Verbrechen-zuhause-nahmen-zu bildschirmfoto_20210331_um_10.16.37.pngbildschirmfoto_20210331_um_10.16.47.png
03.04.2021
News  
 

Verbrechen zuhause nahmen zu

Kein Banküberfall, kein Juwelier ausgeraubt – die Pandemie hat die Verbrechen in die vier Wände verlagert. Während alle anderen Deliktsgruppen Rückgänge im Bezirk verzeichneten, nahmen die häusliche Gewalt und Kriminalität im Internet zu.

Bezirk | „Die Verbrecher sind im Homeoffice“ – titelte die größte Tageszeitung Österreichs unlängst. Diese Schlagzeile sorgt im ersten Augenblick für Schmunzeln. Aber nur auf den ersten Blick. Denn die ohnehin oft im verborgenen bleibende häusliche Gewalt nahm zu – auch bei uns im Bezirk.

Insgesamt im Bezirk 2.850 Delikte angezeigt
Im Gesamtüberblick sind die angezeigten Delikte 2020 im Bezirk um 10,3 Prozent im Vergleich zu 2019 zurückgegangen. 2.850 Delikte wurden im letzten Jahr zur Anzeige gebracht.
Der tirolweite Trend ist auch im Bezirk klar zu erkennen: In der Gewaltkriminalität bei Diebstählen und bei Sachbeschädigungen gab es viel weniger zu tun für die Polizei. „Corona hatte große Auswirkungen und hat sie nach wie vor“, kommentierte Landespolizeidirektor Edelbert Kohler die Ergebnisse der Kriminalstatistik. So gab es im ganzen Land keinen einzigen Überfall auf eine Bank oder einen Juwelier, zu dem die Polizei eilen mussten.

116 Anzeigen wegen häuslicher Gewalt
Eine offensichtliche Folge der Lockdowns und des Daheimbleibens war aber die Zunahme der Gewalt im Privatbereich. Im Bezirk Kitzbühel wurde im vergangenen Jahr 116 Mal ein Betretungs- und Annäherungsverbot aufgrund von häuslicher Gewalt in der Familie oder im privaten Umfeld ausgesprochen. Das entspricht einem Anstieg von 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

„Gewaltanstieg zuhause war zu erwarten“
Tirolweit stiegen die angezeigten Fälle von häuslicher Gewalt sogar um 16,3 Prozent. „Es war zu erwarten, dass durch die Lockdowns die Zahl der Gewaltdelikte in die Höhe schnellen wird“, sagte Landepsolizeidirektor Koller. Landeskriminalamt-Leiterin Katja Tersch fügt hinzu, dass die Dunkelziffer der nicht angezeigten Fälle wohl aber nach wie vor nochmal weitaus höher ist.

Der Computer als Tatwerkzeug
Nicht nur die Gewalt in den eigenen vier Wänden nahm zu, auch der Betrug im oder mithilfe des Internet – sprich Cybercrime. Insgesamt wurden im Bezirk 163 Delikte angezeigt (Vergleich 2019:  129 Fälle) – das entspricht einem Anstieg von über 26 Prozent. „Im Internet werden Menschen leicht zum Opfer. Die Polizei arbeitet derzeit intensiv an Maßnahmen, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken“,betont LandeskriminalamtsLeiterin Tersch.

Fokus auf liegt auf Suchtmittelkriminalität
Im Bezrik legt die Polizei weiterhin ein Hauptaugenmerk auf die Bekämpfung der Suchtmittelkriminalität. So konnten im letzten Jahr 282 Fälle zur Anzeige gebracht werden.
2.071 tatverdächtige Personen ausgeforscht
Insgesamt konnten die Polizisten im Bezirk Kitzbühel im letzten Jahr 2.071 tatverdächtige Personen ausforschen und anzeigen.

Woher kommen die Täter?
Die meisten Verbrechen im Bezirk Kitzbühel werden laut Statistik von Österreichern begangen (55 Prozent).
In 45 Prozent der Fälle handelte es sich um Ausländer. Das Herkunftsländer-Ranking führt dabei, wie in den Jahren zuvor, Deutschland an. Darauf folgen Rumänien, Niederlande, Ungarn und Bosnien-Herzegowina. Wobei die Verbrechen von rumänischen Staatsbürgern (+141,7 Prozent) stark zunahmen. Johanna Monitzer

 
Kontakt
Tel.: +43 (0) 5356 6976
Fax: +43 (0) 5356 6976 22
E-Mail: info@kitzanzeiger.at
Virtuelle Tour
Rundblick - Virtual Reality
Werbung
 
Zurück Aktuelle Gemeinde Archiv Suchen