
Alexander Zeh (l.) von Ipsos Austria und Spartenobmann Patrick Götz (r.) präsentierten die Ergebnisse der Tiroler Bankenstudie 2026.
Tiroler Bankenstudie: Das Eigenheim bleibt das Ziel
Die eigenen vier Wände, eine sichere Pension und ein finanzielles Polster für die Zukunft: Diese Themen beschäftigen die Tiroler besonders. Das zeigt die aktuelle Tiroler Bankenstudie 2026, die Ipsos Austria im Auftrag der Sparte Bank und Versicherung der Wirtschaftskammer Tirol durchgeführt hat. Befragt wurden 300 Personen im Alter von 16 bis 75 Jahren.
Der Traum vom Eigenheim
Für 80 Prozent der Befragten ist es persönlich wichtig, eine eigene Wohnung oder ein Haus zu besitzen. Gleichzeitig schätzen 68 Prozent die Chancen der Mittelschicht, in Tirol Wohneigentum zu erwerben, als schlecht oder sehr schlecht ein. Nur 16 Prozent beurteilen die Möglichkeiten positiv.
Die größten Hindernisse sind aus Sicht der Befragten die hohen Immobilienpreise (73 Prozent), fehlendes Eigenkapital (60 Prozent), hohe Zinsen (52 Prozent) und hohe Kreditraten (48 Prozent). „Eigentum ist für die Tirolerinnen und Tiroler weit mehr als eine Geldanlage, es bedeutet Sicherheit und Unabhängigkeit, gerade auch im Alter“, betont Patrick Götz, Obmann der Sparte Bank und Versicherung in der Wirtschaftskammer Tirol.
Es brauche Rahmenbedingungen, die den Aufbau von Eigenkapital erleichtern und Finanzierungen wieder planbar machen. Auch bei der Altersvorsorge zeigt sich eine deutliche Verunsicherung. Nur 41 Prozent sind zuversichtlich, dass die staatliche Pension allein ausreichen wird, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Mehr als die Hälfte (51 Prozent) macht sich Sorgen um die finanzielle Situation im Alter. Die Bereitschaft, selbst Geld für die Pension zurückzulegen, steigt. Mittlerweile sparen 42 Prozent monatlich mehr als 100 Euro für das Alter. Im Vorjahr waren es noch 34 Prozent. Gleichzeitig ist der Anteil jener, die überhaupt nichts zurücklegen, von 21 auf 14 Prozent gesunken.
Sparbuch bleibt beliebt
Bei der Geldanlage stehen Sicherheit und Beständigkeit weiterhin im Vordergrund. Als besonders interessant werden Gold (40 Prozent), Immobilien (38 Prozent) und Online-Sparkonten (35 Prozent) eingestuft.
Bei der tatsächlichen Altersvorsorge setzen die Tiroler vor allem auf klassische Sparformen. 49 Prozent nutzen ein Sparbuch oder Sparkonto, 39 Prozent eine Lebensversicherung und 29 Prozent einen Bausparvertrag. Gleichzeitig wächst das Interesse an Wertpapieren. 48 Prozent halten es für wahrscheinlich, in den kommenden drei Jahren verstärkt in Wertpapiere zu investieren.
Studienautor Alexander Zeh von Ipsos Austria weist darauf hin, dass die private Vorsorge weiterhin stark von klassischen Sparprodukten geprägt sei, gleichzeitig zeige sich eine zunehmende Offenheit gegenüber dem Kapitalmarkt. Bei finanziellen Entscheidungen bleibt die persönliche Beratung wichtig. Drei Viertel der Befragten sind mit ihrer Hausbank zufrieden. Für 54 Prozent ist der Bankberater die erste Anlaufstelle. Rund die Hälfte der Befragten hat bereits KI-Anwendungen für Finanzfragen verwendet. Als vollständigen Ersatz für die persönliche Bankberatung sieht sie allerdings nur eine Minderheit.
Verbesserungsbedarf zeigt die Studie bei der Finanzbildung. Rund sechs von zehn Befragten wünschen sich, dass Finanzwissen spätestens ab der Unterstufe verpflichtend im Unterricht vermittelt wird. Besonders wichtig sind ihnen dabei der Umgang mit Krediten, Sparen und Budgetplanung sowie die Altersvorsorge.