21.01.2023
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Slalom am Ganslern: Lokalmatador bringt sich ganz vorne in Stellung

Tausende Fans warten am kommenden Wochenende auf den Auftritt von Slalomartist Manuel Feller am Ganslern. Der Fieberbrunner ÖSV-Star hat sich für sein Highlight des Jahres viel vorgenommen.

Fieberbrunn, Kitzbühel | Aufgrund seiner Konstanz und den bisherigen Saisonergebnissen im Slalom zählt Manuel Feller heuer beim Hahnenkamm-Slalom zum Favoritenkreis.

Manuel, was erwartest du nach dem hervorragenden Saisonstart in Val-d’Isère heuer vom Ganslern?
Vom Druck her ist es ganz etwas anderes, mehr Zuschauer, zu Hause, jeder hat große Erwartungen. Ich bin jetzt zwei Jahr nicht mehr am Ganslern gefahren, daher kribbelt es schon ziemlich. Das Rennen ist mein Highlight des Jahres, ich habe jedes Jahr meine WM in Kitzbühel. Daher ist es ein großes Ziel für mich, hier einmal auf dem Podium zu stehen. Der Traum wäre natürlich, einmal zu gewinnen. Zu Hause ist das aber am schwierigsten.

Geht sich heuer das Podest-in Kitzbühel aus?
Wie liegt dir der Hang und wie siehst du deine Chancen?
Da der Ganslern ein schwieriger Hang mit vielen Übergängen ist, kommt er mir sehr entgegen. Er hängt auch in die richtige Richtung, weil der Rechtsschwung mein besserer ist. Ansonsten muss am Tag X eben alles zusammenpassen, die Top-Fünf traue ich mir immer zu, für das Podium oder gar den Sieg muss dann einfach alles zusammenpassen.

Wie ist es, wieder vor Zehntausenden Fans zu fahren?
Es macht einen großen Unterschied, ob Du in Val-d’Isère vor 5.000 Zuschauern oder in  Kitzbühel vor Zehntausenden fährst, die in dem Kessel für unglaubliche Stimmung sorgen. Das ist ein unbeschreibliches Gefühl, das aber auch mit großem Druck verbunden ist.
 
Wie hast du die beindruckende Leistungssteigerung in den letzten Jahren geschafft?
Meine körperliche Verfassung  ist in den letzten beiden Jahren eindeutig besser geworden. Ich habe mit jeder Verletzung dazugelernt und ein besseres Körpergefühl bekommen. Zudem habe ich gelernt, dass es nicht immer sinnvoll ist, mit 100 Prozent zu fahren. Die Hänge sind teilweise so schwierig und mittlerweile weiß ich, wo es Sinn macht zu riskieren und wo nicht. Das ist etwas, was dich auf die Dauer stabiler macht. Wichtig ist auch, gut in eine Saison zu starten, was mir in dieser und der letzten Saison super gelungen ist.

Verbringst du noch viel Zeit in Fieberbrunn?
Mittlerweile leider nicht mehr soviel, obwohl ich sehr gerne nach Hause komme. Im Winter öfter, weil meine Eltern da mehr zu Hause sind und ich dann schon jede Woche mal einen Tag daheim verbringe. Im Sommer etwas weniger, da sind meine Mutter und mein Bruder auf einer Alpenvereinshütte in Saalfelden. Dann besuche ich aber ab und zu Freunde in Fieberbrunn.

Geht dein dreijähriger Sohn Lio schon Schifahren?
Ja, seit letztem Frühjahr. Zu Weihnachten hat er einen Schikurs in Fieberbrunn gemacht. Er fährt auch gerne mit uns Eltern, aber viel lieber mit anderen Kindern. Da hat er richtig Spaß und schaut sich gerne etwas ab. Er setzt auch zu Hause meinen Helm auf und ist somit bereits dabei, ohne das Ganze schon zu verstehen.

Was machst du außer Schifahren?
Bleibt neben den Kindern noch Zeit für Deine Hobbies wie das Fischen und die Musik?
An unserem aktuellen Wohnort in Wals-Siezenheim, haben wir fünf Minuten von uns entfernt einen Baggersee. Daher komme ich mehr und länger zum Fischen als je zuvor. Da kann ich auch Lio mitnehmen, der gerne neben mir sandspielt. Richtiges Fischen bedeutet für mich aber ein Wochenende irgendwo in einer abgeschiedenen Gegend zu sein, wo ich keinen Menschen sehe. Im Sommer schaffe ich es aber schon hin und wieder. Ich habe da sehr viel Unterstützung von meiner Freundin, wofür ich ihr hier auch gerne einmal Danke sagen möchte.

Warum bist du von Tirol nach Salzburg übersiedelt?
Das hatte mit meinen Verletzungen zu tun. Ich bin nach meinem ersten Bandscheibenvorfall therapie- und trainingsbedingt nach Abtenau übersiedelt. Von dort nach Salzburg, wo ich zuerst in Rif gewohnt habe. Damit wir genug Platz für die Kinder haben, sind wir noch einmal umgezogen. In Wals-Siezenheim ist es derzeit optimal, da es sehr zentral gelegen ist und ich hier mein Konditions- und Physio-Team habe. Nach Beendigung meiner Karriere möchte ich aber wieder zurück nach Tirol.

Musik-Star „Manuel Feller?“
Kommt nach der Ski- die Musik-Karriere?
Nein, eher nicht (lacht). Das ist für mich nur eine Gaudi mit meinen Freunden. Ich sehe mich dabei mehr als Entertainer, wie als Musiker. Ich habe viele Freunde, die in der Reggae und Dance House Szene tätig sind. Das hat mich in meiner gesamten Jugend schon geprägt und bis heute nicht mehr losgelassen. Instrument spiele ich zwar keines, zum Zeitvertreib betätige ich mich aber manchmal gerne als DJ.

Kommst Du als Reggae-Fan aktuell noch nach Jamaica?
Ja. Ich bin über die Musik hingekommen und habe mittlerweile auch ein paar Freunde dort. Vor Corona war ich fünf Jahre hintereinander auf Jamaica. Dort herrscht eine vollkommen andere Kultur als bei uns, Zeit ist relativ. Wenn ich ein Land besuche, möchte ich auch immer etwas davon sehen und lernen.
Es dreht sich in Jamaica nicht nur alles um Sonne, Strand, und lockeres Leben. Im Gegenteil, es ist ein Drittewelt-Land und keineswegs nur ein Paradies. Zu meinem 30. Geburtstag habe ich eine Reise nach Jamaica geschenkt bekommen, die ich noch vor mir habe. Das Gespräch führte Armin Hoyer

Bild: In Val d‘Isère legte Manuel Feller mit seinem zweiten Platz ein Top-Ergebnis vor. Foto: ÖSV/Schrammel

 
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