20.02.2021
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Testen, Waschen, Föhnen bitte!

Drei Friseurmeisterinnen berichten von ihrer ersten Öffnungswoche.

Bezirk | Die Quarantäne-Mähne muss weg – in den Friseursalons im Bezirk hatte man in der ersten Öffnungswoche alle Hände voll zu tun. Wobei es auch ein paar Absagen von Test-Unwilligen gab, wie etwa Gerlinde Dittrich (Haarstudio Hauptsache, Kirchberg) und Kerstin Strigl (Kitz Hair - Erlebnisfriseur Kerstin, Kitzbühel) berichten. „Ich nehme an, dass circa zehn Prozent meiner Kunden aufgrund der Testpflicht auf einen Termin bei mir verzichten werden“, erklärt Strigl.

Regeln bei Hausbesuchen sorgen für Ärger
Dass bei Hausbesuchen von Friseuren die Testpflicht für den Kunden entfällt, ärgert die Friseurmeisterinnen. „Das ist Tür- und Toröffner für die Schwarzarbeit und nicht fair. Die Innung ist aber um eine Lösung für diese Gesetzeslücke bemüht“, betont Dittrich. Die Haarstudio Hauptsache-Chefin sieht ihre Zunft als Garant für die sonst schwer durchsetzbaren Massentests missbraucht: „Meiner Meinung nach, sind wir die Testpiloten für die Massentests – nun wird geschaut, wie  und ob es funktioniert.“

Es funktioniert gut
Und wie funktioniert es? „Erstaunlicherweise sehr gut. Die Kunden sind diszipliniert und kamen bislang alle mit Test. Natürlich verstehen es viele nicht, warum man zum Beispiel beim Friseur einen Test braucht und beim Zahnarzt nicht – aber egal, Hauptsache wir dürfen wieder arbeiten“, erklärt die Kirchdorfer Friseurmeisterin Bettina Almberger (Hairlounge, Kirchdorf). Damit teilt sie die Meinung ihrer Branchenkolleginnen, denn dass man beim Zahnarzt keinen Test braucht, das werde von den Kunden oft angesprochen. „Generell gibt es zwei Lager: die einen sagen es macht ihnen nichts aus und die anderen sind vehement dagegen“, erzählt Kerstin Strigl.  
Für die Mitarbeiter seien die wöchentliche Testung kein Problem, so der Tenor der Friseurinnen. Auch die 10 m2 pro Kunde sowie die Maskenpflicht sei erträglich.

Wünsche an die  Politik
Was sich die Friseurinnen, wie auch andere Unternehmer wünschen, ist ein unkomplizierter Zugang zu Hilfszahlungen. Sowie praxistaugliche und planbare Lösungen für die Zukunft „Das Schlimmste ist dieses Hin und Her“, sagt Bettina Almberger. Gerlinde Dittrich plädiert auf eine Rückkehr zum Ampelsytem und eine differenziertere Sichtweise. „Wenn in einer Region so gut wie gar keine Infektionen sind, dann muss man dort auch reagieren dürfen und etwas ermöglichen.“

Worüber sich die Friseurmeisterinnen aber auch einig sind: Mit den verantwortlichen Politikern möchten sie nicht tauschen. Ein ganz Falsch und ganz Richtig sei im Moment einfach unmöglich. Johanna Monitzer

Bild: Für Spaß sorgte Gerlinde Dittrich (Haarstudio Hauptsache) mit ihren Mitarbeiterinnen am Faschingsdienstag: Motto: (Haar-) Operation geglückt – Patient wieder glücklich. Die Friseure im Bezirk haben allen Hände voll zu tun. Foto: Koller

 
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