
Gundula Hendrich im 69. Lebensjahr verstorben
Durch die Wahl der Kirchengemeinde übernahm im Herbst 2002 erstmals seit der Gründung im Jahr 1968 eine Frau die Leitung der ev. Gemeinde. Es war eine glückliche Wahl, denn Gundula Hendrich erfüllte ihre Aufgabe mit großem Einsatz, aber nach außen unspektakulär. Immer verband sie Stärke und stille Würde.
Für Flüchtlinge und Jugendliche
Schwerpunkte waren die Ökumene, der unauffällige Einsatz für Flüchtlinge, besonders am Bürglkopf, und die Begleitung junger Menschen bei der Konfirmation und im Religionsunterricht an Pflicht- und höheren Schulen. Sie brachte immer eine große Weite an Perspektiven ein und verfolgte einen wertschätzenden, sensiblen Umgang mit Kindern und Jugendlichen.
Die Pfarrerin brachte Wissen und Erfahrung, aber auch viel Heiterkeit und Fröhlichkeit ein, wo sie sich bestimmt, unauffällig, aber erfolgreich einbrachte.
Als die Pfarrerin im Dezember 2023 von ihrer Aufgabe entpflichtet wurde, war sie gesundheitlich schon angeschlagen. Nach langem Leiden ist sie nach der umsichtigen Betreuung im Altenwohnheim im 69. Lebensjahr verstorben. Der Abschiedsgottesdienst in der Christuskirche wurde von Pfarrer Werner Geisselbrecht aus Innsbruck geleitetet. Superintendent Oliver Dantine zeigte den ungewöhnlichen Lebensweg der Seelsorgerin auf. Bürgermeister Dr. Klaus Winkler dankte im Namen der Bevölkerung und Mag. Harald Rupert erinnerte an die lange wertschätzende ökumenische Zusammenarbeit. Begraben wurde die Pfarrerin im neuen Friedhof in St. Johann.
Germanistik und Theologie
Der Lebensweg von Gundula Hendrich zeigt den Einsatz einer engagierten Frau. Sie kam 1957 in München zur Welt. In ihrer Heimatgemeinde Hameln arbeitete sie früh ehrenamtlich in der Evangelischen Jugend mit. Ihre Liebe zur Sprache führte sie zum Studium der Germanistik und zeigte sich später in ihren gehaltvollen Predigten.
Vor allem der sozial-diakonische Auftrag der Kirche führte sie zum Zweitstudium Theologie. In Frankfurt am Main leitete sie Deutschkurse für Flüchtlinge, dann übernahm sie dort das Vikariat in einer Gemeinde mit sozialem Brennpunkt.
Ungewöhnlich war ihre Entscheidung für ein eineinhalbjähriges Vikariat in Istanbul. Dort erlebte sie die Ökumene in einer pulsierenden Stadt und eignete sie sich interkulturelle Kompetenz an. Nach der Rückkehr entschied sie sich für einen Wechsel in die Evangelische Kirche in Österreich und bewarb sich um die Pfarrstelle an der Christuskirche in Kitzbühel, die den Unterricht an den Gymnasien in St. Johann und Wörgl und an Pflichtschulen sowie regelmäßige Gottesdienste in St. Johann einschloss.
Pfarrerin Hendrich hat ihre Aufgabe glaubwürdig erfüllt und wird vielen Menschen in dankbarer Erinnerung bleiben.