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Wafler wieder auf der Siegerstraße
Tim Wafler ist zurück auf der Siegerstraße. Nach einem schweren Sturz bei der Tour of Austria am 10.Juli, der den Ströck-Athleten für rund zwei Wochen außer Gefecht setzte, feierte der Bahnrad-Spezialist ein beeindruckendes Comeback. Innerhalb von nur acht Tagen absolvierte Wafler zuletzt sechs Renntage auf der Bahn, holte sich den österreichischen Staatsmeistertitel im Scratch und feierte zudem einen UCI-Sieg beim Grand Prix in Prešov (SVK).
Die Folgen des Sturzes waren dabei nicht zu unterschätzen: Eine gebrochene Rippe, großflächige Abschürfungen, ein massives Hämatom an der Hüfte und eine geprellte Schulter machten dem 24-Jährigen lange zu schaffen.
„Ich würde sagen, das war mein bisher schwerster Sturz mit dem Rad. Obwohl ich regelmäßig verschiedenste Therapien beim Leistungssport Austria gemacht habe, waren vor allem die Nächte mühsam und schmerzhaft. Erst nachdem das Hämatom an der Hüfte punktiert wurde, wurde es langsam besser“, schildert Wafler die schwierige Zeit nach dem Unfall.
Überraschung bei den Staatsmeisterschaften
Die österreichischen Staatsmeisterschaften auf der Bahn in Linz wollte Wafler ursprünglich sogar auslassen. Zu groß waren die Zweifel nach der langen Trainingspause.
„Ich wollte die Staatsmeisterschaften eigentlich auslassen. Ich hatte zwei Wochen so gut wie gar nichts machen können und erst eine gute Woche vor der Meisterschaft wieder mit dem Training begonnen. Die ersten Tage waren auch eher nur Bewegungstherapie, weil mir vor allem die gebrochene Rippe zu schaffen machte.“
Doch es kam anders als erwartet. Gleich im ersten Bewerb der Staatsmeisterschaften, dem Scratch, sorgte der ehemalige Vize-Europameister in dieser Disziplin für eine Überraschung. Mit einem Rundengewinn sicherte sich Wafler den Staatsmeistertitel.
„Der Titel war schon etwas Besonderes, weil ich mir nicht gedacht hatte, dass ich auch nur den Funken einer Chance habe. Meine Mitstreiter Kokas und Fugger kamen direkt von der U23-Europameisterschaft, jeweils mit einer Goldmedaille im Gepäck“, so Wafler über seinen überraschenden Erfolg.

Sechs Top-5-Platzierungen in Prešov
Viel Zeit zum Verschnaufen blieb allerdings nicht. Nur zwei Tage nach den Staatsmeisterschaften ging es für den Heeressportler zum dreitägigen Grand Prix nach Prešov in der Slowakei. Auf der 300-Meter-Betonbahn im Osten des Landes präsentierte sich Wafler erneut stark.
Neben seinem Sieg im Punkterennen und Platz vier im Omnium sammelte der Ströck-Athlet insgesamt sechs Top-5-Platzierungen und unterstrich damit, dass der Staatsmeistertitel in Linz kein Zufall war.
Sechs Renntage in acht Tagen
Doch selbst nach dem erfolgreichen Wochenende in Prešov stand noch keine Pause auf dem Programm. Nach einem weiteren Reisetag ging es bereits zum nächsten UCI-Meeting nach Budapest.
Dort machte sich die enorme Belastung schließlich bemerkbar.
„In Budapest habe ich es dann schon ordentlich gespürt. Innerhalb von acht Tagen gleich sechs Renntage zu haben, war mit der Vorgeschichte jedenfalls am Limit. Dazu kommt, dass ich statt richtiger Regeneration die Kilometer im Auto gesammelt habe“, erzählt Wafler.
Trotz der Müdigkeit konnte der Ströck-Athlet auch in Budapest gute Ergebnisse bei einem stark besetzten Meeting einfahren: Zwei vierte Plätze, ein sechster und ein siebenter Rang standen am Ende zu Buche und bei 3 von 4 Bewerben ließ Wafler den kanadischen Ex-Weltmeister Dylan Bibic sogar hinter sich..
„Ausgezahlt hat sich die Reise nach Ungarn trotzdem. Immerhin konnte ich in Budapest mit meinen Platzierungen knapp 230 Punkte holen und in Summe waren es in den 8 Tagen 756 UCI-Punkte. Diese Punkte sind einerseits für die WM Quali sehr wichtig und werden mich auch im internationalen Ranking wieder ein Stück nach vorne bringen werden“, zieht Wafler ein durchwegs positives Resümee.
Nach dem schweren Rückschlag bei der Tour of Austria ist damit die sportliche Antwort eindrucksvoll gelungen: Staatsmeistertitel, UCI-Sieg und zahlreiche Top-Platzierungen innerhalb weniger Tage. Nach einer kurzen Erholungs- bzw. Regenerationsphase geht’s nun darum die Qualifikation für die UCI Bahn WM in Shanghai (Chi) endgültig zu fixieren, denn in 56 Tagen beginnt diese bereits.