
Tischlermeister Edi Reiterer hielt den Eremit im Transporter fest.
Franziskus und Eremit auf Kurzurlaub in Aurach
Die Mauernische oberhalb des Eingangsportals des Kirchleins, das auf dem Kniepass am Kitzbüheler Schattberg thront, ist der angestammte Platz der beiden Holz-Figuren. Wie lange sie dort oben schon beheimatet sind, das vermag in Kitzbühel niemand genau zu beantworten. „Vielleicht an die 100 oder 150 Jahre“, mutmaßen der Auracher Tischlermeister Edi Reiterer sowie der pensionierte Kitzbüheler Hauptschul-Direktor und Ersatzgemeinderat der Grünen, Georg Hechl. Er hat die Betreuung des Kitzbüheler Kleinods gemeinsam mit seiner Tochter Isabel vor mehr als 15 Jahren von Fini Sulzenbacher übernommen. Dabei wurde augenscheinlich, dass Regen, Schneefall, Hagel und Wind sowie Temperaturschwankungen den beiden historischen Holzfiguren im Laufe der Jahre schwer zugesetzt haben.

Die Holzfiguren werden für die Restaurierung von Bauhofleiter Michael Steixner fachgerecht abmontiert. Edi Reiterer, Hannes Feiersinger und Isabel Hechl schauten gespannt zu.
In Edi Reiterer fand er einen Handwerker, der sich auf die Bearbeitung von Holzfiguren versteht und sich der beiden Heiligenstatuen angenommen hat. Just zu den Eisheiligen-Tagen wurden sie durch den Bauhof-Chef Michael Steixner und seinen Mitarbeiter Hannes Feiersinger fachgerecht aus den Nischen abmontiert, in einen Transporter verfrachtet und in Reiterers Werkstatt nach Aurach befördert. Dort werden sie nun liebevoll restauriert. Vor allem der heilige Franziskus sei aufgrund von Feuchtigkeit schwer beschädigt, schildert Reiterer nach eingehender Begutachtung. Das Holz müsse trockenen, erst dann könne er weitere Schritte setzen.

Isabel Hechl mit dem lädierten heiligen Franziskus im Transporter.
Bis zum Patronizium, das Traditionsgemäß Anfang Juni stattfinden wird, würden die beiden Figuren nicht nur in neuem Glanz erstrahlen, sondern auch wieder an Ort und Stelle sein, verspricht der Auracher.
Kitzbüheler Kleinod auf dem Schattberg
Der Ursprung des kleinen Sakralbaues geht auf das Jahr 1735 zurück, in dem der Kitzbüheler Bürger und Hutmacher Franz Stitz ein Gelöbnis einlöste und von einer Wallfahrt nach Mariazell eine Kopie des dortigen Gnadenbildes zur Aufstellung mitgebracht hatte, ist in der Kitzbüheler Stadtzeitung in der Ausgabe vom Jänner 2008 zu erfahren. Erst 1844 wurde die Kapelle aus Stein in der heutigen Form erbaut. 1888 ließ die Stadtgemeinde neben der Kapelle eine Gaststätte errichten. Das Gasthaus war neben der Kapelle über Jahrzehnte ein beliebtes Ausflugsziel der Kitzbüheler Bevölkerung.
Die denkmalgeschützte Einsiedelei-Kapelle und das Gasthaus befinden sich im Eigentum der Stadtgemeinde.