12.04.2021
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Zunehmende Ignoranz bei Sperren

Mit den warmen Temperturen steigt auch die Lust an Sport im Freien. Kaum sind die letzten Schwünge im Schnee gedreht, steht das Radl für die ersten Ausfahrten bereit. Hinweise gilt es dabei zu beachten. Vor allem der Wald dient nicht nur zur Erholung, sondern ist auch Lebensraum und Arbeitsstätte.

Kitzbühel, St. Johann | Seit einigen Tagen ist der Maiklsteig am Niederkaiser gesperrt. „Ein Felssturz hat einen Teil des Weges weggerissen,“ erklärt Martina Foidl vom TVB St. Johann und ergänzt, dass die Dauer der Sperre noch unbekannt ist. Die Landesgeologin wird den Hang begutachten und dann die nächsten Schritte vorgeben. Gehandelt hat bereits der Tourismusverband und alle Zugänge abgesperrt und mit Informationen versehen. Probleme aber bereiten Wanderer, die sich nicht daran halten. „Einige schlüpfen unter der Sperre durch und gehen den Steig trotzdem“, erklärt Foidl von Beobachtungen, die seither gemacht wurden. Kein Einzelfall, wie sich in Gesprächen zeigt.

Zunahme an Freizeitsportlern
Dass seit einem Jahr mehr Freizeitsportler in der Natur unterwegs sind bestätigt Michael Neuwirth, Leiter der Bezirksforstinspektion in der BH Kitzbühel: „Aufgrund der ganzen Situation hat die Naturnutzung stark zugenommen.“ Dabei kommt es aber auch zu gefährlichen Situationen, denn der Wald dient nicht nur den Erholungssuchenden sondern auch als Arbeitsstätte für Bauern sowie als Lebensraum für Tiere.

Für die Arbeit im Wald gibt es genaue Richtlinien. Eine Sperre des Gebiets bei Waldarbeiten ist notwendig. Mit einer dreiteiligen Hinweistafel wird auf das Forstliche Sperrgebiet hingewiesen, denn die Holzschlägerungsarbeiten sind für die Forstarbeiter gefährlich. Ebenso auch für Wanderer und E-Biker, die sich über die Sperre hinwegsetzen. Hauptunfallursache sind umstürzende Bäume und herabfallende Äste. Die Gefahren sind für Erholungssuchende nicht immer auf den ersten Blick erkennbar, die Experten aber pochen auf die Einhaltung der Sperren.

Appelliert wird an die Vernunft der Waldnutzer: „Der Großteil hält sich daran, jedoch ein geringer Prozentsatz ignoriert die Tafeln“, erklärt Neuwirth und hat einen Vorschlag für die bessere Zusammenarbeit: „Es muss gemeinsam an Leitsystemen gearbeitet werden. In Absprache mit Gemeinden, Tourismusverband und Forstarbeitern soll dann am Anfang des Weges bereits auf die Arbeiten hingewiesen werden,“ erklärt der Leiter der Forstinspektion.

Das Gesetz sieht bei Nichtbeachtung Strafen vor. „Diese sind schwer vollziehbar“, sagt Neuwirth und vergleicht dies mit Skifahren abseits der Piste, das auch verboten ist. Intensiviert hat sich in den vergangenen Jahren die Waldarbeit. Grund dafür sind das massive Auftreten der Borkenkäfer, das Eschensterben und Windwürfe.

Waldrecht in Österreich
In Österreich gilt ein allgemeines Betretungsrecht für den Wald. Eine darüber hinausgehende Nutzung wie etwa Zelten, Befahren oder Reiten ist nur mit der Zustimmung des Eigentümers oder der Eigentümerin erlaubt. Auch Flächen, die der Wiederaufforstung oder der Neubewaldung dienen, dürfen nicht betreten werden. Bereiche, die für die forstliche Bewirtschaftung genutzt werden, können als befristetes forstliches Sperrgebiet ausgewiesen werden. Wer sich im Wald aufhält, ist grundsätzlich für sich selbst verantwortlich. veh

Bild: Der Tourismusverband St. Johann hat den Maiklsteig am Niederkaiser an allen Eingängen gut sichtbar abgesperrt. Alle Wanderer halten sich aber nicht daran und begeben sich damit in Gefahr. Foto: TVB St. Johann

 
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