
Vier Teenager, eine Band – und große Ziele
Kurz vor ihrem Auftritt auf der Hauptbühne bei „Lang & Klang“ in St. Johann wirken sie erstaunlich entspannt. Stella, 14, aus St. Johann, Eva, 13, aus Fieberbrunn, Leo, 14, aus Ellmau und Cy, 15, aus St. Johann, stehen mit ihren Freundinnen und Freunden vor der Bühne, plaudern und scherzen. Von Nervosität ist kaum etwas zu merken.
Wenige Minuten später betreten die vier gemeinsam die Bühne und legen los, als gäbe es in diesem Moment nichts anderes. Bunte Lichter, Nebel und das große The-Greets-Banner im Hintergrund, davor vier Jugendliche, die vom ersten Song an Vollgas geben und das Publikum zum Mitmachen animieren. Schnell kommt gute Stimmung auf dem Platz auf. Viele Gleichaltrige fiebern vor der Bühne mit, einige tragen bereits Shirts der Band. Genau solche Konzerte mögen „The Greets“ am liebsten: wenn die Leute nach vorne kommen, mitsingen, mitmachen und die Energie zwischen Bühne und Publikum sofort überspringt.

Leo sucht bei seinem Auftritt die Nähe zum Publikum und sorgt für Stimmung vor der Bühne.
Von der ersten Idee zur festen Band
Die Idee zu einer Band hatten ursprünglich Cy und Stella. Sie wollten gemeinsam Musik machen und suchten nach weiteren Mitgliedern, Eva und Leo kamen dazu. Zwischenzeitlich war Leo nicht dabei und eine Sängerin übernahm den Gesang, seit rund zwei Jahren sind die vier nun aber fest in dieser Formation zusammen.
Wenn es nach ihnen geht, soll das auch so bleiben. Auch der Bandname hat seine eigene Geschichte. Cy hatte schon Jahre zuvor eine Fantasiefigur gezeichnet, eine Kreatur aus seinen Gedanken, die er „Greet“ nannte. Als später ein Name für die Band gesucht wurde, brachte er genau diesen Vorschlag ein. Die vier stimmten ab und „The Greets“ waren geboren.
Dass alle schon früh zur Musik gefunden haben, ist kein Zufall. Vor allem ihre Väter haben dabei eine wichtige Rolle gespielt. Eva hörte schon als kleines Kind ihrem Vater beim Musizieren zu und fieberte begeistert mit. Sie begann zunächst mit der Gitarre und nimmt darin bis heute Unterricht an der Musikschule. Für „The Greets“ wechselte sie schließlich zum Bass. Stella hatte sogar schon mit drei Jahren eine Gitarre in der Hand. Auch ihr Vater macht selbst Musik und unterstützt sie bis heute tatkräftig. Cy liebte Musik ebenfalls von klein auf, lernte an der Musikschule Klavier und Schlagzeug und konzentriert sich mittlerweile ganz auf das Schlagzeug. Bei Leo war Rockmusik praktisch von Anfang an präsent. In der Après-Ski-Bar nebenan bekam er sie regelmäßig zu hören und tanzte schon als Kind dazu. Unterricht hatte er unter anderem in Akkordeon, Trompete und Klavier. Heute bringt er sich vieles rund um Musik und Gesang selbst bei, unter anderem über Social Media.
Je mehr Publikum, desto mehr Bauchkribbeln
Der erste gemeinsame Auftritt führte „The Greets“ in die Musikschule St. Johann, später folgten unter anderem die Alte Gerberei und die Homebase. Mittlerweile stehen rund 35 Auftritte auf ihrer gemeinsamen Liste. Ein besonderer Moment war für alle vier das Stadtfest in Wörgl 2025. Viel Publikum, großartige Stimmung und erstmals dieses Gefühl, dass mit der Band noch einiges möglich sein könnte.
Auch der Fasching 2026 in St. Johann ist ihnen besonders in Erinnerung geblieben. Ganz verschwunden ist das Lampenfieber trotzdem nicht. Je größer das Publikum, desto stärker ist auch das Bauchkribbeln. Sind viele bekannte Gesichter da, legt sich die Nervosität hingegen schnell, weil die Atmosphäre vertrauter wirkt. Besonders hilfreich sind die Freunde, die vor der Bühne schon einmal Grimassen schneiden und damit für Entspannung sorgen. Neben dem Freundeskreis sind vor allem die Eltern die größten Unterstützer der jungen Band. Auch in der Schule werden die vier mittlerweile erkannt, und Autogrammwünsche gehören bereits dazu, teilweise auf Stirn oder anderen Körperstellen.
Bislang besteht das Programm überwiegend aus englischsprachigen Covers, langfristig soll sich das aber ändern.

„The Greets“ genießen nach ihrem Auftritt die Stimmung mit dem Publikum am St. Johanner Hauptplatz.
Vom Coversong zum eigenen Sound
„The Greets“ wollen eigene Stücke schreiben und irgendwann ausschließlich ihre eigene Musik spielen. Ihr Ziel ist klar: Sie wollen nicht wie andere Bands klingen, sondern etwas Eigenständiges entwickeln. Einen gemeinsam komponierten Song gibt es bereits. Neue Ideen entstehen oft ganz ungeplant während der Probe. In einer Pause wird es ruhig, jemand beginnt eine Melodie zu spielen und die anderen steigen ein. Stück für Stück entwickelt sich daraus etwas Gemeinsames. Auch ihre Heimatregion könnte künftig stärker in die Musik einfließen. Persönliche Erlebnisse, das Aufwachsen in Tirol und alles, was die vier umgibt, bieten genügend Stoff für eigene Songs.
Fragt man nach der Zukunft, müssen die vier nicht lange überlegen. Alle können sich vorstellen, später Berufsmusiker zu werden, am liebsten gemeinsam mit „The Greets“. Man merkt schnell, wie sehr sie für dieses Vorhaben brennen.
Der ganz große Traum wäre ein Konzert im Wembley-Stadion. Bis es so weit ist, gäbe es aber auch in der Heimat schon eine Bühne, auf der sie sehr gerne spielen würden: bei der Eröffnung des neuen Koasastadions.
Geeigneter Proberaum gesucht
Was ihnen derzeit allerdings fehlt, ist ein geeigneter Proberaum. Ideal wäre ein Raum in St. Johann, in dem die Instrumente dauerhaft stehen bleiben können und zusätzlich eine kleine Ecke zum Zusammensitzen und Komponieren Platz hat. Auch eine gemeinsame Nutzung mit einer anderen Band wäre für die vier denkbar.
Wer einen geeigneten Raum kennt oder den jungen Talenten einen Proberaum zur Verfügung stellen könnte, kann sich gerne bei „The Greets“ melden.