
Kaiserlicher Auftakt in der Kaiserblick Arena: Reith entscheidet Derby für sich
Sonntag, 11 Uhr, strahlend blauer Himmel und ein Bezirksderby zwischen Reith und Going, alles war angerichtet für den perfekten Fußballvormittag.
Zum Auftakt der neuen Saison in der 1. Gebietsliga Ost empfing der FC Reith den SC Going in der Kaiserblick Arena. Kaiserlich war dabei nicht nur das Wetter, sondern vor allem die Leistung der Hausherren in der ersten Hälfte.
Für beide Mannschaften war es der erste echte Gradmesser nach der Vorbereitung. Während Florian Schatz beim FC Reith zahlreiche Neuzugänge in seine Mannschaft integrieren muss, setzt Patrick Hechl in Going auf eine junge und motivierte Truppe.
Dass ein Derby zum Saisonstart seine ganz eigenen Gesetze hat, war auch Reith-Trainer Schatz bewusst: „Das wichtigste Fazit ist, dass wir mit drei Punkten in die Saison gestartet sind, vor allem bei einem Derby. Wir wussten, dass es nicht einfach wird. Zudem haben wir viele Neuzugänge und es ist ein Prozess, bis die Mannschaft richtig zusammenfindet.“

Zwei Minuten bringen Reith auf die Siegerstraße
Auf dem Platz übernahm Reith von Beginn an das Kommando und versuchte, der Partie seinen Stempel aufzudrücken. Going hielt mit Einsatz dagegen, musste an diesem Vormittag allerdings auch auf einige Spieler verzichten.
Lange blieb der Spielstand offen, ehe die Hausherren innerhalb von nur zwei Minuten gleich doppelt zuschlugen.
In der 35. Minute war Alessandro Kovacevic zur Stelle und brachte den FC Reith mit 1:0 in Führung. Going hatte den ersten Treffer noch kaum verarbeitet, da schlug Kovacevic bereits zum zweiten Mal zu. Nur zwei Minuten später krönte er sich zum Doppeltorschütze und stellte auf 2:0.
Für die Gäste kam es unmittelbar vor der Pause noch bitterer. In der Nachspielzeit des ersten Durchgangs trat Mert Baydar zum Freistoß an und erhöhte auf 3:0. Reith ging damit mit einer komfortablen Führung in die Kabine.
Trotz des deutlichen Rückstands wollte Going Trainer Patrick Hechl seiner Mannschaft den Einsatz nicht absprechen: „Die Einstellung und der Einsatz der Mannschaft haben gepasst, jeder hat bis zum Schluss alles gegeben. Man hat aber auch gesehen, dass unsere Abläufe noch nicht in allen Bereichen sitzen.“

Going-Trainer Patrick Hechl
Auch auf der anderen Seite wollte man sich vom deutlichen Zwischenstand nicht blenden lassen. Trotz der drei Tore sah Schatz genügend Bereiche, in denen seine Mannschaft noch Entwicklungspotenzial hat.
„Wir haben absolut noch sehr viele Hausaufgaben zu erledigen, aber ich glaube, das macht das Ganze auch spannend. Es gilt auch, die Neuzugänge komplett zu integrieren."
Going zeigt nach der Pause ein anderes Gesicht
Wer nach dem 3:0 zur Pause bereits mit einer Vorentscheidung gerechnet hatte, sah zu Beginn der zweiten Hälfte zunächst ein anderes Bild. Patrick Hechl fand in der Kabine offenbar die richtigen Worte, denn Going kam mit deutlich mehr Druck und Entschlossenheit zurück auf den Platz.
Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Bereits in der 50. Minute gelang den Gästen der Anschlusstreffer zum 3:1.
Going arbeitete weiter, investierte viel und versuchte, noch einmal Spannung in das Bezirksderby zu bringen. Reith hielt jedoch dagegen und ließ keinen weiteren Treffer mehr zu. So blieb es am Ende beim 3:1 für die Hausherren.
Für Hechl war die Niederlage kein Grund, den Saisonstart grundsätzlich negativ zu bewerten. „Natürlich hätten wir uns zum Auftakt ein anderes Ergebnis gewünscht. Trotzdem haben wir phasenweise gute Ansätze gezeigt. Es haben einige Spieler urlaubsbedingt gefehlt, das soll aber keine Ausrede sein. Wir müssen die Niederlage annehmen, daraus lernen und nächste Woche wieder voll angreifen.“

Reith-Trainer Florian Schatz
Vor allem an den Abläufen innerhalb seiner jungen Mannschaft möchte der Going-Coach in den kommenden Wochen weiter feilen: „Da müssen wir im Training weiterarbeiten, damit wir als Mannschaft noch eingespielter werden.“
Auf Reither Seite überwog hingegen die Freude über einen gelungenen Auftakt. Gleichzeitig weiß Schatz, dass die drei Punkte erst der Anfang eines längeren Entwicklungsprozesses sind: „Von dem her sind wir zumindest mit den drei Punkten gut gestartet und darauf können wir aufbauen.“
Zwei Mannschaften, zwei Wege und klare Ziele
So unterschiedlich die Gefühlslage nach dem Schlusspfiff auch war, beide Trainer richten den Blick bereits auf die kommenden Wochen und Monate.
Going möchte die junge Mannschaft Schritt für Schritt weiterentwickeln und sich über die Saison hinweg stabilisieren.
„Wir wollen uns als Mannschaft Schritt für Schritt weiterentwickeln und in jedem Spiel das Maximum herausholen. Wenn wir unsere Leistung konstant steigern, werden auch die Ergebnisse kommen. Unser Ziel ist es, eine gute und stabile Saison zu spielen“, erklärt Hechl.
Dabei soll eine Mannschaft entstehen, mit der sich auch die Anhänger identifizieren können. „Die Fans dürfen sich auf eine junge, motivierte Mannschaft freuen, die immer alles für den Verein geben wird. Wir wollen ehrlichen, engagierten Fußball zeigen und hoffen, dass uns die Zuschauer auch in schwierigen Phasen so gut unterstützen.“
Beim Derby-Sieger aus Reith sind die sportlichen Ambitionen etwas konkreter formuliert. Schatz möchte seine Mannschaft im oberen Bereich der Tabelle etablieren.„Das Ziel ist schon, sich im oberen Drittel zu platzieren.“
Doch für den Reith-Trainer geht es in dieser Saison nicht nur um Tabellenplätze und Ergebnisse. Er möchte auch die Art und Weise, wie seine Mannschaft Fußball spielt, weiterentwickeln und damit im besten Fall wieder mehr Menschen in die Kaiserblick Arena locken.
„Mein persönliches Ziel ist es aber auch, bei der spielerischen Variante zuzulegen und dem Reither Publikum einen Fußball zu bieten, natürlich mit vielen Toren, damit mehr Zuschauer kommen und der Fußballplatz wieder ein Treffpunkt wird.“
Der Fußballplatz soll damit nicht nur Schauplatz für 90 Minuten Fußball sein, sondern wieder stärker zum Treffpunkt für Reith werden. „Ich hoffe, dass das auch honoriert wird und es zu einer netten Zusammenkunft der gesamten Dorfgemeinschaft wird“, so Schatz.
Der erste Schritt dafür ist jedenfalls gemacht. Drei Tore, drei Punkte und ein Derbysieg vor heimischer Kulisse, der FC Reith startet erfolgreich in die neue Saison. Going hingegen muss die erste Niederlage hinnehmen, zeigte aber insbesondere nach der Pause eine Reaktion, auf der Patrick Hechl und seine Mannschaft aufbauen können.
Und so lieferte dieser sonnige Sonntagvormittag bereits zum Auftakt vieles von dem, was sich beide Trainer für die kommenden Monate wünschen: Emotionen, Tore, Einsatz und einen Fußballplatz als Treffpunkt für die Region.