01.10.2021
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Trotz Wolfsrissen guter Sommer

Auch wenn der Besuch des Wolfes die Stimmung trübt, zieht der Obmann des Almwirtschaftsvereines, Josef Lanzinger, eine positive Bilanz. 26.800 Tiere verbrachten im Bezirk den Sommer auf der Alm.

Itter | „Es war ein guter Sommer“, auch heuer zieht Josef Lanzinger, Obmann des Tiroler Almwirtschaftsvereins, eine positive Bilanz, stellt aber klar, dass er ein klarer Verfechter der Initiative „Alm ohne Wolf“ ist.

Besonders im Bezirk Kitzbühel hat die Almwirtschaft eine lange Tradition – rund 450 Almen werden von den heimischen Bauern bewirtschaftet. Im Bezirk werden mehr Milchkühe gealpt, als im gesamten Bundesland Salzburg. Allein in Hopfgarten sind jährlich mehr Kühe auf der Alm, als vergleichsweise in den Bundesländern Steiermark oder Kärnten.  Allerdings sind in den vergangenen Jahren die Milchalmen immer weniger geworden. Hier hat aber das Land Tirol inzwischen gegengesteuert – pro aufgealpter Milchkuh gibt es 120 Euro Förderung. „Es hat gewirkt. Die Anzahl der aufgealpten Milchkühe ist gleich geblieben“, freut sich Lanzinger.

Insgesamt verbrachten heuer 26.800 Tiere, darunter Kühe, Pferde, Ziegen, Schafe und auch Schweine, den Sommer auf den Almen im Bezirk. Rund 10.100 davon sind Milchkühe. „Da der Mai so nass war, wurden die Tiere bei uns heuer um rund zwei Wochen später auf die Almen gebracht“, sagt Lanzinger. Währen des Sommers gab es dann zahlreiche Unwetter, so konnte in etwa in der Kelchsau einige Tage lang die Milch nicht abgeführt werden. Der September sei aber wieder gut gewesen. „Der Sommer war gut, aber nich sehr gut“, so Lanzinger.

Almprodukte werden unter Wert verkauft
Seit langem kämpft Lanzinger um die Einführung einer Kennzeichnung für Almprodukte. In seinen Augen werden nach wie vor viel zu viele hochwertig produzierte Almrohstoffe unter Wert verkauft. Es sei erwiesen, dass die Almmilch einen höheren Gehalt an Vitamin E und Omega-3-Fettsäuren hat. Inzwischen haben sich die Österreichischen Almwirtschaftsvereine zusammengeschlossen und eine eigene Kennzeichnung entwickelt. Im August kam dann auch grünes Licht aus Brüssel. Ab nächstem Jahr werden die Almprodukte dann speziell gekennzeichnet. Mit den Molkereien gäbe es auch schon Gespräche.

Das Thema Wolf hingegen ist ein Wermutstropfen in der Bilanz. Tirolweit seien 300 Tiere nicht von der Alm heimgekommen. Wie viele Opfer des Wolfes wurden kann Lanzinger derzeit noch nicht sagen. „Das müssen wir erst erheben“, betont er. Herdenschutzmaßnahmen wie eigene Hunde oder auch eine Umzäunung sei schwierig. „Gerade bei der Umzäunung müssten wir dann die Wanderwege für den Tourismus sperren“, betont Lanzinger. Und würden Schafalmen nicht mehr bealpt, würden diese zuwachsen. Dann käme es zu Problemen mit dem Artenschutz, so gäbe es Vögel, die freie Flächen am Berg benötigen, auch diverse Pflanzen würden verdrängt. „Einfach die Wölfe in Kauf nehmen, geht sicher nicht“, stellt Lanzinger klar. Margret Klausner

Bild: Almabtrieb in der Kelchsau – die prächtig geschmückten Kühe wurden bei Kaiserwetter ins Tal getrieben. Foto; Klausner

 
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