
Kitzbühel auf Platz zwei der besten alpinen Regionen
Kitzbühel zählt zu den wettbewerbsfähigsten alpinen Tourismusdestinationen Österreichs. Im Alpine Destination Report 2027 der Prodinger-Gruppe belegt Kitzbühel Tourismus den zweiten Platz unter 26 untersuchten Bergdestinationen, informiert Geschäftsführer Thomas Reisenzahn.
Nur Lech Zürs/Warth-Schröcken schneidet im Gesamtranking besser ab. Auch die Region Wilder Kaiser (Going, Ellmau, Scheffau und Söll) schafft es in die Top Ten. Die Regionen Kitzbüheler Alpen-Brixental und Kitzbüheler Alpen-St. Johann liegen auf den Rängen 21 und 26.
Der Report untersucht die Wettbewerbsfähigkeit österreichischer Bergdestinationen anhand von drei Dimensionen: touristische Nachfrage, wirtschaftliche Positionierung und Attraktivität. „Das zentrale Ergebnis: Eine hohe Zahl an Gästen und Nächtigungen allein ist noch kein Garant für eine führende Wettbewerbsposition. Entscheidend ist vielmehr, wie erfolgreich Destinationen ihre touristische Infrastruktur nutzen, welche Preise sie am Markt erzielen können und wie attraktiv ihr Gesamtangebot für die Gäste ist“, sagt Autor Thomas Reisenzahn von der Prodinger Tourismusberatung.
Stark bei Preisen und Attraktivität
Kitzbühel überzeugt vor allem durch seine Positionierung im gehobenen alpinen Tourismus. Beim Preisniveau liegt die Destination österreichweit auf Rang zwei, bei der touristischen Attraktivität auf Rang drei. In der Kategorie Angebot und Nachfrage reicht es allerdings nur für Platz 21. Hier werden unter anderem Nächtigungen, Bettenauslastung, Nachfrageentwicklung und saisonale Stabilität bewertet.
Die Ergebnisse verdeutlichen damit eine wesentliche Stärke, aber auch eine Herausforderung für Kitzbühel: Die Destination kann wirtschaftlich hohe Preise erzielen und verfügt über ein attraktives touristisches Angebot. Bei der Nachfrage und der Auslastung der vorhandenen Infrastruktur besteht im Vergleich zu anderen Regionen hingegen noch Potenzial.
Auch die Region Wilder Kaiser gehört zu den zehn bestplatzierten Destinationen Österreichs. Die Region teilt sich im Gesamtranking den zehnten Platz mit Obertauern. Damit liegt sie deutlich vor den beiden anderen im Bezirk vertretenen Destinationen der Kitzbüheler Alpen.
Die Kitzbüheler Alpen-Brixental belegen Rang 21, die Kitzbüheler Alpen-St. Johann bilden mit Platz 26 das Schlusslicht des untersuchten Rankings. Insgesamt wurden 26 österreichische Bergdestinationen miteinander verglichen.
Wirtschaftlichkeit gewinnt an Bedeutung
Für die Gesamtbewertung gewichtet die Prodinger-Gruppe die Bereiche Angebot und Nachfrage mit 20 Prozent, Preisniveau mit 40 Prozent und Attraktivität ebenfalls mit 40 Prozent. Zu den Kriterien zählen unter anderem Übernachtungspreise, Umsatz pro Bett, Skipasspreise, Pistenkilometer, die Höhenlage der Skigebiete, Betriebstage und Gästebewertungen.
Der Report hebt hervor, dass steigende Bau-, Finanzierungs-, Energie- und Personalkosten die Bedeutung der wirtschaftlichen Ertragskraft erhöhen. Entscheidend sei vor allem, wie effizient die touristische Infrastruktur genutzt wird und welche Erlöse sich mit dem Angebot erzielen lassen.
Die Ergebnisse seien daher vor allem als Grundlage für strategische Entscheidungen von Tourismusorganisationen, Gemeinden und Beherbergungsbetrieben zu verstehen. Sie stellen laut den Autoren weder eine einzelbetriebliche Rentabilitätsanalyse noch eine Prognose für die kommende Wintersaison dar. Die Experten der Prodinger Tourismusberatung sind sich darüber im Klaren, dass Österreichs alpine Tourismusdestinationen vor einem zunehmenden wirtschaftlichen und strukturellen Wettbewerb stehen. Steigende Betriebskosten, veränderte Reisegewohnheiten, wachsende Qualitätsansprüche und die Auswirkungen der Erderwärmung stellen die Regionen vor neue Herausforderungen.
Gleichzeitig gewinnen die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, die internationale Positionierung und die lokale nachhaltige Nutzung touristischer Infrastruktur weiter an Bedeutung.