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Kitzbüheler Anzeiger
Kitzbüheler Sommerkonzert

Russische Klassik und Kabarett begeistern Kitzbühel

Ein bis auf den letzten Platz gefüllter Saal, große Kammermusik und die pointierten Beiträge von Florian Scheuba machten den Abend zu einem besonderen Finale der diesjährigen Kitzbüheler Sommerkonzerte. Ein spannendes Konzept, das mit Standing-Ovations belohnt wurde.

„Kulturelle Brücken statt Kunst-Boykott“ – unter diesem Gedanken stand ein Programm, das angesichts des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine durchaus politisch verstanden werden durfte. Der Blick richtete sich bewusst auf das große kulturelle Erbe Russlands und auf eine Kunst, die politische Grenzen und Ideologien überdauert.

Für diese musikalischen Antworten sorgten Martin Kubik und Katharina Engelbrecht an den Violinen, Herbert Lindsberger an der Viola sowie Marcus Pouget am Violoncello.

Gemeinsam spannten sie einen weiten musikalischen Bogen von Ludwig van Beethoven und Joseph Haydn bis zu Alexander Borodin, Alexander Glasunow und Pjotr Iljitsch Tschaikowski.
Besonders eindrucksvoll gerieten die Begegnungen mit der russischen Kammermusik.

Borodins lyrisches zweites Streichquartett, Glasunows farbenreiche „Fünf Noveletten“ und Tschaikowskis erstes Streichquartett ließen eine musikalische Welt entstehen, die weit entfernt war von den politischen Schlagzeilen der Gegenwart.

Zwischen Musik und pointiertem Kabarett
Dazwischen setzte Florian Scheuba seine sprachlichen Kontrapunkte. Der vielfach ausgezeichnete Kabarettist und Autor nahm mit gewohnt scharfem Blick Propaganda, politische Erzählungen und deren Widersprüche ins Visier.

Gerade das Wechselspiel zwischen seinen pointierten Betrachtungen und der Musik verlieh dem Abend seinen besonderen Charakter: Der Blick richtet sich bereits nach vorne: 2027 steht ein besonderes Jubiläum bevor – dann gehen die Kitzbüheler Sommerkonzerte zum 50. Mal über die Bühne.

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