
Bittere Schlussminuten: St. Johann verspielt Führung in Röthis
Lange sah es für den SK St. Johann nach einem wichtigen Auswärtssieg aus. Beim Gastspiel in Röthis brachte ein früher Elfmeter die Mannschaft von Trainer Norbert Frey bereits in der 14. Minute in Führung. Diesen knappen Vorsprung verteidigten die St. Johanner bis kurz vor Schluss, ehe die Gastgeber die Partie mit zwei späten Treffern doch noch drehten. Am Ende stand eine bittere 1:2-Niederlage, durch die auch St. Johann, ebenso wie Kitzbühel und Brixen, an diesem Wochenende ohne Punkte in den Bezirk zurückkehrte.
Dabei begann die Begegnung aus Sicht der Gäste durchaus vielversprechend. Nach 14 Minuten bekam St. Johann einen Elfmeter zugesprochen und nutzte die Gelegenheit zur frühen 1:0-Führung. Wer allerdings dachte, dass die Gäste dadurch die Kontrolle übernehmen würden, sah sich getäuscht. Röthis zeigte sich von Beginn an offensivfreudig und setzte die St. Johanner Defensive immer wieder unter Druck. Vor allem die schnellen Angreifer und das nachrückende offensive Mittelfeld bereiteten den Gästen große Schwierigkeiten.
„Der Gegner hat genau das gemacht, was ich erwartet habe. Mit seinen flinken Spitzen und dem offensiven Mittelfeld dahinter hat er uns in der eigenen Hälfte ganz schön Probleme bereitet“, erklärte Trainer Norbert Frey nach dem Schlusspfiff.
Eigentlich hatte sich St. Johann vorgenommen, nach dem Führungstreffer mehr Ballbesitz zu erarbeiten und das eigene Spiel durchzusetzen. Doch dieser Plan ging nur selten auf.

Röthis erhöht den Druck
Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig am Spielgeschehen. Die Gastgeber blieben die aktivere Mannschaft, während St. Johann hauptsächlich mit Defensivarbeit beschäftigt war. Besonders in der Offensive gelang es den Gästen kaum, für Entlastung zu sorgen. Die Bälle konnten vorne zu selten behauptet werden, wodurch Röthis immer wieder neue Angriffe starten konnte. „Wir haben vorne viel zu wenig Zugriff bekommen und die Bälle zu selten festmachen und behalten können, um anschließend selbst nachzudrücken“, analysierte Frey.
Die St. Johanner kämpften und verteidigten ihren knappen Vorsprung lange Zeit erfolgreich. Dass die Partie intensiv geführt wurde, zeigte sich auch bei den Verwarnungen: Gleich sechs Gelbe Karten gab es für die Gäste.
Zwei Gegentore in letzter Minute
Als die reguläre Spielzeit beinahe abgelaufen war, schien St. Johann die drei Punkte bereits in Reichweite zu haben. Doch in der 89. Minute gelang Röthis schließlich der Ausgleich zum 1:1. Die Gastgeber gaben sich damit allerdings nicht zufrieden. Angetrieben vom späten Treffer warfen sie noch einmal alles nach vorne und wurden tatsächlich belohnt. In der achten Minute der Nachspielzeit fiel das 2:1 – und damit die endgültige Entscheidung.
Für St. Johann war es ein besonders schmerzhafter Ausgang. Nach beinahe 90 Minuten in Führung musste die Mannschaft die Heimreise letztlich ohne einen einzigen Punkt antreten.

Frey erkennt verdienten Sieg an
Trotz der bitteren Schlussphase zeigte sich Norbert Frey nach dem Spiel selbstkritisch und erkannte die Leistung der Gastgeber an. „Wir mussten uns defensiv viel zu viel gegen die Angriffe wehren. Das haben wir eine Zeit lang gut gemacht, aber am Schluss hat der Gegner verdient mit 2:1 gewonnen“, so der Trainer. Vor allem der unbedingte Siegeswille der Röthner hatte Eindruck hinterlassen. „Die waren voller Power. Die wollten am Ende nicht nur das Unentschieden, sondern unbedingt auch den Sieg.“
Für St. Johann bleibt damit die Erkenntnis, dass eine frühe Führung allein nicht ausreicht. Um solche Spiele künftig erfolgreich über die Zeit zu bringen, braucht es mehr Ballbesitz, bessere Entlastung und vor allem mehr Durchschlagskraft in der Offensive. Denn wie schmerzhaft die letzten Minuten eines Fußballspiels sein können, mussten die St. Johanner in Röthis diesmal am eigenen Leib erfahren.