04.09.2021
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Recyclinghof für drei Gemeinden

Es war ein langgehegter Wunsch vor allem der Gemeinde Kössen – jetzt starteten die Bauarbeiten für den ersten bezirksübergreifenden Recyclinghof im Kössener Ortsteil Kranzach.

Kössen | Es war ein Freudentag im Kaiserwinkl, als am vergangenen Freitag im Ortsteil Kranzach mit dem Spatenstich der Startschuss für den Bau des neuen Recyclinghofes fiel. Einer aber strahlte ganz besonders: GR Erwin Schweinester. Der Obmann des Kössener Umweltausschusses hat zehn Jahre lang für die Einrichtung gekämpft und unermüdlich geplant. Dass mit Walchsee und Kössen zwei weitere Kaiserwinklgemeinden im Boot sind, freut ihn natürlich besonders.

Derzeit gibt es für die Müllentsorgung in Kössen nur eine halbe Lösung. An zwei Stellen, zum einen am Bauhof, zum anderen bei der Kompostieranlage, können die Kössener bisher Glas, Papier und anderes, das nicht dem Restmüll zuzuordnen ist, entsorgen. Ein Flickwerk, beklagt Schweinester, das nicht nur die heutigen Anforderungen nicht mehr erfüllt, sondern auch den behördlichen Vorgaben nicht entspricht. Daher war eine Lösung unausweichlich. Immerhin unter drei Bürgermeistern arbeitete Schweinester bisher unermüdlich an der Realisierung. Auch auf der Prioritätenliste, die nach der letzten Gemeinderatswahl erstellt wurde, schien der Wertstoffhof relativ weit hinten auf. Der Umweltausschussobmann aber ließ nicht locker, hielt an den Planungen fest und schaffte es, auch die Nachbargemeinden von der Idee zu überzeugen. Denn auch in Schwendt und in Walchsee ist die die Entsorgungslage nicht deal.

Gemeinsamen Verband bereits gegründet
Einen gemeinsamen Kompostierverband gibt es bereits seit Jahren, dieser wurde jetzt auf den Recyclinghof erweitert. Der neue Wertstoffhof wird im Bereich der Kompostieranlage in Kössen-Kranzach realisiert. Nach den umfangreichen Planungen sind jetzt endlich  die Baumaschinen aufgefahren. Mit Grundeigentümer Josef Fahringer wurde ein Baurechtsvertrag über 30 Jahre abgeschlossen, eine Verlängerung über weitere 20 Jahre sowie die Option das Grundstück anzukaufen, wurde ebenfalls vereinbart.
Rund 3,1 Millionen Euro werden in den Wertstoffhof, der sich über eine Fläche von fast 5.000 Quadratmetern erstreckt, investiert. Im Verband ist die Gemeinde Kössen mit 60 Prozent vertreten, die Schwendter mit zehn sowie die Walchseer mit 30 Prozent. Die Finanzierung erfolgt von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich  – Landesförderungen, Darlehen  aber auch Rücklagen werden dafür verwendet.

Während der Recyclinghof selbst mit 2,4 Millionen Euro zu Buche schlägt, müssen in den Weg- sowie den Brückenneubau 500.000 Euro investiert werden. Was vor allem Kössens Bürgermeister Reinhold Flörl besonders freut –  ein Großteil des 2.000 Quadratmeter großen Flachdaches wird dabei für eine riesige Photovoltaikanlage genützt. Mit dem gewonnen Strom sollen zukünftig Gemeindeeinrichtungen versorgt werden. Rund 200.000 Euro werden dafür in die Hand genommen.
Es wird am neuen Recyclinghof 16 Container geben. Angenommen werden sämtliche Wertstoffe von Glas über Papier bis hin zu Sperrmüll, aber auch Farben und Lacke und natürlich wie bisher auch der Grünschnitt.

Eigene „Bürgerkarte“ regelt Zugang
Um Missbrauch zu vermeiden  – also Mülltouristen fernzuhalten – wird eine Bürgerkarte eingeführt. „Es wird ein Schranksystem eingeführt. Nur mit dieser Karte, die jeder Haushalt bekommt, ist die Einfahrt und damit die Entsorgung möglich. In weierer Folge soll diese auch als Parkkarte genutzt werden können“, klärt Erwin Schweinester auf, der dem neuen Verband auch als Obmann vorsteht.
Alle drei Bürgermeister sind begeistert, dass es gelungen ist, das bezirksübergreifende Projekt zu realisieren. „Und wer weiß, vielleicht können wir irgendwann noch die vierte Kaiserwinklgemeinde (Anm.: Rettenschöss) ins Boot zu holen“, meinte Walchsees Bgm. Dieter Wittlinger. Die Fertigstellung des Recyclinghofes ist mit Mai 2022  geplant. Margret Klausner

Bild: Spatenstich: Grundbesitzer Josef Fahringer, Baumeister Gerhard Klingler, Bgm. Richard Dagn (Schwendt), GR Erwin Schweinester, Bgm. Reinhold Förl (Kössen), Bgm. Dieter Wittlinger (Walchsee), Hans Feller (Fa. Bodner), GR Hubert Mayr sowie Architekt Alois Huber (v.l.). Foto: Klausner

 
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