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Kitzbüheler Anzeiger
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Die Schützen bei der traditionellen Grabwahe

Das „Heilige Grab“ in St. Johann erstrahlt wieder

Wenn beim Auferstehungsgottesdienst am Ostersamstag die farbigen Kugeln rund um das „Heilige Grab“ leuchten und die Auferstehung Jesu mittels eines eigens konstruierten Mechanismus dargestellt wird, ist das für viele Gläubige ein besonderer Moment. Möglich wird dieses eindrucksvolle Schauspiel jedoch erst durch den Einsatz zahlreicher Freiwilliger, die Jahr für Jahr nach dem Palmsonntag den aufwendigen Kulissenaltar in stundenlanger Arbeit errichten.

Ein wesentlicher Bestandteil der Tradition ist auch die Beteiligung der Schützen der Feller Kompanie. Sie halten während der Osterfeiertage Mahnwachen und übernehmen am Karsamstag – von neun bis zwölf Uhr sowie am Nachmittag bis zum Auferstehungsgottesdienst – die stille Wache beim Grab. Diese jahrhundertealte Praxis gilt als Ausdruck tiefer Glaubenstreue und verleiht der Karwoche eine besondere Würde.

Zweitgrößtes Ostergrab Tirol
Das St. Johanner „Heilige Grab“ zählt zu den eindrucksvollsten seiner Art in Tirol und ist das zweitgrößte im Bundesland. Geschaffen wurde es von Josef Arnold dem Älteren. Mit einer Höhe von elf Metern und einer Breite von 9,62 Metern nimmt die Kulisse nahezu den gesamten Altarraum ein. Ursprünglich wurde das Grab rund um 1820 anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Kirche in Auftrag gegeben.
Über Jahrzehnte hinweg war das Bauwerk jedoch verschwunden: Es lagerte auf der Empore und wurde aus unbekannten Gründen nicht mehr aufgestellt. Erst vor rund 15 Jahren wurden insgesamt 19 Teile durch Carl Hofinger wiederentdeckt. Da alle Elemente erhalten waren, konnte eine umfassende Restaurierung erfolgen. Diese schlug mit rund 80.000 Euro zu Buche und wurde in Zusammenarbeit mit Gemeinde, Land und Bundesdenkmalamt umgesetzt. Heute ist das Grab mit rund 200.000 Euro versichert.

25 freiwillige Helfer
Seit der Wiederherstellung wird das „Heilige Grab“ jährlich zur Karwoche aufgebaut. Rund 25 freiwillige Helfer sind dafür im Einsatz. Unter der Leitung von Günther Huber und Karl Berktold wurde die monumentale Konstruktion auch heuer wieder errichtet – mithilfe eines Flaschenzugs und unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Mehr als 50 einzelne Kulissenteile fügen sich dabei zu einer beeindruckenden Gesamtkomposition zusammen.

Zu sehen ist das „Heilige Grab“ bis zum Dienstag nach Ostern. Danach wird es wieder sorgfältig abgebaut und bis zum nächsten Osterfest aufbewahrt – bereit, auch in Zukunft ein besonderes Zeichen gelebter Tradition und Glaubenskultur in St. Johann zu setzen.

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