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Kitzbüheler Anzeiger
Fußball St. Johann vs Reichenau Regionalliga West

Sechs Tore im Koasastadion

Ein torreiches und bis zum Schluss spannendes Heimspiel bekamen die Zuschauer am Freitagabend im Koasastadion zu sehen. Der SK St. Johann empfing die SVG Reichenau. Gleich dreimal gingen die Hausherren in Führung, doch die Gäste fanden jedes Mal die passende Antwort. Am Ende trennten sich beide Mannschaften mit einem 3:3 Unentschieden. Für St. Johann war es ein Punktgewinn, der sich aufgrund des Spielverlaufs allerdings eher wie zwei verlorene Punkte anfühlte.

Die Mannschaft von Trainer Norbert Frey startete gut in die Begegnung und zeigte von Beginn an, dass sie die drei Punkte im Koasastadion behalten wollte. Bereits in der 12. Minute wurde der engagierte Beginn belohnt Afifeh spielte sich sehenswert nach vorne und erzielte die verdiente 1:0 Führung.

„Wenn man sich das erste Tor anschaut, das haben wir super herausgespielt. So wollen wir Fußball spielen, so stellen wir uns das vor“, zeigte sich Frey nach dem Spiel mit dem Auftakt seiner Mannschaft zufrieden.

Die Freude über die frühe Führung hielt allerdings nicht lange an. Nur sechs Minuten später nutzte Reichenau eine Unachtsamkeit in der St. Johanner Defensive und stellte in der 18. Minute auf 1:1. Ein Gegentreffer, der aus Sicht des Trainers durchaus vermeidbar gewesen wäre. Frey sprach nach der Partie von einem „billigen, einfachen Fehler“, bei dem die Absprache nicht gepasst habe.

St. Johann schlägt erneut zurück
Die Hausherren ließen sich vom schnellen Ausgleich jedoch nicht aus dem Konzept bringen. St. Johann suchte weiterhin den Weg nach vorne und belohnte sich in der 33. Minute ein zweites Mal. Nach einem gelungenen Angriff fiel das 2:1 und damit die erneute Führung für die Gastgeber.

Mit diesem Vorsprung ging es auch in die Halbzeitpause. Zu diesem Zeitpunkt hatte St. Johann vieles von dem gezeigt, was sich Trainer Frey von seiner Mannschaft erwartet: mutigen Fußball, gute Angriffe und den Willen, das Spiel selbst in die Hand zu nehmen. Gleichzeitig verpassten es die Hausherren, aus ihren guten Phasen noch mehr Kapital zu schlagen und die Führung weiter auszubauen.

Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich die Partie zunehmend zu einem offenen Schlagabtausch. Reichenau kam besser ins Spiel und St. Johann verlor etwas von dem Zugriff, den man in der ersten Hälfte noch gehabt hatte. In der 56. Minute schlugen die Innsbrucker schließlich erneut zu und glichen zum zweiten Mal an diesem Abend aus.

Doch wieder hatte St. Johann die richtige Antwort parat und diesmal dauerte sie gerade einmal drei Minuten. In der 59. Minute trat Afifeh zum Strafstoß an und versenkte den Ball im gegnerischen Tor. Mit seinem zweiten Treffer an diesem Abend brachte er die Hausherren zum dritten Mal in Führung und sorgte für das 3:2.

Fußball St. Johann vs Reichenau Regionalliga West

Reichenau kommt ein drittes Mal zurück
In der 81. Minute war es dann so weit und die Gäste erzielten zum dritten Mal den Ausgleich und stellten auf 3:3. Dieses Ergebnis sollte gleichzeitig den Endstand bedeuten. Nach einer Partie mit sechs Treffern mussten sich beide Mannschaften mit jeweils einem Punkt zufriedengeben.

Bei St. Johann überwog nach dem Schlusspfiff verständlicherweise der Ärger darüber, eine dreimalige Führung nicht in einen Sieg umgemünzt zu haben. „Wenn man zuhause gegen einen Gegner spielt, der in der Tabelle in unserer Nähe ist, und dreimal in Führung ist, dann gibt es die Fußballweisheit, dass du das Spiel nicht mehr hergibst“, erklärte Frey. Die Praxis habe an diesem Abend jedoch anders ausgesehen.

„Wir hätten uns natürlich drei Punkte vorgestellt“, so der Trainer weiter. Vor allem in der zweiten Halbzeit habe seine Mannschaft zunehmend den Zugriff auf die Begegnung verloren. Dadurch sei irgendwann absehbar gewesen, dass man um die drei Punkte noch einmal bangen müsse.
„In dieser Liga werden Nachlässigkeiten bitter bestraft“

Als entscheidenden Punkt sah Frey vor allem die fehlende Konsequenz in wichtigen Situationen. Seine Mannschaft schaffe es immer wieder, gute Angriffe herauszuspielen, belohne sich dafür aber noch zu selten. Auf der anderen Seite würden Fehler in der Westliga von den Gegnern konsequent ausgenutzt.

Fußball St. Johann vs Reichenau Regionalliga West

„Wir spielen einen guten Fußball, aber in dieser Liga werden gewisse Nachlässigkeiten bitter bestraft“, erklärte Frey. Mannschaften, die bereits seit Jahren auf diesem Niveau spielen, seien in solchen Situationen oftmals noch „geschickter und cleverer“.

Trotz der Enttäuschung über die verpassten drei Punkte nimmt der St.-Johann-Trainer auch einiges Positives aus dem Spiel mit. Vor allem über weite Strecken zeigte seine Mannschaft, dass sie spielerisch durchaus mithalten kann. „Natürlich können wir auf die guten 65 Minuten aufbauen. Die Jungs wollen und das sieht man“, betonte Frey.

Gleichzeitig weiß man im Lager der St. Johanner, woran in den kommenden Wochen gearbeitet werden muss. Gute Möglichkeiten müssen vor dem gegnerischen Tor konsequenter ausgespielt und eigene Fehler reduziert werden. Denn viele Chancen, so Frey, bekomme man in dieser Liga nicht und Nachlässigkeiten würden meist sofort bestraft.

Bereits am kommenden Freitag wartet die nächste Herausforderung. Dann trifft St. Johann auf die WSG Juniors. Einen besonderen „Masterplan“ brauche es laut Frey dafür nicht. Vielmehr gehe es darum, die guten Phasen aus dem Reichenau Spiel mitzunehmen und über die gesamte Spielzeit konzentriert zu bleiben.

Nach dem 3:3 gegen Reichenau bleibt somit ein zwiespältiges Gefühl: St. Johann zeigte über weite Strecken guten Fußball und ging dreimal in Führung, musste am Ende aber dennoch mit einem Punkt vorliebnehmen. Gegen die WSG Juniors soll nun der nächste Schritt folgen und die gute Leistung diesmal auch mit dem entsprechenden Ergebnis belohnt werden.

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