24.04.2021
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Steinbacher mit stabiler Entwicklung

Steinbacher Dämmstoffe präsentierte vor Kurzem die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr. Der Anzeiger sprach mit GF Roland Hebbel über die Details hinter der Bilanz.

Erpfendorf  | Was war rückblickend die größte Herausforderung?
Die größte Herausforderung war, nicht zu wissen, was morgen passiert. Man hat sich sehr auf seine Sensorik verlassen müssen und musste proaktiv agieren. Das ist uns gottseidank sehr gut gelungen, wobei das nicht nur die Eigentümerfamilie oder Geschäftsführung war, sondern alle Mitarbeiter gemeinsam.

Wie hat das Steinbacher-Netzwerk funktioniert – Stichwort Kunden und Lieferanten?
Die Baubranche reagiert ja nicht sehr schnell auf Krisen. Warum? Gewisse Prozesse sind vorgelagert: von Prozessplanung, Bedarfsplanung bis hin zu Bewilligungsverfahren. Das was im Bau im letzten Jahr passiert ist, passiert vom Entscheidungsprozess her zwei Jahre vorher. Der Bau ist der Fels in der Brandung: in beide Richtungen. Wenn andere Branchen sehr schnell wachsen, wächst der Bau langsamer, wenn andere sehr schnell nach unten gehen, geht der Bau langsamer hinunter. Aber uns muss klar sein, dass auch wir mittelfristig dieser Pandemie Tribut zollen müssen. Nach dem ersten Lockdown hat uns der hohe Exportanteil geholfen, weil es in Deutschland immer durchgelaufen ist.  

Wo erfolgten bzw. erfolgen die Investitionen?
Wir haben relativ zeitnah die Krise als Chance gesehen. Wir haben Maßnahmen vorgezogen und in verschiedensten Bereichen Investitionen getätigt, nicht nur am Standort in Erpfendorf sondern auch in Deutschland und haben das mit Mitte vergangenen Jahres konsequent vorangetrieben. Diese Maßnahmen gingen in breiter Front und betrafen Maschinen und auch Prozesse, Stichwort Effizienzsteigerung.  Heuer werden wir noch ca. 10 Prozent mehr investieren als im letzten Jahr.

Wie lief vergangenes Jahr das Gesundheitsmanagement?
Wir waren ab dem ersten Tag in definierten Bereichen im Homeoffice, haben aber nach Ostern gesehen, dass das Geschäft wieder losgeht. Seit dem Sommer ist ein Mitarbeiter-Sicherheitssystem mit Chip und Signalfunktion im Einsatz. Natürlich waren wir auch sehr früh mit Masken unterwegs und seit August  haben wir Selbsttests im Haus. Wir hatten insgesamt gottlob eine sehr geringe Anzahl an COVID-positiven Mitarbeitern bei uns. Wir haben uns zudem relativ früh als betriebliche Impfstelle gemeldet.  

Wie sehr belasten die steigenden Materialpreise das Geschäft?
Sie belasten nicht nur Steinbacher, sondern alle Industrieunternehmen. Wir haben hier vorausschauend einen sehr guten Dialog mit unseren Kunden gehabt, sie wurden transparent informiert, was am Rohstoffsektor passiert. Ich glaube, dass wir gegen Mitte des Jahres den Höhepunkt erreicht haben, aber diese Situation auf hohem Niveau noch in den nächsten Jahren spüren werden.

Österreich und die EU planen Schwerpunkte in der Nachhaltigkeit. Was verspricht sich ein Dämmstoffhersteller von dieser Entwicklung?
Die diesbezüglich geplanten 650 Millionen Euro des Umweltministeriums sehe ich als sehr gute Maßnahme. Zu den Nachhaltigkeitszielen hat der Gebäudebereich in den vergangenen Jahren schon sehr viel beigetragen. Aber der Sanierungsmarkt liegt noch im Dornröschenschlaf – hier vor allem der private Bereich.

Plant Steinbacher, sein Mitarbeiterteam aufzustocken?
Wir versuchen, im Effizenzbereich zu wachsen. Und wir investieren in den Weiter- und Ausbildungsbereich für unsere Mitarbeiter. Ich bin überzeugt, dass man vermehrt Akzente auf die duale Ausbildung legen muss, denn wenn  wir jungen Leuten eine Top-Lehrlingsausbildung bieten, werden wir für sie interesssant. Das Interview führte Elisabeth Galehr

Bild: Steinbacher-GF Roland Hebbel im Gespräch. Foto: Steinbacher

Daten & Fakten - Steinbacher Bilanz
Mit seinen 450 Mitarbeitern über alle Standorte hat Steinbacher im Corona-Geschäftsjahr 2020/2021 einen Umsatz von 98,9 Mio. Euro erwirtschaftet, ein leichtes Minus zum Vorjahr jedoch besser als die Marktentwicklung. Zu Krisenbeginn wurde noch ein Rückgang zwischen 8 und 12 Prozent erwartet. „Mengenseitig lagen wir mit knapp 1 Mio. m³ sogar über dem Vorjahr “, betont Steinbacher Geschäftsführer Roland Hebbel.  Und weiter: „Die Krise war für uns kein Grund, Projekte und Investitionen zu verschieben. Gruppenweit haben wir im Corona-Jahr mehr als 6 Mio. Euro investiert.“ „Im Sinne der ressourcenorientierten Unternehmens-Philosophie betreibt Steinbacher eine Produktentwicklung mit Nachhaltigkeitsfokus. Mittelfristig streben wir im Verbund mit unseren Rohstofflieferanten eine 100-prozentige Kreislaufwirtschaft an“, schließt Geschäftsführerin Ute Steinbacher.

 
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