08.04.2021
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Zum Einkaufen geht‘s ins Hofladl

Vom Edelbrand bis zum Ziegenkäse, von der Kaminwurz‘n bis zum Speiseeis: Das Angebot an heimischen bäuerlichen Erzeugnissen wächst kontinuierlich, vor allem junge Landwirte setzen vermehrt auf die Direktvermarktung am Hof.

Bezirk | Professionelle Hofläden und einfache Selbstbedienungsläden, Automaten und Kühlschränke am Hof, die sogenannte „Ei-Lade“ und sogar Buffets und Geschenkskörbe: Die Vielfalt an direkten Vertriebswegen für regionale bäuerliche Erzeugnisse hat in den vergangenen Jahren rasant zugenommen. In Tirol nützen bereits mehr als 4.000 landwirtschaftliche Betriebe die Möglichkeit der Direktvermarktung. Für rund 1.500 davon ist diese Sparte auch eine wesentliche Säule des erwirtschafteten Einkommens. „Am beliebtesten ist dabei der Ab-Hof-Verkauf, rund 80 Prozent der Direktvermarkter verkaufen ihre Produkte über diesen Weg“, weiß Josef Hechenberger, Präsident der Tiroler Landwirtschaftskammer.
 
Flächendeckend im Bezirk Kitzbühel
Auch im Bezirk Kitzbühel wächst die Zahl der Hofläden stetig. Direktvermarkter, die ihre Produkte ab Hof verkaufen oder sogar liefern, gibt es flächendeckend; die genaue Anzahl der Hofläden wird von der LK derzeit ermittelt und soll im Mai veröffentlicht werden. „Wir merken, dass vor allem viele junge Hofübernehmer in der Direktvermarktung eine Zukunft sehen“, stellt Landesbäuerin und LK-Vizepräsidentin Helga Brunschmid fest. „Die Betriebe vernetzen sich immer besser und können ihre Produktpalette  gegenseitig ergänzen. Sie treten sehr professionell auf, machen viel Werbung und scheuen auch keine Mühen, sich in die komplexen rechtlichen Themen einzuarbeiten“. Motivierend seien die vielen positiven Rückmeldungen der Kunden direkt vor Ort. Außerdem werde mehr Wertschöpfung am Hof erzielt und mit Konzepten wie SB-Hofläden und Automaten sei auch eine flexible Arbeitseinteilung möglich.
Für die Kunden liegen regionale Lebensmittel deutlich im Trend. Immer mehr Konsumenten wollen qualitativ hochwertige Lebensmittel und sie wollen bewusst einkaufen. Die Pandemie hat dieses Konsumverhalten ganz wesentlich beeinflusst, das hat man innerhalb der Kammer längst erkannt. Hechenberger: „Corona hat gezeigt, wie wichtig es ist, eine gesicherte Lebensmittelversorgung im eigenen Land zu haben. Gerade die Direktvermarktung hat hier einen enormen Vertrauenszuspruch erhalten, weshalb wir diese Chance nutzen und Betriebe verstärkt motivieren wollen, in diese Sparte einzusteigen.“

Landjugend bietet Online-Verzeichnis an
Aber wie weiß der Konsument, wer was herstellt und wo diese Erzeugnisse angeboten werden? Antworten auf diese Fragen geben neue Initiativen mit zielgerichteten Informationen.

Im Bezirk Kitzbühel stellt die Landjugend den Kontakt zwischen Konsument und regionalen Erzeugern mit ihrem Projekt „fi Di und Mi“ her: „Damit  möchten wir den preistreibenden Handel umgehen und den direkten Kontakt zwischen Käufer und Erzeuger vereinfachen“, ist auf der Homepage (www.fidiundmi.at) zu lesen. Auf dieser Online-Plattform der Landjugend sind die Hersteller je nach Angebot aufgelistet. Die Palette ist bunt und reicht von Obst-, Gemüse- und Honigprodukten (Marmelade, Pesto, Edelbrände, Fruchtsäfte) über Getreideerzeugnisse (Brot, Nudeln) sowie Milch- und Fleischprodukte (Käse, Butter, Joghurt, Fleisch, Speck, Wurst) und Eier bis zu handwerklichen Erzeugnissen (Drechselarbeiten, Brennholz, Deko, Schmuck) sowie bäuerlichen Dienstleistungen.

Plattform „Marktplatz Wilder Kaiser“
Auskunft gibt seit Kurzem auch die Online-Plattform „Marktplatz Wilder Kaiser“, eine Initiative des regionalen Tourismusverbands. Unter www.wilderkaiser.info/marktplatz findet sich ein Verzeichnis von Betrieben aus der Region, die selbst Waren herstellen und diese auch verkaufen, vom Wagyu-Rindfleisch bis zum Brotaufstrich. Dabei ist das Verzeichnis keineswegs abgeschlossen, interessierte Landwirte können sich direkt auf der Website jederzeit registrieren, heißt es dazu vom TVB.

Eine Auflistung der Bauernmärkte und Bauernläden in ganz Tirol bietet die LK Tirol unter www. tirol.lko.at. Einige Hofläden haben aber bereits eine eigen Homepage eingerichtet. Alexandra Fusser

Bild: Das Hofladl Burgwies in Fieberbrunn eröffnete im Sommer 2020. Hier werden die Erzeugnisse von 20 Landwirten aus der Region angeboten. Im Bild: Landwirtin Christine Pletzenauer mit Andrea und Sandra Pletzenauer (v. l). Foto: Fusser

 
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