
Lisa Edenhauser und Patrick Wurzrainer erfassen mit KomKom die erworbenen Alltagskompetenzen.
Kulinarium: Zeigen, was man kann
Seit einigen Monaten setzt das inklusive Team im Kulinarium Kitzbühel die Methode „KomKom“ ein. Dabei können Menschen mit Behinderungen sichtbar machen, über welche Fertigkeiten sie verfügen und diese auch offiziell anerkennen lassen.
„Mir gefällt an KomKom, dass Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit haben einen offiziellen Abschluss zu machen“, erzählt Lisa Edenhauser, agogische Mitarbeiterin im Kulinarium Kitzbühel. Im inklusiven Gastronomiebetrieb des Diakoniewerks arbeiten neun Menschen mit Behinderungen bzw. Lernschwäche. Sie schneiden Gemüse, kochen verschiedene Gerichte, backen Kuchen, waschen das Geschirr ab und liefern die Speisen auch aus. Sie sind in alle Arbeitsprozesse in der Großküche eingebunden, ganz nach ihren Fähigkeiten. Ziel im Alltag ist jedoch auch, dass sie ihre Kompetenzen erweitern und Neues lernen können, wenn sie das möchten. KomKom, das Qualifizierungsprogramm von Chance B, hilft ihnen dabei. Mit einer einfachen App können sie die im Arbeitsalltag erworbenen Kompetenzen erfassen und auswerten.
Mit einem Zertifikat zum regulären Job
Das Besondere: Diese Qualifikationen wurden einem strengen Prüfungsverfahren unterzogen. Sie sind durch den Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR) zertifiziert. Menschen mit Behinderungen haben es meist schwerer, Zugang zum regulären Arbeitsmarkt zu bekommen. Oft fehlen ihnen formale Bildungsabschlüsse, um ihre Fähigkeiten nachzuweisen. Mit KomKom bietet sich eine neue Chance. Das Programm orientiert sich am dualen Ausbildungssystem in Österreich. Ähnlich wie bei einer Lehre arbeitet es eng mit Unternehmen zusammen. Die Teilnehmer erwerben ihre Qualifikationen während eines Arbeitstrainings. Die Idee ist, dass sie am Ende eine vollversicherte Arbeitsstelle in einem Partnerunternehmen erhalten oder auch eine Lehre beginnen können. „Großartig finde ich, dass die Menschen in ihrem Tempo lernen können. Es ist egal, ob sie es in einem halben Jahr schaffen oder fünf Jahre brauchen, um die Kompetenzen zu erwerben“, erklärt Edenhauser. Und: „Man lernt sich selbst einschätzen und sieht, was man inzwischen schon alles kann. Das ist einem oft gar nicht bewusst. Und man sieht auch, wo man noch Unterstützung braucht. Man kann ehrlich auf seine Fähigkeiten draufschauen“, ist Edenhauser von KomKom überzeugt.