
Eine Ausbildung mit Zukunft
Vor rund 60 Jahren war die „Weitau“ jene Schule, in der meist zukünftige Bäuerinnen innerhalb eines Jahres das Führen eines Haushalts erlernten. Auch Baby- und Altenpflege standen damals auf dem Stundenplan – allerdings vor allem für den Hausgebrauch. Sechs Jahrzehnte später ist aus der ehemaligen Haushaltungsschule die „Fachschule für Betriebs- und Haushaltsmanagement“ (BMH) geworden. Noch bis 27. Februar können sich interessierte Schüler anmelden.
In der dreijährigen Schule erwerben die rund 120 Schüler – einige Burschen sind ebenfalls dabei – jene Kenntnisse und Fertigkeiten, die sie befähigen, selbstständig auch einen Betrieb, etwa im Tourismus, zu führen. Die Ausbildung an der Weitau ist heute vielseitig, praxisnah und eng an die Anforderungen des modernen Arbeitslebens angepasst.
Wirtschaftliche Entwicklungen und Zukunftschancen werden ebenso thematisiert wie unternehmerisches Denken. Erfolgreiche Projekte wie das „Weitauer Bauernladl“ oder Praktika im Ausland unterstreichen die starke Praxisorientierung der Schule.
Ab dem zweiten Schuljahr wählen die Schülerinnen und Schüler zwischen den Schwerpunkten „Gesundheit und Soziales“ und „Agrotourismus“, erklärt BMH-Leiterin Marlene Margreiter. Der Schwerpunkt „Agrotourismus“ bietet unter anderem die Möglichkeit, die Ausbildung zum diplomierten Käsekenner zu absolvieren und vermittelt Einblicke in Almwirtschaft, Obstbau, Bienenkunde und Stallmanagement. Im Bereich „Gesundheit und Soziales“ erfolgt eine gezielte Vorbereitung auf verschiedene Pflegeberufe; zudem kann die Ausbildung zur Assistenzkraft für Kindergartenpädagogik abgeschlossen werden. Margreiter betont, wie breit gefächert das Ausbildungsangebot ist: Neben Kochen, Servieren und professionellen Reinigungstechniken stehen auch Englisch, Informatik und Buchhaltung auf dem Stundenplan.
Kooperation mit dem Medicubus
Seit dem Schuljahr 2022/23 besteht zudem eine Kooperation mit der Pflegeschule MEDICUBUS in St. Johann. Zusätzlich zur Facharbeiterqualifikation im ländlichen Betriebs- und Haushaltsmanagement kann innerhalb der dreijährigen Schulzeit die Zusatzausbildung zur Pflegeassistenz absolviert werden. Im Anschluss ist lediglich noch ein halbes Jahr Ausbildung am MEDICUBUS erforderlich.
Diese Zusatzausbildung besuchen derzeit auch die beiden Freundinnen Lilly Trixl und Sophia Sammer. Beide wollten schon immer die „Weitau“ besuchen, und der Berufswunsch Krankenschwester stand früh fest. Entsprechend begeistert zeigen sie sich von der Ausbildung, die sie in ihrem Ziel bestärkt. „Ich würde die Schule jederzeit wieder wählen“, betont Lilly, die sich bereits auf die Studienberechtigungsprüfung vorbereitet. Schon im kommenden Jahr möchten die beiden ihr Bachelorstudium beginnen – das notwendige Rüstzeug dafür haben sie sich in der BMH geholt.
Ausbildung für Arbeit in einem Kindergarten
Einen anderen Weg schlägt die Kössenerin Johanna Aufhammer-Straif ein. Die kinderliebende junge Frau entschied sich für die Zusatzausbildung zur Kindergartenassistenz. Hier kooperiert die Weitau mit dem WIFI. Neben der theoretischen Ausbildung konnte Johanna bereits praktische Erfahrungen im Kindergarten sammeln. Sie plant, ihre Ausbildung fortzusetzen und möchte in Bischofshofen den Aufbaulehrgang für Kindergartenpädagogik besuchen.
Auch wenn sich einige Schüler schon früh klar für ihren Weg entscheiden, freut sich Marlene Margreiter vor allem über die Vielseitigkeit der Ausbildung: „Unseren Absolventen stehen viele berufliche Möglichkeiten offen – auch dann, wenn sie sich später neu orientieren.“
Weitere Informationen zu den Ausbildungszweigen der Landwirtschaftlichen Lehranstalt Weitau – darunter weiterhin auch der Zweig Pferdewirtschaft sowie die Landwirtschaftliche Fachschule – sind unter https://lla-stjohann.tsn.at abrufbar. Dort können auch die Anmeldeunterlagen heruntergeladen werden.