
Martin Raffler, Leo Hölzl, Andrä Hölzl (hinten), Florian Obermoser und Dominik Gintsberger (vorne) sind Teil des Fanclubs „Garten Österreich“ und feuern die ÖFB-Stars stellvertretend für alle Fans aus der Bezirk an.
Fans aus dem Bezirk mitten im rot-weiß-roten WM-Abenteuer
Zu den vielen österreichischen Fußballfans, die derzeit bei der Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada unterwegs sind, zählen auch fünf Burschen aus dem Bezirk Kitzbühel. Sie sind Teil einer 14-köpfigen Freundesgruppe, die als offizieller ÖFB-Fanklub „Garten Österreich“ unterwegs ist und das Nationalteam bei den Gruppenspielen in Dallas und Kansas City begleitet. Dazwischen führt sie ein Roadtrip quer durch die USA – teilweise entlang der legendären Route 66 und mit vielen Eindrücken abseits der Stadien.
Der erste große Programmhöhepunkt wartete im Großraum Dallas. Dort traf Österreich im imposanten Stadium der Dallas Cowboys auf Argentinien. Der Spieltag begann für die rot-weiß-roten Fans früh. Um fünf Uhr hieß es Tagwache, ehe es bei großer Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit in Richtung Stadion ging. Spätestens beim gemeinsamen Fanmarsch wurde klar, dass die österreichischen Anhänger in Texas stark vertreten sind.
„Man ist auf einem anderen Kontinent und wandert mit tausenden österreichischen Fans Richtung Stadion.“
Martin Raffler, Initiator Fanclub
„Man merkt erst vor Ort, wie besonders so eine Reise ist. Man ist auf einem anderen Kontinent und wandert plötzlich mit tausenden österreichischen Fans in Rot-Weiß-Rot Richtung Stadion. Das sind schon Momente, die hängen bleiben“, schildert Martin Raffler aus Reith, einer der Initiatoren des Fanklubs.
Auch wenn das Ergebnis gegen Argentinien aus heimischer Sicht nicht nach Wunsch ausfiel, überwog beim Fanklub „Garten Österreich“ der Eindruck eines besonderen WM-Tages. Im Stadion wurde 90 Minuten lang gesungen, angefeuert und mitgefiebert. Zwar waren die argentinischen Fans zahlenmäßig klar in der Überzahl, stimmungsmäßig konnten die Österreicher aber mehr als nur mithalten.

Ein ganz besonderer Moment für die Fans war ein Treffen mit ÖFB-Star Christoph Baumgartner.
Fans treffen ÖFB-Star Christoph Baumgartner
Auch abseits der Spiele hat die Gruppe einiges zu erzählen. Am Vortag war es in einem Restaurant in der Innenstadt zu einem im Vorfeld vereinbarten Treffen mit dem verletzten Christoph Baumgartner, ÖFB-Präsident Josef Pröll und Bundeskanzler Christian Stocker gekommen. Für alle war das eine besondere Gelegenheit, mit Vertretern aus dem Umfeld des Nationalteams ins Gespräch zu kommen und abseits des großen WM-Trubels persönliche Eindrücke mitzunehmen.
Eine besonders lustige Szene entstand dabei durch die einheitlichen Fanklub-Shirts der Reisegruppe, da die Restaurantbelegschaft sie offenbar zunächst für Teile des Nationalteams hielt. „Sie haben uns gefragt, wo denn unser Coach sei“, erzählt Andrä Hölzl lachend.

Argentinische und österreichische Fans vor dem Spiel.
Nach dem Spieltag in Dallas ging es für die Gruppe auf die endlosen Straßen der Vereinigten Staaten. Die Route führte über die Wichita Mountains nach Oklahoma City und Tulsa, weiter zum Lake of the Ozarks und schließlich nach Kansas City.
Das Wunder von Kansas City
„Natürlich geht es in erster Linie um Österreich und die Spiele. Aber genau das Rundherum macht so eine Reise erst richtig besonders“, sagt Florian Obermoser. Leo Hölzl ergänzt: „Die USA sind riesig – und trotzdem trifft man auf dem Roadtrip dauernd irgendwo wieder Österreicher. Das ist schon ziemlich lässig.“
Was dann beim Match gegen Algerien passierte, war an Spannung nicht zu überbieten. Nach einem umkämpften Spiel saß der Schock tief, als das ÖFB Team durch den gegnerischen Führungstreffer in der 93. Minute auszuscheiden drohte. Umso euphorischer die Stimmung nach dem erneuten Ausgleich Sekunden vor Spielende. Österreich erreichte damit das Sechzehntelfinale und spielt gegen Spanien.
„Jetzt wünschen wir uns natürlich einen Sieg gegen Spanien und den Sprung unter die besten 16, damit wir Alaba, Arna und Co. weiter anfeuern können“, zeigt sich Dominik Gintsberger optimistisch.