22.01.2021
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Wenn Schnee zur Nebensache wird

Es war eine turbulente Woche, die der Kitzbüheler Ski Club unter Präsident Michael Huber durchlebte. Nach der Zusage von weiteren Rennen und einem neuen Programm mit zwei Rennwochenenden, kam am Mittwoch letzter Woche ein herber Rückschlag: Aufgrund des Verdachtes auf eine B.1.1.7.-Virus-Infektion in Jochberg wurden die Slalombewerbe in Kitzbühel abgesagt und in die Flachau verlegt.

Kitzbühel | Bereits am Dienstag vergangener Woche überkam Michael Huber, Präsident des KSC und OK-Chef der Hahnenkammrennen, ein ungutes Gefühl, als er von den Virus­infektionen in Jochberg hörte. An diesem Tag kamen auch die ersten Gerüchte auf, dass sich diese Causa auf die Hahnenkammrennen auswirken könnte. „Die Infektionszahlen an sich waren im Bezirk ja gering und jene Personen, bei denen der Verdacht auf eine Ansteckung mit der Mutation bestand, waren in Quarantäne. Wir haben gleich angefangen, Daten und Fakten zu sammeln, um argumentieren zu können“, blickt Michael Huber auf die Ereignisse zurück. Die Mühen blieben unbelohnt. Am Mittwoch erfolgte die vorsorgliche Absage durch Bundeskanzler Sebastian Kurz und Gesundheitsminister Rudolf Anschober. „Bei solchen Entscheidungen haben wir als Kitzbüheler Ski Club nichts zu melden. Es wird zu dieser Entscheidung von mir auch nie eine Kritik geben. Es geht hier um die Gesundheit der Bevölkerung und diese Verantwortung möchte ich nicht tragen“, sagt Huber.
Danach galt es noch eine weitere Entscheidung zu treffen, damit dieses Rennwochenende nicht verloren geht. „ÖSV-Präsident Schröcksnadel, der sich zuvor stark für Kitzbühel als Austragungsort einsetzte, brachte die Flachau als Ersatzort ins Spiel. Damit gingen die Rennen zumindest nicht verloren“, erklärt Michael Huber.
„Emotional schmerzt eine solche Entscheidung. Doch man muss das emotionale zur Seite schieben, aber auch das Rationale, denn wir tragen nicht die Verantwortung“, betrachtet Huber die Situation neutral.

Emotionale Berg- und Talfahrt
Für das gesamte OK-Team und alle Mitarbeiter der Hahnenkammrennen bedeutete die vergangene Woche eine emotionale Berg- und Talfahrt. Nach dem Hoch durch die zusätzlichen Rennen, dann der absolute Tiefpunkt mit den Absagen. „Am Mittwoch fiel das Slalomteam in ein riesiges Loch, während auf der Streif noch normal gearbeitet wurde. Doch am Donnerstag erreichte die Stimmung bei beiden Streckenteams den absoluten Tiefpunkt. Wir haben dann einfach unsere Arbeiten nach Plan fortgesetzt“, erzählt Huber.
Bei der OK-Sitzung am Donnerstag vergangener Woche war auch der Neuschnee lange Zeit kein Gesprächsthema. „Das Wetter hat an diesem Tag keinen Menschen interessiert“, erzählt Huber.  Erst als Pistenchef Herbert Hauser auf das Thema hinwies, und die nächsten Arbeitsschritte vorschlug, kehrte auch in der OK-Sitzung wieder Normalität ein. Ein Stückchen Normalität erhofft sich Huber auch durch die Hahnenkammrennen, die zwar heuer komplett anders sind, aber immerhin noch ein Fixpunkt im Sportkalender.
Der Sonntag brachte dann endlich erfreuliche Nachrichten für Kitzbühel und den KSC. Landeshauptmann Günther Platter teilte dem KSC-Präsidenten am Telefon mit, dass man Kitzbühel das Vertrauen schenkt. Es hat sich in den letzten drei bis vier Tagen herausgestellt, dass sich das Virus nicht weiter verbreitet und daher die Durchführung der Rennen möglich ist.
Elisabeth M. Pöll

Bild: Ein ungewohntes Bild – der Zielraum der Hahnenkammrennen ohne Tribünen und VIP-Zelt. Nur die Fahnen und Akkreditierte dürfen heuer die Leistungen der Sportler live verfolgen. Foto: KSC/alpinguin

 
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