28.08.2022
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Sommersaison besser als erwartet

Pandemie, Teuerungen, Enegiekrise: Mit dem bevorstehenden Herbst sind heuer viele Fragezeichen verbunden, auch der heimische Tourismus ist stark davon betroffen. Die Hoteliers stellen sich so gut wie möglich darauf ein.  

Kitzbühel | Die Schreckensprognosen über die kommenden Herbst- und Wintermonate mehren sich. Hinsichtlich der bevorstehenden Wintersaison verbreiten die Meldungen Unsicherheit. Im Tourismusbezirk Kitzbühel sind Hoteliers,  Vermieter und Wirte noch mit der laufenden Sommersaison beschäftigt, dennoch steht der Winter schon vor den Toren und damit auch gewisse Unklarheiten und Befürchtungen.

Stammgäste halten den Betrieben die Treue
Die befragten Betriebe zeigen sich von der Sommersaison generell positiv überrascht. Heinz Foidl von der Pension Schweizerhof in Waidring spricht sogar von einem besseren Verlauf als in Vor-Corona-Zeiten. „Die Saison begann früher, die Buchungsanfragen laufen gut, wenn auch sehr kurzfristig“, schildert der Unternehmer. Von großer Bedeutung sind nach wie vor die treuen Stammgäste, die speziell den kleinstrukturierten Familienbetrieben die Treue halten. „Wie es im Winter weitergeht, ist aber noch fraglich. Ich bin kein Pessimist, aber es sind schon fordernde Zeiten“, erklärt Foidl.

Gelockerte Stornobedingungen
Im Hotel Alpina in Kössen  schlägt Juniorchefin Sarah Gruber ähnliche Töne an: „Wir sind überaus zufrieden mit dem Verlauf der bisherigen Saison, auch die Mitarbeiterprobleme treffen uns nicht.“ Gruber berichtet von einigen Neuerungen im Haus, die getroffen wurden, um die Buchungskurve nach oben zeigen zu lassen: „Wir haben zum Beispiel die gelockerten Stornobedingungen beibehalten. Alles wird kurzfristiger und schnelllebiger. Da müssen wir dem Gast gegenüber einfach fair bleiben.“

Zukunftssorge Energiekrise
Die Betriebsnachfolgerin plagen aber auch gewisse Zukunftssorgen. „Wenn beispielsweise die Energiepreise weiter steigen, dann denkt man darüber nach, die Betriebszeiten des Außenpools zu minimieren. Diese Maßnahmen, die bereits jetzt angedacht werden, dienen der Planungssicherheit in einer ungewissen Zeit.“ Gleichzeitig gibt die Kössenerin auch zu bedenken, dass es immer wieder einen neuen, vielleicht auch besseren Weg geben und es doch nicht so schlimm kommen werde, wie derzeit prognostiziert.
Im St. Johanner Gasthof zur Schönen Aussicht zeigt sich Familienspross Timo Grander ebenfalls mehr als zufrieden mit dem Sommer. Auch die Winterbuchungen würden alles andere als verhalten laufen. Die Preise für den Winter wurden nur moderat angehoben, auch wenn der Teuerungszenit laut Vorhersagen noch nicht erreicht ist. Man möchte aber die Stammgäste halten und stehe auf soliden Beinen, schildert Grander.

Nächtigungsplus im Pillerseetal
Im Pillerseetal spricht TVB-Obfrau Bettina Geisl von einem Nächtigungsplus – speziell die Veranstaltungen, die heuer wieder uneingeschränkt stattfinden konnten, haben demnach dazu beigetragen. Obwohl auch das Fliegen wieder möglich ist, konnte man die Nächtigungen in den Pillerseegemeinden steigern, so die Angaben der Touristikerin.
Im eigenen Unternehmen, dem Hotel Chalet Grosslehen, hat die Unternehmerin schon Neuerungen eingeführt, etwa „die Fünf-Tage-Woche, da die Bereitschaft zur Sechs-Tage-Woche seitens des Personals nicht mehr gegeben ist“.

Unternehmer müssten sich zukunftsfit machen und auf die Veränderungen reagieren – auch wenn dies bedeutet, die gewohnten Strukturen zu ändern, sagt Bettina Geisl. Sie selbst setzt sich derzeit noch nicht mit dem Winter auseinander, ist sich aber sehr wohl bewusst, dass die Angst und auch die finanziellen Einschränkungen beidseitig sind – sowohl Gast als auch  Hotelier seien davon betroffen. Sie gehe aber trotz aller Herausforderungen mit einem positiven Gefühl in die neue Saison, erklärt Bettina Geisl.
Sollten sich die derzeit negativen Prognosen hinsichtlich des Herbsts und Winters aber bewahrheiten, „dann trifft es uns ohnehin alle und wir können nicht gegensteuern,“ fasst  Sarah Gruber vom Kössner Hotel Alpina die vorherrschende Lage im heimischen Tourismus zusammen. Elisabeth Schill

Bild: Wird  der Winter eine g‘mahte Wies‘n für den heimischen Tourismus? Herausfordernd wird die bevorstehende Saison allemal, da sind sich die Wirte und Vermieter durchwegs einig. Foto: Tirol Werbung/Haindl Ramon

 
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