
GC Kitzbühel sucht den nächsten Golf-Champion
Der Golfclub Kitzbühel will wieder verstärkt in die Zukunft investieren – und die heißt Nachwuchs. Präsident Martin Kerscher, Sportwart Juppi Koidl und Clubmanagerin Maria Lettner haben sich ein klares Ziel gesetzt: Mehr Kinder und Jugendliche aus Kitzbühel und der Region sollen für den Golfsport begeistert werden. Dahinter steckt weit mehr als ein neues Freizeitangebot. Der Club will Talente entdecken, fördern und jungen Menschen zugleich Freude an Bewegung, Natur und Gemeinschaft vermitteln.
Golf war früher ein Familiensport
Dass der Golfsport in Kitzbühel eine große Geschichte hat, daran erinnert Präsident Martin Kerscher gerne. Der Golfclub sei über viele Jahre hinweg sportlich eine feste Größe gewesen. „Wir hatten hier früher eine starke Jugend, aus der richtig gute Spieler hervorgegangen sind“, sagt er. Nicht zuletzt die frühere Driving Range direkt beim Clubhaus habe dafür gesorgt, dass Kinder ganz selbstverständlich mit dem Sport in Berührung kamen. Während die Eltern trainierten oder spielten, waren auch die Kinder mit dabei und wollten irgendwann selbst zum Schläger greifen.
Mit dem Umbau des Platzes vor 20 Jahren habe sich vieles verändert. Die Anlage wurde moderner und hochwertiger, gleichzeitig sei aber ein wichtiger niederschwelliger Einstieg für den Nachwuchs verloren gegangen. „Das haben wir im Nachhinein schon gemerkt“, sagt Kerscher. Der Platz sei heute in einem ausgezeichneten Zustand, doch im Jugendbereich wolle man nun bewusst wieder aufholen.
„Wir wollen nicht nur einen schönen Platz haben, sondern auch wieder eine starke Jugend.“
Martin Kerscher, Präsident GC Kitzbühel
Genau hier setzt das neue Konzept an. Gemeinsam mit der Golfsport Academy am Stanglwirt und deren Leiter Ulf Wendling baut der Golfclub Kitzbühel ein ganzjähriges Trainingsangebot auf. Trainiert wird im Sommer draußen, im Winter indoor.
Dazu kommen organisierte Trainingsgruppen – vom Anfänger bis zum fortgeschrittenen Nachwuchsspieler. Wichtig ist den Verantwortlichen dabei, dass die Hürde für den Einstieg möglichst klein bleibt. „Wir wollen Kinder für den Sport begeistern und die Hemmschwelle senken“, betont Sportwart Juppi Koidl. Das Angebot richte sich nicht nur an Mitglieder des Golfclubs. Angesprochen seien ausdrücklich auch Kinder und Jugendliche aus der gesamten Umgebung, die Golf einfach einmal ausprobieren möchten. Ein erster Schritt dazu ist der Tag der offenen Tür am Sonntag, 19. April.
Tag der offenen Tür am 19. April
Der Club versteht seine Nachwuchsarbeit dabei nicht als Konkurrenz zu anderen Vereinen in der Region. Vielmehr gehe es darum, das sportliche Angebot in Kitzbühel sinnvoll zu ergänzen.
Dass Golf oft noch mit alten Klischees kämpft, ist den Initiatoren bewusst. „Viele haben noch immer ein veraltetes Bild im Kopf“, sagt Clubmanagerin Maria Lettner. Dabei sei Golf längst ein moderner, anspruchsvoller und sehr vielseitiger Sport. Neben Technik und Koordination spielen auch Athletik und mentale Stärke eine große Rolle. Gleichzeitig sei Golf ein Sport, den Kinder, Jugendliche und Familien gemeinsam erleben können.
Dabei liegt den dreien besonders am Herzen, dass der Einstieg für Familien leistbar bleibt. „Es soll nicht an den Kosten scheitern“, lautet die klare Botschaft von Präsident Kerscher.
Dazu kommt ein weiterer Aspekt, der den Verantwortlichen wichtig ist: Kinder sollen raus in die Natur, weg vom Handy und hinein in ein Umfeld, in dem Bewegung, Konzentration und soziale Kontakte ganz selbstverständlich zusammengehören.
„Nachwuchsarbeit ist eine Kernaufgabe unseres Clubs. Vom Anfänger bis zum Profi – jeder ist willkommen.“
Juppi Koidl, Sportwart GC Kitzbühel
Auch organisatorisch will es der Club Eltern so einfach wie möglich machen. Geplant ist, dass sich die Gruppen zunächst in Kitzbühel treffen und anschließend gesammelt zu den Trainingseinheiten weiterfahren.
Nachwuchsförderung als zentrale Aufgabe
Der Aufwand für Familien soll überschaubar bleiben. Für einen symbolischen Betrag von nur 150 Euro Jahresgebühr profitiert der Nachwuchs von der Infrastruktur und der Trainerkompetenz.
Für Koidl ist die Sache klar: Nachwuchsarbeit ist keine Nebenaufgabe, sondern ein Kernauftrag des Clubs. Ziel sei es, Kinder Schritt für Schritt so weit zu bringen, dass sie Freude am Spiel entwickeln – und vielleicht später auch erste Turniere bestreiten. Ob am Ende tatsächlich der nächste große Kitzbüheler Golf-Champion daraus entsteht, könne niemand garantieren. Aber der Wille, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, ist deutlich spürbar.