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Kitzbüheler Anzeiger
Sassy Dankl

Sassy Dankl brauste im BE-Ski mit Sitzschale über die Hänge des Kitzbüheler Horns, gelenkt von Mama Elena Dankl, Chefin der Skischule Wagstätt in Jochberg.

Es war ein Skitag, der so viel Hoffnung gibt

Die Geschwindigkeit, das genussvolle Gleiten über weite und offene Hänge, das Gefühl von Freiheit – Skifahren versetzt bekanntlich in einen Zustand des vollkommenen Glücks.
Dieses Hochgefühl lässt sich auch von Menschen erleben, die auf Rollstuhl-Ski angewiesen sind. So geschehen bei einem „Skitag für alle“, der vor Kurzem am Kitzbüheler Horn in Zusammenarbeit mit der Bergbahn AG Kitzbühel, der Stadtgemeinde, Kitzbühel Tourismus und der Skischule Wagstätt aus Jochberg auf die Beine gestellt wurde – bereits zum zweiten Mal.

Mehr als „nur“ ein Tag am Berg
Für Sassy Dankl aus Jochberg sowie die 80 weiteren Teilnehmer mit Handicap samt ihren Betreuern bedeutete dieser Inklusions-Aktionstag jedoch so viel mehr, als „nur“ ein Tag am Berg bei Sonne und Frühlingsfirn. „Von hier geht eine ganz tiefe Kraft aus, die Hoffnung und Energie gibt“, schildert die 39-Jährige. „In den schwersten Stunden erwachen die Erinnerungen an diesen Tag und an das Gefühl, das man hatte, als man die Pisten
hinunterfuhr. Und plötzlich wird einem bewusst, dass Aufgeben keine Option ist“.

Der Wendepunkt trat vor zehn Jahren ein
Sassy Dankl saß nicht immer im Rollstuhl. Sie galt in jungen Jahren als Sporttalent, doch das Schicksal hat es nicht immer gut mit der gelernten Hotelkauffrau, geprüften Tennistrainerin, Ski- und Snowboardlehrerin gemeint.

Seit zehn Jahren durchlebt sie eine Odyssee aus niederschmetternden Diagnosen, gefährlichen Operationen, langen Reha-Aufenthalten und leider auch neuerlichen Rückschlägen – eingebettet in Verzweiflung und Hoffnung, Kampfgeist und Zuversicht, Freude, Ernüchterung, Angst und Traurigkeit. Von den behandelnden Ärzten teils schon aufgegeben, kämpft sie sich tapfer und mit eisernem Willen nach jedem Tiefschlag wieder ins Leben zurück.

„In schweren Stunden erinnert man sich daran und erkennt plötzlich, dass Aufgeben keine Option ist.“

Sassy Dankl, Teilnehmerin

„Gehirntumor“ lautete 2016 die erschütternde Diagnose. Im Jahr 2020 wurden zwei weitere Tumore im Kopf festgestellt, einer davon in einer Not-Operation entfernt. Die Folgen wogen schwer und gingen mit dem Verlust von Sprache und Motorik einher: Sassy musste das Sprechen, das Schreiben und das Gehen wieder neu erlernen.

Sassy Dankl

Sassy Dankl nach langer Chemotherapie wieder bei den Eltern im heimatlichen Jochberg.

Eine weitere Tumor-OP brachte die Lähmung der linken Körperhälfte mit sich – ein zweijähriger (!) Reha-Aufenthalt war notwendig, um das Gehen im Gehwagen neuerlich zu erlernen.

Lebensfreude durch Inklusionssport
Im Vorjahr schien sich die Jochbergerin langsam zu erholen. Sie saß im Rollstuhl, ein Arm war durch Parese noch nicht alltagstauglich, eigenständiges Gehen noch nicht möglich. Mittlerweile war sie in die Stiftung Pfennigparade nach München übersiedelt – eine Einrichtung mit betreutem Wohnen für Menschen mit Beeinträchtigung. Dort erkannte sie, dass Sport auch mit körperlichen Einschränkungen ausgeübt werden kann.

Sassy Dankl

Furchtlos: Mit dem Rollstuhl auf einem Spezialboard zum Stand-Up-Paddeln.

Beim Rollstuhl-Tennis, beim Schwimmen und beim Radfahren im Dreirad nahm sie die Herausforderungen an.

Mit einem schier unvorstellbar festen Willen schaffte Sassy es in der Kletterhalle sogar beeindruckende zwölf Meter die Wand hinauf und auch auf die Piste kehrte sie im BE-Ski mit Sitzschale wieder zurück, geführt von Mutter Elena Dankl, Chefin der Skischule Wagstätt, und Bruder Tobias. Kurzum: Der Tumor schien unter Kontrolle, die körperliche Verfassung auf dem Weg zur Besserung.

Sassy Dankl

Mit eisernem Willen kämpfte sich Sassy von ihrem neuerlichen Rückschlag zurück ins Leben. Seit Kurzem meistert sie sogar die ersten eigenen Schritte.

Heftiger Rückschlag vor einem Jahr
Bis das Schicksal erneut zuschlug. Im Frühjahr 2025 stellten Ärzte ein plötzliches massives Tumorwachstum fest. Eine weitere Operation stand im Raum. Danach wären beide Beine und ein Arm gelähmt gewesen, das konnten die Ärzte schon mit Sicherheit vorhersagen.

Sassy lehnte ab, beharrte auf eine Chemotherapie – und nahm den Kampf abermals auf. Mit Erfolg: Jetzt meistert sie schon ihre ersten eigenen Schritte im Hoch-Rollator.
Mut, Lachen und Lebensfreude habe ihre Tochter niemals verloren, beschreibt Mutter Elena dankbar. „Der Skitag für alle am Kitzbüheler Horn und die Unterstützung von allen Beteiligten haben ein großes Stück dazu beigetragen.“

Sassy Dankl

Der Skitag für alle am Kitzbüheler Horn - er hatte eine viel größere Bedeutung für Sassy Dankl, als "nur" ein Tag am Berg. Er gab ihr Kraft, Mut und Motivation, um den Kampf gegen die Krankheit erneut aufzunehmen.

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