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Kitzbüheler Anzeiger
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Bezirkssprecher Matthias Schroll (Grüne) und LA Zeliha Arslan orten Versorgungslücken auch im Bezirk Kitzbühel.

Grüne kritisieren fehlende Versorgung von Frauen

Im Rahmen des Internationalen Frauentags haben die Tiroler Grünen den gesamten März zum Frauenmonat erklärt. Im Zentrum stand heuer ein besonders dringliches Thema: die Frauengesundheit. Aus Sicht der Grünen besteht hier in Tirol weiterhin großer Aufholbedarf, insbesondere in den Regionen.

„Tirol ist für viele Frauen und Mädchen nach wie vor ein harter Boden. In vielen Bereichen hinken wir im österreichweiten Vergleich hinterher – sei es bei der Teilzeitquote, fehlenden Kinderbetreuungsangeboten oder der Altersarmut von Frauen. Gleichstellung ist kein Nischenthema, sondern eine Frage der Gerechtigkeit“, betonte die Frauensprecherin der Tiroler Grünen, LA Zeliha Arslan bei ihrem Besuch in St. Johann.

Frauen mit geringem Einkommen betroffen

Ein zentrales Problem orten die Grünen in der medizinischen Versorgung: In ganz Tirol stehen Frauen und Mädchen ab 15 Jahren lediglich 27 Gynäkologen mit Kassenvertrag zur Verfügung. Im Schnitt kommen damit rund 12.500 Frauen auf eine Kassenordination. Von einer flächendeckenden Versorgung könne daher keine Rede sein. Gerade Frauen mit geringem Einkommen seien besonders betroffen, da sie oft mit langen Wartezeiten konfrontiert seien oder gar keinen Zugang zu medizinischer Betreuung hätten.
Neben der Versorgung sehen die Grünen auch große Defizite in der Aufklärung. Viele Frauen würden mit ihren Beschwerden noch immer nicht ernst genommen. Dabei handle es sich nicht um Einzelfälle, sondern um ein strukturelles Problem, betonen Arslan und Bezirkssprecher Matthias Schroll.

Im Bezirk Kitzbühel nur zwei Kassenstellen

Besonders deutlich zeige sich die Situation im Bezirk Kitzbühel. Hier stehen 29.642 Frauen und Mädchen über 15 Jahren lediglich zwei Kassen-Gynäkologen gegenüber, so die Grünen. Damit sei eine Kassenordination im Schnitt für 14.821 Frauen zuständig und liegt damit deutlich über dem Tiroler Durchschnitt von 12.530. Zwar gebe es im Bezirk zehn private gynäkologische Praxen, diese seien jedoch für viele Frauen finanziell nicht leistbar. Im Tirol-Vergleich zählt der Bezirk damit zu den Schlusslichtern, lediglich Innsbruck-Land, Kufstein und Schwaz weisen eine noch schlechtere Versorgung auf.

„Diese Zahlen zeigen schwarz auf weiß: Wir haben im Bezirk Kitzbühel eine massive Unterversorgung im Bereich der Frauengesundheit“, erklärt Schroll. Es gäbe zwar Angebote, diese stünden jedoch oft nur jenen zur Verfügung, die sie sich leisten könnten. Das könne nicht der Anspruch eines solidarischen Gesundheitssystems sein.

Gynäkologische Kassenstellen

Die Tiroler Grünen fordern daher einen Ausbau der gynäkologischen Kassenstellen, insbesondere in ländlichen Regionen. Gleichzeitig brauche es eine bessere Kostenübernahme bei Wahlärzten sowie gezielte Angebote für sozial benachteiligte Frauen. Auch die Aufklärung über Frauengesundheit in allen Lebensphasen müsse verstärkt werden, ebenso wie niederschwellige Informations- und Beratungsangebote direkt vor Ort. „Gynäkologische Versorgung darf nicht von der Geldbörse abhängen. Jede Frau im Bezirk hat das Recht auf eine gute, wohnortnahe und vor allem leistbare medizinische Betreuung“, betont Schroll.

„Frauengesundheit geht alle etwas an“

Abschließend halten Arslan und Schroll fest: „Frauengesundheit geht uns alle etwas an. Es kann nicht sein, dass dieser Bereich weiterhin so stiefmütterlich behandelt wird – wir brauchen jetzt endlich mehr Kassenstellen und echte Verbesserungen für die Frauen in unserer Region.“

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