31.08.2021
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Wie man sich doch irren kann

Das dritte Konzert der diesjährigen Sommerkonzerte trug den Namen „Grand Tour“. Dorothee Oberlinger und Sergio Ciomei kündigten an, das Publikum mit auf eine Zeit- und Städtereise zu nehmen. Einmal Barock und zurück. So klang dann auch die zusammengestellte Reiseroute von Venedig bis London und von Monteverdi bis Bach nach Flöte und Cembalo.   

Kitzbühel | Ich darf in diesem Jahr über die Sommerkonzerte für den Kitzbüheler Anzeiger berichten. Schon das Schubert Oktett war sehr überzeugend und beim „Kasperl Theater mit kleinem Orchester“ hatte ich genauso viel Spaß wie alle anderen Besucher. Beim Thema Blockflöte war ich zugegebenermaßen eher skeptisch.
Anfang der 60er Jahre war die Blockflöte in Deutschland das Standard-Instrument im Musikunterricht. Klein und quietschend und alle Eltern konnten sich ab 8 DM dieses Instrument für ihre mehr oder minder talentierten Kinder leisten. Und dann wurde als „Leistungsnachweis“ zu Weihnachten eben „Alle Jahre wieder“ auf der Blockflöte vorgetragen. Soweit die Erinnerungen.    

Das Künstlertreffen
Dorothee Oberlinger nimmt sich vor dem Konzert Zeit für die Leser des Kitzbüheler Anzeigers und mich. Viel Fragen muss ich eigentlich nicht. Keine Sekunde verbringt die sehr bekannte Künstlerin mit der Aufzählung ihrer Titel und ihrem Leben als international bekannte Flötistin oder der Professur am Mozarteum in Salzburg. Sie erzählt lieber über die 20-jährige Freundschaft zu Sergio Ciomei, mit dem sie regelmäßig auch musiziert.
Wie auch später im Konzert will sie, dass die Zuhörer das, was sie hören, verstehen und einordnen können. Mir persönlich war überhaupt nicht bekannt, dass ein großer Teil des Musikrepertoires tatsächlich sehr virtuose Improvisation ist. Und natürlich nehmen die Instrumente (mehr als 100 befinden sich in ihrer Sammlung) einen wichtigen Teil im Leben der Dorothee Oberlinger ein. Einige davon bekomme ich wenig später auch zu hören.
Sergio Ciomei kommt erst für das Foto dazu. Das Cembalo gehört sicher nicht zu den ständig eingesetzten Instrumenten - so übernimmt er persönlich die Feinjustierung bis zum Konzertbeginn.     

Das Konzert
Der Abend selber verlief dann natürlich auch ganz anders als von mir erwartet. Statt eines durchgehenden Konzertes mit den acht im Programmheft aufgeführten Stücken, war es eher ein Themenabend.
Dorothee Oberlinger moderierte geschickt und charmant und erklärte dem Publikum, was die beiden Künstler sich unter der „Grand Tour“ übergreifend vorgestellt hatten. Die kleinen Geschichten rund um die Regionen, Komponisten und die Hintergründe trugen dabei eindeutig dazu bei, dass sich das Publikum irgendwie in die Barockzeit zurückversetzt fühlte. In erster Linie begeisterte aber die Musik, die mit verschiedenen Flöten vorgetragen wurde. Und es war so virtuos und abwechslungsreich, dass niemand merkte wie schnell die Zeit verging.  

Der Lohn für die Künstler ist der Applaus – und davon gab es reichlich. Mit nicht endenden Ovationen wurde das Duo dreimal zurück auf die Bühne „gezwungen“. Die Zugaben waren dann wiederum virtuos und witzig.
Das Resümee? Das Publikum, die Künstler und auch der Berichterstatter verließen am Ende den Saal der Landesmusikschule beschwingt und zufrieden. … und ich werde etwas weniger skeptisch sein, wenn die Redaktion mich demnächst auf ein Konzert für Maultrommel und Mundharmonika schickt. Ich habe etwas gelernt…  Dieter König

 
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