24.01.2021
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Ruhige Feiertage in der Ambulanz

In seiner Funktion als neuer Primar zieht Orthopäde und Unfallchirurg Alexander Brunner seine erste Weihnachts-Gipsbilanz. In der Notfallambulanz war es coronabedingt um einiges ruhiger, als in den vergangenen Jahren.

St. Johann | Ein neuer Wind weht seit Anfang Dezember in der unfallchirurgischen Abteilung des Bezirkskrankenhauses in St. Johann. Nachdem Alexander Brunner vor rund einem Jahr die Leitung der Orthopädie übernommen hat, trat er jetzt auch in die Fußstapfen von Robert Kadletz, der sich, wie berichtet, in den Ruhestand verabschiedet hat, und übernahm Anfang Dezember auch die Leitung der Unfallchirurgie.
Die beiden bisher eigenständigen Abteilungen wurden nach der Vorgabe des Tiroler Krankenanstaltengesetzes zu einer gemeinsamen Abteilung „Orthopädie und Traumatologie“ zusammengeführt. Mit insgesamt 86 Betten sowie 24 Ärztinnen und Ärzten steht Brunner jetzt der zweitgrößten orthopädisch-traumatologischen Abteilung in Tirol vor.

Stationen in der Schweiz und in Innsbruck
Mit seiner Frau und den zwei Töchtern hat sich der Pfälzer bereits gut in St. Johann eingelebt. Studiert hat der Deutsche an der Universität Ulm. Seine Ausbildung erhielt der Arzt großteils am Luzerner Kantonsspital in der Schweiz. Alexander Brunner ist sowohl Facharzt für Orthopädie und Traumatologie, als auch Facharzt für Allgemein- und Visceralchirurgie. Fast zehn Jahre lang war der Wahltiroler als Oberarzt an der Medizinischen Universitätsklinik Innsbruck tätig. Dort spezialisierte er sich auf die Behandlung von Erkrankungen und Verletzungen der Füße und Sprunggelenke, sowie auf die Behandlung von Hüfterkrankungen.
Seit rund einem Jahr ist er inzwischen in St. Johann tätig. Die Corona-Pandemie hat auch Auswirkungen auf seine Abteilung. Bis Dezember war Brunner nur in der Orthopädie tätig, jetzt ist die Abteilung mit der Unfallchirurgie noch einmal gewachsen. „In der Orthopädie konnte ich ständig persönlich präsent sein. Bei der neuen Abteilungsgröße wird es schwieriger, obwohl es mir sehr wichtig ist, jedem Patienten einmal die Hand zu drücken“, sagt Brunner.

Eine Herausforderung auch schon im ersten Lockdown im Frühling war für das Orthopädie-Team die Erstellung des OP-Plans. Jetzt stehen Brunner und sein Team vor denselben Schwierigkeiten. Etliche Monate stand den Orthopäden nur ein Operationssaal zur Verfügung. Jetzt seien es wenigstens wieder zwei. „Wir müssen trotzdem täglich jonglieren, um
allen Patienten gerecht werden zu können“, sagt der Primar. Gelingen würde das leider nicht immer. „Zumal wir uns ja bewusst sind, dass Corona die Gelenke schlechter macht“, erklärt der Primar. Grund dafür sind mangelnde Aktivitäten, da die Patienten meist Schmerzen haben und sich nicht mehr bewegen. Das aber sei sehr wichtig.

„Fit mit Johanna“ auf der Spitalshomepage
Die Devise lautet daher „Fit mit Johanna“. Auf der Homepage des Krankenhauses (www.khsj.at) sind Videos zu finden, die Übungen zeigen, bei welchen die Patienten mitturnen können.
„Wir können nur um Verständnis für die derzeitige Situation bitten. Wir machen uns wirklich jeden Tag Gedanken, wie wir die Operationen so schnell als möglich durchführen können“, sagt Brunner.
Während in der Orthopädie der OP-Plan voll ist, ist es in der Unfallambulanz heuer viel ruhiger. Die Feiertage verliefen schon fast beschaulich. „Waren während der Weihnachtstage 2019/20 insgesamt 2.106 Patienten zu behandeln, war es heuer 1.093“, informiert der neue Primar. Landeten im Vorjahr 1.092 Patienten im Gipsraum, waren es heuer nur 375. Grund dafür waren natürlich die fehlenden Touristen. Es waren weniger Bagatellverletzungen, die zu behandeln waren. Die Ärzte registrierten jedoch viele schwerere Verletzungen.  

Trotz Corona-Pandemie fand Primar Alexander Brunner aber doch noch die Zeit für ein Herzensprojekt. So wurde in den letzten  Monaten gemeinsam mit den Radiologen ein neues Behandlungskonzept für Patienten mit Kreuzbandverletzungen entwickelt. Damit soll gewährleistet werden, dass diese zukünftig rascher operiert werden können. Margret Klausner

Bild: Ist bereits voll und ganz in St. Johann angekommen: Primar Alexander Brunner, der seit Anfang Dezember die zusammengelegte Abteilung „Orthopädie und Traumatologie“ leitet. Foto: BKH St. Johann

 
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