
Region: Reloaded
Was ist ein Digital Asset? Ganz einfach gesagt: ein digitales Original, das nicht kopierbar ist. Thorsten Peisl vom Kitzbühel Digital Verein erklärt: „Wir besitzen Häuser, Autos, Uhren oder Bargeld. Damit jeder weiß, wem was gehört, haben wir Systeme erfunden: das Grundbuch für unser Grundstück, den Typenschein für das Auto oder den Tresor für die Familienerbstücke.
Bisher gab es im Internet jedoch ein Problem: Wenn Sie ein Foto oder ein Dokument per E-Mail verschicken, behalten Sie eine Kopie und der Empfänger bekommt eine Kopie. Man konnte bisher nichts ‚Digitales‘ wirklich besitzen, ohne dass es beliebig oft vervielfältigt werden kann. Digital Assets sind also ein digitales Stück Eigentum, das so sicher ist wie ein Eintrag im Grundbuch, aber so einfach zu verschicken wie eine SMS“
Diese nächste Generation des Besitzens durchdringt im Zuge der Digitalisierung alle Lebensbereiche. Für Kitzbühel als Premium-Destination mit internationalen Gästen stellt sie einen Standortvorteil dar, wenn man clever damit umzugehen weiß.
Vor diesem Hintergrund gibt es eine sehr gute Nachricht für die Region: der Kitzbühel Digital Verein und die „Digital Asset Association Austria“ (DAAA) gingen vor Kurzem eine Partnerschaft ein.
„Die DAAA ist ein österreichischer Zusammenschluss von Unternehmen und Experten, der zeigt, wie digitale Lösungen sicher, rechtlich sauber und wirtschaftlich sinnvoll im Geschäftsalltag eingesetzt werden können“, unterstreicht Peisl.
Alle Beteiligten zeigen sich begeistert über die Zusammenarbeit: „Diese Partnerschaft verbindet österreichweite Fachkompetenz mit regionaler Umsetzungskraft. Sie schafft direkten Zugang zu hochwertigem Digital-Asset-Wissen und stärkt die Einbindung der Region in zentrale Zukunftsthemen“, ist DAAA-Geschäftsführer Walter Mösenbacher überzeugt. Obmann Paul Pöltner ergänzt: „Wir freuen uns sehr über die Partnerschaft. Da stimmt einfach der Spirit: Persönlichkeiten, die etwas bewegen wollen.“
Entsprechend soll der Nutzen für die Region ein sehr konkreter sein. So wollen beide Organisationen u.a. jährlich eine öffentliche Digital-Asset-Veranstaltung in Kitzbühel anbieten.
Digitale Einkaufsgutscheine als Anwendungsfall in der Region
Ein erstes großes Projekt ist mit dem digitalen Einkaufsgutschein bereits in Bewegung. Im Zuge einer Veranstaltung rund um das Thema „Digitales Geld“ vernetzten sich vergangenes Jahr die heimischen Standortmarketings und loteten erste Perspektiven dafür aus, ob regionale Einkaufsgutscheine zusätzlich als digitale Währung angeboten werden könnten. Dies wäre als Ergänzung für die greifbare, klassische Variante gedacht. Der Kitzbühel Digital Verein gibt dabei Hilfestellung und Expertise.
Den aktuellen Stand umreißt Thorsten Peisl so: „Im ersten Schritt haben wir mit Brigit Gogl eine ausgezeichnete Projektleiterin engagieren können, die im Dialog mit Regions-, Orts- und Stadtmarketings aus sieben Gemeinden den aktuellen Stand von Gutschein-Systemen zusammenträgt und das Wissen für den Bezirk bündelt. Wir wollen verstehen, wo wir mit den bestehenden Lösungen stehen, was die Stärken sind, die vertieft werden sollten, was sind Schwächen, die man adressieren sollte, was sind aktuelle Grenzen?“
In einem zweiten Schritt lässt sich das umfassende Know-How der DAAA anzapfen. Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt: „Beispielsweise könnten digitale Gutscheine für den Gast schon vor der Ankunft bei uns im Ort Mehrwert generieren, dem Servicemitarbeiter Vorteile bzw. Rabatte bieten, um seinen Arbeitsaufenthalt attraktiver zu gestalten und diesen an Kitzbühel stärker binden, Cash-back-Mechanismen bzw gemeinnützige Vereinsförderung automatisiert beim Einkauf ermöglichen, ungenutzte Bestände aktiviert werden, oder einfach durch Geo-Tracking die Wanderung auf die Streif als Challenge mit Gutscheinen zum lokalen Einkauf einmalig belohnen. Die Möglichkeiten sind nahezu grenzenlos und deren Nutzen im Verhältnis zu den Kosten müssen weiter geprüft werden“, umreißt Thorsten Peisl.
Kitzbühels digitaler Zwilling, die Digitalstadt, wird
weiter ausgebaut
Mit der Digitalstadt hat Kitzbühel bekanntlich einen virtuellen Zwilling. Dieser soll in Kooperation mit dem Standortmarketing weiterentwickelt werden: Vorstellbar ist z.B., dass Betriebe kostenlose Präsentationsflächen in digitalen Schaufenstern erhalten, einzelne Produkte könnten als 3D-Objekte eingebunden werden.
Der Blick des Kitzbühel Digital Vereins geht noch weiter: Ein kommendes Event widmet sich der Frage, wie KI, Robotik und digitales Eigentum unsere Gesellschaft verändern werden. „Wir alle ahnen, dass Technologie unsere Gesellschaft grundlegend verändern wird – aber die wenigsten wissen genau wie“, sagt Peisl . Man wolle einen „gesunden Impuls“ setzen – und das mit möglichst vielen Menschen aus dem Bezirk. „Ziel ist es, Technologie nicht als Diktat zu erleben, sondern als Werkzeug.“
Interessierte sind eingeladen, bei einem der nächsten Mitgliedertreffen vorbeizuschauen

„Wir freuen uns sehr über die Partnerschaft. Da stimmt einfach der Spirit: Persönlichkeiten, die etwas bewegen wollen.“
Paul Pöltner (DAAA)