17.01.2023
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Verhaltener Optimismus für 2023

Energiekrise und Arbeitskräftemangel, Inflation und Lieferengpässe: Die Tiroler Wirtschaft steht 2023 vor großen Herausforderungen. Die Stimmungslage ist durchwegs positiv, Unsicherheiten sind jedoch geblieben.

Kitzbühel | Angesichts dieser schwierigen Ausgangslage nach überwundener Pandemie sei für Betriebe die weitere Unterstützung durch die Politik unumgänglich, erklärt Tirols WK-Obmann Christoph Walser. Die Botschaft der Tiroler Kammer sei in Wien jedoch angekommen: Der Energiekostenzuschuss 1 wurde bis Dezember 2022 verlängert, der Energiekostenzuschuss 2 für das Jahr 2023 zugesagt. Die Förderintensität der für kleine und mittlere Unternehmen wichtigen Stufe 1 wird von 30 Prozent auf 60 Prozent verdoppelt und der Zugang erleichtert. „Damit ist die Wettbewerbsfähigkeit der Tiroler Betriebe gerade im Vergleich mit Deutschland gesichert“, ist Walser zufrieden.

Im Bezirk fehlen 3.000 Arbeitskräfte
Der Arbeits- und Fachkräftemangel – es fehlen an die 25.000 Mitarbeiter in Tirol – stellt für die Betriebe nicht nur im heurigen Jahr, sondern auch darüber hinaus eine der größten Herausforderungen dar, auch im Bezirk Kitzbühel. „Hier fehlen 3.000 Arbeitskräfte, der Personalmangel zieht sich quer durch alle Branchen“, erläutert Peter Seiwald. In der Tiroler Wirtschaftskammer fordert man daher einmal mehr die Aktivierung aller verfügbaren Potenziale in Österreich. Es könne nicht sein, dass Wien eine Arbeitslosenrate von zehn Prozent verzeichnet, während in Tirol um jede Arbeitskraft gerungen wird“, betonte Walser. Frauen, Asylsuchende und Pensionisten seien daher jene Zielgruppen, denen der Zugang zum Arbeitsmarkt künftig erleichtert werden soll. „Wer arbeiten will, soll dies auch tun können“, so die Devise der Wirtschaftskammervertreter. Steuerliche Erleichterungen, etwa in der Altersteilzeit und in der Überstundenregelung, aber auch eine verbesserte Kinderbetreuung, sollen mehr Menschen in Beschäftigung bringen. Walser fordert darüber hinaus einen geregelten Zuzug aus den Nicht-EU-Staaten, verbunden mit leistbarem Wohnen.

Verbesserte Mobilität im Bezirk gefordert
WK-Bezirksobmann Peter Seiwald sieht in der Bildung eine der großen Aufgaben. Zum einen fordert er eine flächendeckende Kinderbetreuung von 7 bis 19 Uhr in Kinderkrippen, Kindergärten und Horten, zum anderen sollen Mittelschulen und Polytechnische Schulen allgemein gestärkt werden, zumal sie die Kaderschmieden für den Einstieg in das Berufsleben sind. „Mit mir wird es keine Schließung von Polytechnischen Schulen im Bezirk Kitzbühel geben“, stellte Seiwald klar. „Die Standorte müssen auf jeden Fall erhalten werden.“

Überdies zeigte Seiwald ein Mobilitätsproblem im Bezirk auf. „Es gibt kaum Arbeitnehmer aus dem Kaiserwinkl, die im Brixental arbeiten. Auch aus dem Pillerseetal fährt niemand ins Brixental, um dort zu arbeiten, obwohl die Fahrtzeit mit dem Zug nur 20 Minuten dauert.“ Der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs auf Straße und Schiene sei in der Vergangenheit von der öffentlichen Hand vernachlässigt worden und daher verbesserungswürdig, sagt Seiwald. Er gibt zu bedenken: „Es werden auch Arbeitskräfte aus dem Inntal in den Bezirk Kitzbühel pendeln, sofern das öffentliche Verkehrsnetz ausgebaut worden ist.

Trendwende bei den Lehrlingen
Erfreulich ist die Entwicklung im Bereich der Lehre: Tirolweit hat man bereits die 10.000er-Grenze geknackt, im Bezirk Kitzbühel hat 2022 die Zahl der Lehrlinge imVorjahresvergleich um 13 Prozent zugenommen, schilderte Seiwald erfreut, der diese Trendwende auf gezielte Maßnahmen (Berufsfestival,  Berufsmessen) zurückführt.

Meisterausbildung soll günstiger werden
Attraktiver werden soll außerdem die Meister-Ausbildung durch eine Senkung der Kosten. Seiwald: „Ein Studium kostet 360 Euro oder nichts. Daher darf auch die Meister-Ausbildung nur 360 Euro oder nichts kosten. Unsere Wirtschaft braucht nicht den tausendsten Philosophiestudenten, sondern Leute, die anpacken.“ A. Fusser

Bild: Prosit Neujahr! Balthasar Exenberger, Martin Grander, Evelyn Geiger-Anker,  Christoph Walser, Manfred Pletzer und Peter Seiwald (von links) stießen in der Wirtschaftskammer auf ein erfolgreiches Wirtschaftsjahr 2023 an. Foto: Fusser

 
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