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Kitzbüheler Anzeiger
Responsible Leadership Award Preisträger

Die Preisträger des Responsible Leadership Awards freuten sich mit Organisatoren und Ehrengästen über den gelungenen Auftakt des Gipfels.

Responsible Leadership Summit – Erster Gipfel wurde gestürmt

Es gab Zeiten, in denen man glaubte, die Erde sei eine Scheibe, über deren Rand man purzelt, wenn man nur lange genug Richtung Westen hält. Da war die Seefahrt noch ein Aufbruch ins Unbekannte. Schon damals fand man Menschen mit Visionen, die sich dennoch ans Ruder wagten und die Segel setzten. Eben weil sie auf eine bessere (auch finanziell bessere) Welt hofften. Ganz so viel Todesmut erfordert „Responsible Leadership“ – also nachhaltiges, verantwortungsbewusstes Führen – nicht, aber es braucht Visionen.

Wie diese ausschauen könnten, das führte der erste „Responsible Leadership Summit“ im Raiffeisen Haus in Oberndorf vor Augen. Denn Nachhaltigkeit hört nicht beim Recyclingpapier auf, es umfasst viele Bereiche – Umweltbewusstsein, soziale Verantwortung und wirtschaftliches Handeln. Diese Themen standen auch beim Gipfeltreffen in Oberndorf im Mittelpunkt. Rund 120 Unternehmer, Entscheider und Gestalter versammelten sich, um sich auszutauschen und innovative Projekte in die Auslage zu stellen.

Initiator Thomas Brandtner zum Responsible Leadership Summit

Dabei zeigte sich: Nachhaltigkeit ist kein herziges Kuschelkissen, sondern ein ernst zu nehmender Business-Case. Ökonom René Schmidpeter beleuchtete das Thema aus der gesamtwirtschaftlichen Sicht: „Wir kommen in eine neue Wirtschaftsepoche. Wir müssen ein nachhaltiges ökonomisches Konzept aufbauen.“ Während die große Weltbühne von immer heftigeren Erschütterungen heimgesucht wird, lässt sich auf der kleineren, regionalen Ebene viel erreichen. „Die gegenwärtigen Geschäftsmodelle sind unter Druck“, erläutert Schmidpeter. Schockstarre ist die falsche Strategie dagegen. „Wir brauchen ein neues Mindset – eine neue Art, zu denken.“

Das bedeutet, Zusammenhänge erkennen und entsprechend handeln. Es bedeutet, auch an die langfristigen Folgen zu denken, wenn man seine Handlungen setzt. Und es bedeutet, die ganze Region mitzuberücksichtigen.

Das klingt jetzt erst einmal viel verlangt, doch gerade der Summit zeigte schon viele praktische Beispiele aus der Region auf. Diese wurden im Rahmen von kleinen Diskussionsrunden vorgestellt.

LA Peter Seiwald über Nachhaltigkeit

Es tut sich schon viel auf diesem Gebiet
Mit an Bord war u.a. das Bezirkskrankenhaus St. Johann mit der Vision des österreichweit ersten „KI-Krankenhauses“ als Mehrwert für Patienten und Mitarbeiter, die Biologon GmbH in Hochfilzen, die sich stark für Nachhaltigkeit einsetzt, aber auch Betriebe wie die Skischule Scheffau (inklusiver Ansatz bei der Mitarbeitersuche) oder Christina Embacher vom Tech-Unternehmen „Aignostics“.

Simon Meinschad, Geschäftsführer von Hollu Systemhygiene, hielt auch gleich zu Beginn seines Vortrags fest: „Schluss mit der Nachhaltigkeitsromantik!“

Wer das Thema auf das ganze Unternehmen runterbrechen will, muss konsequent sein. Das bedeutet dann auch, dass Dinge, die nicht mehr in das nachhaltige Geschäftsmodell passen, beiseite geschoben werden.

Schließlich hatte auch noch die Künstliche Intelligenz „Daphne“ gemeinsam mit Patrick Bungard von Tetranomics ihren großen Auftritt. Sie zeigte in Echtzeit auf, wie man mittels „hybrider Intelligenz“ – eine Kombination der Stärken von Mensch und Maschine – nachhaltige Strategien für den Standort entwickeln kann. Und hier die gute Nachricht für den Bezirk: Alles, was Daphne beim Summit in Sachen Regionalentwicklung vorgeschlagen hat, wird schon längst umgesetzt bzw. ist in Planung.

LR Rene Zumtobel über Nachhaltigkeit

Auch LA Peter Seiwald ist überzeugt, dass Nachhaltigkeit mit ihren vielfältigen Aspekten bei den Unternehmern im Bezirk angekommen ist: „Nachhaltigkeit braucht jeder, vom Ein-Mann-Betrieb bis zum Unternehmen mit hunderten Mitarbeitern. Es hat sich in den letzten Jahren diesbezüglich sehr viel getan.“

Wie es in der nächst größeren Verwaltungseinheit, dem Land Tirol, ausschaut, brachte LR René Zumtobel auf den Punkt. „Wir haben in Tirol eine Nachhaltigkeits- und Klimastrategie, die immer für drei Jahre gilt. Aktuell haben wir da über 160 Maßnahmen, die in allen Bereichen umgesetzt werden. Die werden auch laufend überprüft. Es ist wichtig, dass alle an einem Strang ziehen. Wir brauchen vor allem diese Verbindung zu unserer Wirtschaft. Mich freut es sehr, wenn ich Unternehmer treffe, die sagen: ‚Ich habe mit Nachhaltigkeit nicht nur ein gutes Gefühl, sondern auch wirtschaftlichen Erfolg‘. Diese positiven Beispiele wollen wir nach außen tragen.“

Impressionen vom Responsible Leadership Summit 2026

Preisverleihung für positive Beispiele
Genau das ist das Ziel des „Responsible Leadership Summits“. Dieser wurde von der „Gemeinsinn KG“ rund um Thomas Brandtner ins Leben gerufen. „Der Summit hat deutlich gemacht, wie wertvoll der Austausch zwischen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft ist, um tragfähige Lösungen für Regionen zu entwickeln“, so Brandtner. Der Gipfel soll sich zu einem Fixpunkt entwickeln und noch weitere Kreise ziehen. Gleichzeitig wurden heuer bereits die ersten Responsible Leadership Awards vergeben. Rund 50 Einreichungen erreichten die Jury. Als Höhepunkt des ersten Summit wurden die Preisträger auf die Bühne geholt.

Die Gewinner beim Leadership Summit 2026


Noch mehr Bilder vom Responsible Leadership Summit 2026

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