewerbeflächen. Betriebe suchen Standorte, bestehende Unternehmen wollen wachsen, Arbeitsplätze sollen vor Ort bleiben. Wer die wirtschaftliche Entwicklung ernst nimmt, wird nicht daran vorbeikommen, Flächen zur Verfügung zu stellen.

Gleichzeitig hat der Konflikt um „Unterbürg“ gezeigt, dass der bisherige Weg an seine Grenzen stößt. Der Widerstand gegen die Verbauung landwirtschaftlicher Flächen wächst. Der Boden ist auch im Bezirk knapp geworden – und das Bewusstsein dafür ist gewachsen. Ein „weiter wie bisher“ wird es daher nicht spielen. Neue Gewerbeflächen lassen sich heute nicht mehr einfach ausweisen, ohne die Bevölkerung mitzunehmen. Umgekehrt wird es aber auch nicht funktionieren, jede Entwicklung zu blockieren. Wer Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung will, muss auch Platz dafür schaffen.

Die entscheidende Frage lautet daher: Wo sollen diese Flächen künftig entstehen? Am Ende wird es nicht reichen, nur gegen etwas zu sein. Ebenso wenig reicht es, nur für Wachstum zu argumentieren.

Gefragt ist ein gemeinsamer Weg.
Einer, der wirtschaftliche Entwicklung ermöglicht, ohne die Grundlage dafür zu zerstören. Nachverdichtung, bessere Nutzung bestehender Gewerbegebiete, interkommunale Lösungen – all das wird an Bedeutung gewinnen müssen.

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