06.06.2022
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Wohnraum auch für größere Börserl

Für Verwunderung sorgen die Grundstückspreise bei einem ohnehin schon in der Kritik stehenden  Bauprojekt im Penningdörfl. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich aber, dass auch leistbarer Wohnraum für Einheimische entsteht. Ob das zu viel oder zu wenig ist – darüber scheiden sich die Geister.

Hopfgarten | Im November berichtete der Kitzbüheler Anzeiger (Ausgabe Nr. 45/2021) über ein Wohnbauprojekt am Penningberg. Anrainer kritisierten damals, dass das Kleinod verbaut wird und forderten „Rettet das Penningdörfl“. Vergebens. Im letzten halben Jahr schritt die Erschließung der Baugründe neben der Volksschule und Kapelle voran. Die Parzellen werden nun zum Kauf angeboten.

Im Internet kostet Grundstück 890.000 €
Stutzig wurden Anrainer bei einem Inserat auf einer Immobilienseite, wo „das schön gelegene Grundstück in Panoramalage“ um 1.651 Euro pro Quadratmeter angeboten wird.  Für 539 m2 Grundfläche will man somit 890.000 Euro.  „War nicht einmal die Rede davon, dass dort leistbarer Wohnraum entsteht – wer hat denn soviel Geld?“, wandten sich Anrainer erneut an den Kitzbüheler Anzeiger.

Was sagt die Gemeinde dazu?
Bürgermeister Paul Sieberer (VP) relativiert: „Insgesamt sind es fünf Grundstücke. Es  wurde ein Raumordnungsvertrag, versehen mit strengen Auflagen und Strafen, über die Gesamtfläche gestülpt, der besagt, dass der Grundstückseigentümer drei Parzellen zu fixierten Konditionen und zwei frei verkaufen darf.“
In der Wohnraumpolitik kein unüblicher Deal. Vielerorts im Bezirk treffen Gemeinden mit Grundstücksbesitzern solche Vereinbarungen, um an leistbaren Wohnraum für Einheimische zu kommen.

Drei Grundstücke für Einheimische
Der Projektkoordinator des Grundstückseigentümers, Marco Fuchs, bestätigt gegenüber dem Kitzbüheler Anzeiger diese Vereinbarung. Drei der fünf Parzellen werden zu einem leistbaren Quadratmeterpreis von rund 235 Euro verkauft. „Für eines der beiden frei verkäuflichen Grundstücke haben wir ebenfalls bereits einen einheimischen Käufer gefunden. Wir nehmen schon auch Bedacht darauf, an wen wir verkaufen - schließlich sind wir ja auch Einheimische und kennen die Problematik“, so Fuchs.

Umwidmung erfolgte
Die erforderliche Umwidmung für die bereits an den Mann oder die Frau gebrachten Grundparzellen erfolgte im Gemeinderat mit großer Mehrheit, berichtete Bürgermeister Sieberer. Die Grundfläche ist seit langer Zeit im Raumordnungskonzept als Bauland vorgesehen.

Der Markt gibt die Grundstückspreise vor
Für besagtes Grundstück um 890.000 Euro, welches für Aufsehen sorgt, sucht man noch nach einem Käufer. Orientiert haben sich die Verkäufer beim Grundstückspreis – wie könnte es anders sein – am Marktwert. Johanna Monitzer

Bild: Die Aufnahmen enstanden im November. Am Penningberg, im Penningdörfl, entsteht neben der Kapelle und der Volksschule Wohnraum. Vormals stand hier eine Obstwiese. Foto: Monitzer

 
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