
Das Streichquintett brachte mit Haydn viel Emotionen in die Pfarrkirche nach Hopfgarten.
Musik erfüllt den Brixentaler Dom
Obmann Albin Ritsch eröffnete den Konzertabend und hieß neben den Musikern auch Pfarrer Theo Mairhofer, Ehrenobmann Nikolaus Erber und die zahlreichen Gäste willkommen. Ein besonderer Dank ging an Ramón Jaffé, der dem Kammermusikfest seit 32 Jahren als künstlerischer Leiter verbunden ist.
Bürgermeister Paul Sieberer stellte seine Begrüßung unter ein bekanntes Zitat Friedrich Nietzsches: „Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.“ In einer Zeit, in der in der Welt viel los sei, sei es ein Glück, in einer Gegend mit so viel Grün leben zu dürfen. Kunst und Musik böten die Möglichkeit, aufzutanken. Sieberer dankte dem Verein rund um Albin Ritsch und seinem Team dafür, das Kammermusikfest Jahr für Jahr möglich zu machen.
Die Metzler Orgel erfüllt die Kirche
Kaum waren die Begrüßungen beendet, ertönten die ersten Töne der Metzler-Orgel und erfüllten das gut besetzte Gotteshaus. Die imposante Orgel im Brixentaler Dom nahm beim Eröffnungskonzert eine besondere Rolle ein. An den Tasten saß erstmals beim Kammermusikfest der Dresdner Kreuzorganist Holger Gehring.
Der Abend trug den Titel „Emotionen“ und genau diese Vielfalt spiegelte das Programm wider. Den Auftakt bildete Carl Philipp Emanuel Bachs „Aus der Tiefe rufe ich“ für Orgel solo.
Es folgte eine besondere Begegnung von Violoncello und Orgel. Ramón Jaffé und Holger Gehring interpretierten vier Sätze aus Johann Sebastian Bachs dritter Cellosuite in der Bearbeitung von Robert Schumann.
Mit Joseph Haydns Orgelkonzert Nr. 2 in D-Dur kam schließlich das gesamte Ensemble zusammen. Bis zur Pause musizierten die Künstler oben auf der Empore rund um die Metzler Orgel. Mit dabei war auch Alexandra Lechner am Kontrabass, die einzige Frau im Ensemble. Der volle Klang von Orgel und Streichern breitete sich eindrucksvoll im gesamten Kirchenraum aus.

Albin Ritsch bei seiner Eröffnungsrede.
Von der Empore in den Kirchenraum
Nach der Pause wechselte nicht nur das Werk, sondern auch der Ort des musikalischen Geschehens. Die Streicher musizierten nun unten im Kirchenraum.
Mit Johannes Brahms’ Streichquintett Nr. 2 in G-Dur gehörte der zweite Teil Arkadi Marasch und Alexander Lifland an den Violinen, Peter Bársony und Samuel Sedano Sainz an den Violen sowie Ramón Jaffé am Violoncello. Die unmittelbare Nähe zum Publikum verlieh dem Konzert noch einmal einen anderen Charakter und machte die unterschiedlichen Klangfarben des Abends besonders erlebbar.
Die Verbindung aus mächtigem Orgelklang, fein abgestimmter Kammermusik und der besonderen Akustik der Pfarrkirche sorgte für einen musikalischen Genuss.
Generationenklänge zum Abschluss
Am Ende gab es tosenden Applaus. Ramón Jaffé war die Freude über den gelungenen Auftakt deutlich anzusehen. Das Lächeln wich ihm beim Schlussapplaus kaum mehr aus dem Gesicht.
Das Kammermusikfest wird in den kommenden Tagen fortgesetzt. Einen besonderen Abschluss verspricht Freitag, 4. September, um 19.30 Uhr in der Salvena Hopfgarten.
Unter dem Titel „Von Barock bis Jazz“ reicht der musikalische Bogen von Jean-Baptiste Barrière über Max Bruch und Gabriel Fauré bis Astor Piazzolla und Claude Bolling.
Dabei kommt es auch zu einer familiären musikalischen Begegnung: Ramón Jaffé steht gemeinsam mit seiner Tochter Serafina Jaffé an der Harfe auf der Bühne. Damit wird das diesjährige Festivalmotto „Generationenklänge“ auf besonders persönliche Weise hörbar.

Musiker, Organisationsteam, Bürgermeister Paul Sieberer und Kulturreferent Anil Doenmez