10.07.2022
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Wasser als unterschätzte Gefahr

Die Sommerferien stehen vor der Tür, die Badetaschen sind gepackt. Aber Achtung, beim Schwimmbadbesuch gilt es gut aufzupassen. Viele Kinder können nicht richtig bzw. schlecht schwimmen.

Kitzbühel | Pünktlich zur Ferienzeit warnt das Rote Kreuz, dass Ertrinken die zweithäufigste Todesursache bei Kindern ist. Bei Kindergartenkindern steht sie sogar auf dem ersten Platz. In Wien kann nur die Hälfte der 8-Jährigen Schwimmen. Österreichweit gibt es knapp 1 Million Nichtschwimmer, Tendenz steigend. Wie ist die Lage im Bezirk? Nachgefragt bei Reinhard Hlebetz, Einsatzstellenleiter der Wasserrettung Kitzbühel und seit Kurzem auch erster Landesleiter-Stellvertreter. Von einem wahren Boom spricht er bei Anfragen nach Schwimmkursen: „Die Wartelisten sind sehr lang.“ Warum dies so ist, lässt sich für ihn nicht einfach erklären, denn von Seiten der Wasserrettung wurde das Kursangebot in den vergangenen zwei Jahren groß ausgebaut.

Schwimmkurse stark nachgefragt
Bereits im Kindergartenalter soll ein Schwimmkurs besucht werden. Erfahrungsgemäß gibt es die ersten Erfolge mit vier Jahren. „Falls das Kind ins Wasser fällt, soll es selbstständig zum Rand paddeln und keine Angst haben“, erklärt Hlebetz das Grundziel, denn die größte Gefahr ist das lautlose Untergehen der Kinder. Allein in Kitzbühel haben sechs Schwimmkurse stattgefunden. Rund 200 Kinder haben das Angebot genutzt. Die Organisation ist aufwendig, denn die Mitglieder der Wasserrettung nehmen sich dafür extra Urlaub. Sponsoren unterstützen den Kurs, sodass die Kinder im Hallenbad kostengünstig die ersten Schwimmversuche machen können. Ein konkreter Termin für den nächsten Kurs ist noch offen.

Mit dem Schwimmkurs ist es allerdings nicht getan, die Praxis darf anschließend nicht zu kurz kommen: „Ich vergleiche es immer mit dem Skifahren. Nach einer Woche Skikurs kann man auch nicht alles sofort.“ Das bestätigt auch die Statistik, denn nur 51% der Österreicher unter 19 Jahren behaupten, sehr gut schwimmen zu können.

Wasserrettung fünfmal im Bezirk vertreten
Im Bezirk Kitzbühel gibt es fünf Einsatzstellen der Wasserrettung. Beheimatet sind sie in Going, Waidring, St. Ulrich, Fieberbrunn und Kitzbühel. In regelmäßigen Abständen werden Schwimmkurse angeboten.
Derzeit noch kein Problem hat man im Bezirk mit fehlenden Hallenbädern, auf Landesebene ist es jedoch eine große Herausforderung. „Zwischen Kufstein und Innsbruck und auch im Oberland sind Hallenbäder rar geworden“, erklärt Hlebetz.

Zur Vorsicht geraten
Das Rote Kreuz warnt vor der unterschätzten Gefahr im Wasser. „Die Freude, sich Abzukühlen überwiegt und die Baderegeln werden oftmals außer Acht gelassen“, sagt Elisabeth Kellner vom Roten Kreuz und appelliert, Kinder beim Baden nie aus den Augen zu lassen.
Sollte es dennoch einmal zu einem Badeunfall kommen, zählt jede Sekunde. Denn bereits nach wenigen Minuten unter Wasser kommt es zum Kreislaufstillstand. Verena Mühlbacher

Bild: Den Spaß im Wasser sollen Kinder unter Aufsicht der Eltern genießen. Schwimmhilfen wie Schwimmreifen geben keinen ausreichenden Schutz und sind eher als Spielzeug zu sehen erklärt das Rote Kreuz. Foto: pixabay

Außerdem - Aufpassen und Acht geben
Bezirk | Wenn kleine Kinder ertrinken, geschieht das häufig still und lautlos. Es reicht bei Kleinkindern schon eine Wassertiefe von 10 cm.Tipps für die Eltern und Aufsichtspersonen, die die Kinder am Wasser begleiten:
• Kleine Kinder dürfen sich nie unbeaufsichtigt in der Nähe von Wasser aufhalten. Sie können die Gefahr noch nicht einschätzen.
• Schwimmhilfen (Schwimmscheiben etc.) geben keine 100%ige Sicherheit.
• Private Pools, Teiche, Biotope aber auch Planschbecken müssen entsprechend gesichert
werden, sodass die Kinder nicht unbemerkt zum Wasser gelangen können.
• Verschiedene Auftriebshilfen (Luftmatratze, Schwimmtiere etc.) bieten keinen ausreichenden Schutz, sie sind eher als Spielzeug zu sehen. Die Verwendung sollte nur unter Aufsicht von Erwachsenen erfolgen.

 
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