
Beatrix Mitterweissacher (Obfrau Literaturverein St. Johann), Autor Norbert Gstrein, Gabi Pinsker (Obfrau-Stv. Literaturverein St. Johann) und Literaturwissenschaftler Klaus Zeyringe (von links).
29. September 2026
Helden sucht man hier vergeblich
Es war ein gelungenes Wiedersehen: Drei Jahre nach ihrem ersten gemeinsamen Abend kehrten Autor Norbert Gstrein und Literaturwissenschaftler Klaus Zeyringer auf Einladung des Literaturvereins Lesewelt St.Johann in Tirol in den vollbesetzten Saal der Alten Gerberei zurück.
Gstrein, der nur wenige Tage zuvor mit dem Siegfried-Lenz-Preis 2026 ausgezeichnet worden war, stellte seinen aktuellen Roman „Im ersten Licht“ vor. Darin führt er mit der Hauptfigur Adrian zurück in die Zeit des Ersten Weltkriegs und beschäftigt sich mit Erinnerung, Schuld und der Frage, wie Krieg und Gewalt Menschen prägen.
Der Erste Weltkrieg als Ausgangspunk
Gstrein erzählte von längeren Aufenthalten in London und seinen Besuchen in englischen Buchhandlungen. Dort sei ihm immer wieder aufgefallen, wie präsent der Erste Weltkrieg – „The Great War“ – bis heute ist. Besonders beschäftigt habe ihn das Bild sehr junger Männer, die kaum ihrer Kindheit entwachsen aus den Schützengräben hinaus in das Maschinengewehr geschickt wurden. In Österreich und Deutschland, so Gstrein, werde der Blick auf den Ersten Weltkrieg stark durch die Verbrechen des Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg überlagert.
Literatur ohne einfache Antworten
Im Gespräch ging es auch um Gstreins Figuren. „Ich bin gewissermaßen stolz auf meine fragwürdigen Charaktere“, erklärte der Autor. Statt eindeutiger Helden interessieren ihn Menschen mit Schwächen und Widersprüchen. Damit führte der Abend zu einer zentralen Frage des Romans: Wie hätten wir selbst im Krieg gehandelt? Feinsinnige Fragen, kluge Antworten und eine gute Portion Humor machten den Abend zu einem besonderen Literaturerlebnis, das mit viel Applaus belohnt wurde.
Gstrein, der nur wenige Tage zuvor mit dem Siegfried-Lenz-Preis 2026 ausgezeichnet worden war, stellte seinen aktuellen Roman „Im ersten Licht“ vor. Darin führt er mit der Hauptfigur Adrian zurück in die Zeit des Ersten Weltkriegs und beschäftigt sich mit Erinnerung, Schuld und der Frage, wie Krieg und Gewalt Menschen prägen.
Der Erste Weltkrieg als Ausgangspunk
Gstrein erzählte von längeren Aufenthalten in London und seinen Besuchen in englischen Buchhandlungen. Dort sei ihm immer wieder aufgefallen, wie präsent der Erste Weltkrieg – „The Great War“ – bis heute ist. Besonders beschäftigt habe ihn das Bild sehr junger Männer, die kaum ihrer Kindheit entwachsen aus den Schützengräben hinaus in das Maschinengewehr geschickt wurden. In Österreich und Deutschland, so Gstrein, werde der Blick auf den Ersten Weltkrieg stark durch die Verbrechen des Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg überlagert.
Literatur ohne einfache Antworten
Im Gespräch ging es auch um Gstreins Figuren. „Ich bin gewissermaßen stolz auf meine fragwürdigen Charaktere“, erklärte der Autor. Statt eindeutiger Helden interessieren ihn Menschen mit Schwächen und Widersprüchen. Damit führte der Abend zu einer zentralen Frage des Romans: Wie hätten wir selbst im Krieg gehandelt? Feinsinnige Fragen, kluge Antworten und eine gute Portion Humor machten den Abend zu einem besonderen Literaturerlebnis, das mit viel Applaus belohnt wurde.