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Kitzbüheler Anzeiger
Freeride World Tour Fieberbrunn

Fieberbrunn: Seit 20 Jahren im Contest-Fieber

Wer an die Freeride World Tour denkt kommt nicht an Markus Kogler vorbei. Er begleitet die FWT Fieberbrunn seit der ersten Stunde und ist selbst leidenschaftlicher Freerider. Im Interview mit uns sprach er über die Entwicklung des Events, seinen Bezug zur Szene und die Zukunft des Sports.

Nicole: Was genau ist deine Funktion bei der Freeride World Tour – in Fieberbrunn und generell?

Markus: Also generell bin ich der Head of Safety und der Headguide, das bedeutet, dass ich im Endeffekt für alles zuständig bin, das oben am Berg passiert. Nebenbei bin ich der Geschäftsführer der Fun Connection Sommersportschule/Spielplatzbau, dort bin ich für die Ideenfindung und Koordination zuständig. Mein beruflicher Tätigkeitsbereich lässt sich prima mit meiner Funktion als TVB Obmann kombinieren, wo ich meine Liebe zur Region bei vielseitigen, touristischen Angelegenheiten ausleben kann.

In Fieberbrunn hat Freeriden schon lange einen großen Stellenwert und die Region war eigentlich immer ein Vorreiter in diesem Bereich – woran liegt das?

In erster Linie haben wir einfach ein top Freeridegebiet. Die Topografie macht das Gebiet rund um den Wildseeloder schon zu etwas ganz Besonderem. Mit einer Hangneigung von bis zu 70 Grad und einem Renngelände, das sich über 620 Höhenmeter erstreckt, ist Fieberbrunn sicherlich kein Spaziergang, selbst für erfahrene Athleten. Dazu kommt, dass der Ort definitiv ein Hotspot für den Sport ist, demnach hat sich die Position innerhalb der World Tour über die Jahre so entwickelt.

Die wichtigsten Zutaten für einen idealen Austragungsort sind Freunde, die zusammenkommen, ein abwechslungsreiches Gelände und eine generelle Dynamik, etwas auf die Beine stellen zu wollen.

Markus Kogler mit Marcel Hirscher

Der erste Bewerb war 2004 der Big Mountain, inzwischen ist Fieberbrunn Teil der FWT. Wie hast du die Entwicklung miterlebt?

Uns war es ein sehr großes Anliegen, unsere „Selfmade“-Bewerbe von Anfang an so professionell wie möglich aufzuziehen, dadurch wurde die World Tour auf uns aufmerksam. 2008 hatten wir dann die Chance, den ersten gemeinsamen Bewerb zu organisieren, was wirklich ein großer Erfolg war. Seitdem hat sich sowohl Fieberbrunn als Veranstalter, als auch die Freeride World Tour selbst sehr stark weiterentwickelt und wir freuen uns auf alles, was in den nächsten Jahren so kommt.

Heuer fand zum ersten Mal eine offizielle WM statt, demnächst soll Freeriden sogar olympisch werden. Wie findest du diese Entwicklung?

Das ist genau das Richtige für den Sport. Im Juni sollten wir den Zuschlag für Olympia bekommen. Die nächsten Winterspiele werden 2030 in Frankreich stattfinden, darauf sind wir bereits sehr gespannt und wir fiebern sehr darauf hin.

Wird es vielleicht auch einmal eine WM in Fieberbrunn geben?

Warum nicht? Wir schließen wirklich nichts aus und ziehen auch diese Entwicklung in Erwägung, jedoch kann man zum jetzigen Zeitpunkt keine genauen Angaben über den weiteren Verlauf des Sports und die dazugehörigen Veranstaltungspläne machen. Das sollte man auf sich zukommen lassen.

Generell: Wie hat sich die Freeride-Szene in den letzten Jahren entwickelt?

Da hat sich schon einiges getan. Man kann auf jeden Fall beobachten, wie der Sport an Popularität zugenommen hat, was uns als Veranstalter natürlich wahnsinnig freut. Inzwischen sind in allen Disziplinen um die 2500 Fahrer registriert und auch bei den Qualifiern ist der Andrang sehr groß.

In Österreich tut sich in der Szene grundsätzlich viel, bei den OpenFaces gibt es mittlerweile neun FWQ und auch die Junior Events boomen. Dabei können wir stolz sagen, dass Fieberbrunn maßgeblich an diesen Entwicklungen beteiligt ist.

Mittelschule Fieberbrunn Freeriden

Wie wird Freeriden sich in Zukunft verändern?

Das ist gar nicht so einfach zu beantworten. Veränderungen sind natürlich nie komplett auszuschließen, allerdings ist der Sport – gleich wie die Rennstrecken – schwer einzuschätzen, weshalb Prognosen zum aktuellen Zeitpunkt schwierig sind.

Warum setzt Fieberbrunn und das Pillerseetal so stark auf das Thema Freeriden, was bringt das für die Region?

Selbstverständlich muss man sich eingestehen, dass das Freeriden an sich natürlich nur eine sportliche Nische darstellt, das ist für unser Engagement allerdings eher nebensächlich. Denn auch wenn die Plattform und der Bekanntheitsgrad des Sports nicht die größten sind, stellt es doch in gewisser Weise ein „High-End“-Produkt beim Skifahren dar.

Dort wo man gut Freeriden kann, kann man selbstverständlich auch super Skifahren. Das schafft eine positive Verbindung zum Skigebiet und verhilft uns zu internationaler Bekanntheit durch die ausführliche Berichterstattung, die wir sonst nicht einfach so auftreiben könnten.

Wie wichtig ist das Thema Sicherheit im Rahmen der Freeride World Tour bzw. generell im Freeride-Sport? Glaubst du, dass sich die Athleten gut genug auskennen?

Sicherheit hat bei der Veranstaltung, aber auch beim Freeriden im privaten Rahmen einen sehr großen Stellenwert. Dass sich die Athleten der Risiken bewusst sind und auch dementsprechend agieren kann man meiner Meinung nach eindeutig erkennen.

Über die letzten Jahre hat sich das Equipment stetig verbessert und auch das Bewusstsein für das Thema hat sich ohne jeden Zweifel bei allen Sportlern etabliert. Die Freerider sind top ausgerüstet und können mit dem Material gut umgehen.

Was fasziniert dich persönlich am Freeriden? Was sind deine Top-Spots?

Wenn man nur für sich allein am Berg sein, sich auf seine Fähigkeiten verlassen und immer wieder Neues entdecken kann, dann finde ich das ein unbeschreibliches Gefühl. Es gibt nichts Schöneres, als am Gipfel zu stehen und den Sonnenaufgang zu beobachten. Als Top-Spot muss ich definitiv den Wildseeloder nennen, neben dem klaren Heimvorteil ist er einfach ein geiler Berg, der immer für eine Überraschung gut ist!

Freeride World Tour Fieberbrunn

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