19.11.2021
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Sechs neue Bauern im Bezirk

Vergangene Woche fand in Reith die heurige Bezirks-Bauernbundkonferenz statt. Die Versammlung gilt als Stimmungsbarometer der regionalen Landwirte. 1.390 Betriebe gibt es im Bezirk.

St. Johann, Reith | Vergangene Woche ging im Reither Kulturhaus die heurige Bezirksbauernkonferenz über die Bühne. „Im vergangenen Jahr fand unsere Herbstkonferenz online statt, umso mehr freuen wir uns, dass wir heuer wieder in den direkten Austausch mit unseren Mitgliedern treten können“, erklärte Bezirksbauernobmann Josef Edenhauser vor der Veranstaltung.

Bereits im Herbst des Vorjahres hätten die Bauernbund-Urwahlen stattgefunden. Viele Ortsbauernobmänner und Ortsbauernräte sowie die Bäuerinnen und Jungbauern haben ihre Gremien neu gewählt, jedoch coranabedingt kaum die Möglichkeit gehabt, sich persönlich kennen zu lernen. Das wurde bei der Konferenz nachgeholt. „Der Bauernbund ist gut aufgestellt. So haben wir etwa in allen Gemeinden des Bezirkes Landjugend-Gruppen und kein Problem, Funktionäre zu finden“, betont Edenhauser. Die Kammerwahlen konnten vom Bauernbund ebenfalls erfolgreich geschlagen werden – acht von neun Mandaten wurden errungen.

Im Bezirk gäbe es derzeit 1.390 Betriebe, sechs seien im Vorjahr hinzugekommen, „die nicht unbedingt in der herkömmlichen Landwirtschaft tätig sind“. So ist z. B. auch die Lamazucht im Bezirk angekommen. Auch im Bereich Ausbildung konnte Edenhauser Positives vermelden – in der LLA Wetau gibt es konstante Schülerzahlen.
Einen Wermutstropfen ortet der Abgeordnete in der Milchwirtschaft. Viele größere Milchviehbetriebe haben sich entschlossen, ihre Milch nach Bayern zu liefern. Diese Praxis gefährde jedoch die Milchabholung für andere kleinere Betriebe, so Edenhauser und kritsiert, dass die Berglandmilch (Tirol Milch) zu wenig aktiv sei, etwa in der Vermarktung bzw. Sichtbarmachung von Almprodukten.

Borkenkäferplage sorgte für Probleme
Zahlreiche Bauern im Bezirk besitzen auch Waldflächen. Im Vorjahr mussten sie sich mit intensivem Borkenkäferbefall herumschlagen. Heuer habe sich die Situation aber entschärft, Preis und Einschlag seien inzwischen wieder gestiegen, so Edenhauser.
Für LH-Stv. Josef Geisler ist „die Bezirkskonferenz immer ein Stimmungsbarometer, um zu wissen, wo der Schuh drückt. Der Bezirk Kitzbühel ist da immer offensiv und direkt.“

Corona habe auch die Landwirtschaft getroffen. Hier vor allem jene Betriebe, die „Urlaub am Bauernhof“ anbieten. „Positiv an der Pandemie war und ist, dass viele Konsumenten bewusster schauen, wo Produkte herkommen“, klärte Geisler auf“, schwierig sind hingegen die Verhandlungen mit dem Handel, wo die Kosten für die bäuerliche Produktion vielfach nicht mehr abgebildet werden.“

Einig sind sich Geisler wie Edenhauser, dass der Wolf weiterhin ein großes Problem ist. „Wir haben das Jagdgesetz geändert, um überhaupt Ausnahmebestimmungen nützen zu können. Letztlich müssen wir gemeinsam mit den Nachbarländern vorgehen, um das Problem in den Griff zu kriegen. Langfristig muss sich die EU etwas überlegen, denn der Wolf ist auch keine gefährdete Art mehr“, betont Geisler. Margret Klausner

Bild: Informierten über die anstehenden Herausforderungen in der Landwirtschaft: LH-Stv. Josef Geisler (l.) und LA Josef Edenhauser. Foto: Klausner

 
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